MARKETING & MEDIA
„DAB+ nützt allen” © WorldDAB Forum/Christandl

Total DigitalHelwin Lesch, Patrick Hannon, Graham Dixon, Wolfgang Struber

© WorldDAB Forum/Christandl

Total DigitalHelwin Lesch, Patrick Hannon, Graham Dixon, Wolfgang Struber

Redaktion 11.11.2016

„DAB+ nützt allen”

Internationale Radiobranche versammelt sich in Wien: ­Österreich gemeinsam mit Europa auf dem Weg zu DAB+.

WIEN. Diese Woche versammelte sich die internationale ­Radiobranche in Wien: Anlass war die Generalversammlung des WorldDAB Forum, des internationalen Branchenverbands für digitalen Rundfunk.

Eine Pressekonferenz vor Ort nutzte Wolfgang Struber, Geschäftsführer des Privatsenders Radio Arabella und einer der größten Befürworter von DAB+ in Österreich, um einerseits die Entscheidung des ORF, seine Radio-Programme nicht via DAB+ zu verbreiten, zu kritisieren und andererseits mehr Verve beim Ausbau des neuen Digitalstandards in Österreich zu fordern.

Zwei Kanäle für den ORF

In Richtung ORF meinte er: „Hier wird disruptive Silicon-Valley-Technologie mit unsicherer Internetnutzung via USA gegenüber europäischer Technologie der Vorzug gegeben.” Hörfunk benötige aber „eine zukunftssichere, eigene digital-terrestrische Verbreitung. Für ein tragfähiges Ökosystem ist der Gesetzgeber gemeinsam mit den Öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern gefordert”, so Struber, der sich vorstellen kann, selbst dem ORF zwei weitere bundesweite, nicht regionalisierbare, werbefreie Programme zu geben.

Damit stößt er aber auf wenig Gegenliebe beim VÖP. „Wir sprechen uns aufgrund des Markt­ungleichgewichts entschieden gegen jede Möglichkeit für den ORF zur Erweiterung seines Radio-Programmangebots aus. Neue ORF-Programme via DAB+ würden die bestehende Schieflage noch weiter verschärfen”, so die bei der Pressekonferenz ebenfalls anwesende VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm.
Stattdessen forderte etwa VÖP-Präsident und KroneHit-Geschäftsführer Ernst Swoboda kürzlich in einem medianet-Interview, Ö1 auf DAB+ zu verlegen und die frei werdenden nationalen Frequenzen den Privaten zur Verfügung zu stellen. Er zeigte sich damals überzeugt, dass die treue Ö1-Hörerschaft ihrem Sender auf den neuen Verbreitungsweg folgen würde. Dadurch könne DAB+ befördert und zugleich das Ungleichgewicht zwischen ORF und Privatsendern beim Zugang zu UKW-Übertragungskapazitäten reduziert werden.

DAB bringt allen etwas

Struber betonte auch, dass man sich, mit Blick über die Grenzen, wo der Ausbau schon viel weiter sei, auch in Österreich dem Thema nicht verschließen kann, denn DAB+ biete für alle, sowohl Programmmacher, Werber und Hörer, viele neue Möglichkeiten. (fej)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema