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„Das Spektakuläre ist das Unspektakuläre” © Martina Berger
© Martina Berger

Dinko Fejzuli 15.03.2019

„Das Spektakuläre ist das Unspektakuläre”

tele feiert seinen 30. Geburtstag: Geschäftsführer Hans Metzger über Verlässlichkeit als Erfolgsgeheimnis.

••• Von Dinko Fejzuli

Im Jahr 1989 wurde tele erstmals als Supplement diversen österreichischen Zeitungen beigelegt. Heute, 30 Jahre später, sind bereits 1.250 Ausgaben mit einer Gesamt-Druckauflage von rund zwei Milliarden Exemplaren erschienen. tele gehört zu den top drei Einzeltiteln unter Österreichs Printmedien.

„Das Spektakuläre ist das Unspektakuläre”, so Geschäftsführer Hans Metzger im Jubiläumsinterview zum Geheimnis des Erfolges von tele.
Und in der Tat: Die Kennzahlen sind beachtlich. Nach Autotouring mit 1,8 Millionen und der Kronen Zeitung am Sonntag mit 1,17 Millionen ist tele mit 1,027 Millionen Exemplaren die Nummer drei bei der Verbreiteten Auflage (Quelle: ÖAK Jahresschnitt 2018).
Auf die Frage, warum tele auch in Zeiten, wo man sich sämtlichen Content in Bezug auf Fernsehinhalte mit einem Wisch auf sein Smartphone laden kann, erfolgreich ist, sagt Metzger: „Weil man das digital gar nicht abbilden kann” – und zeigt auf die tele-Doppelseite mit den wichtigsten 24 Sendern, die vor ihm auf dem Tisch liegt.
„Selbstverständlich hat der ­digitale Kanal seine Berechtigung, schließlich sind die tele- Website und App ein wichtiger Teil unseres Geschäfts.” Dort gehe es aber eher um die gezielte Suche nach einzelnen Sen­dungen.

Kompakter Überblick

Beim gedruckten tele ist es der kompakte Überblick über das TV-Programm, aber auch die Zusatzinformationen, die von einer Fernseh- und Kino-affinen Redaktion zusammengetragen würden. „Hier ist noch jede Filmbeschreibung hand made”, so Metzger. Wo also andere für ihre TV-Seiten, auch aus Personal- und Zeitmangel, auf fertige Pressetexte der Sender zurückgreifen, schreiben hier Redakteurinnen und Redakteure, die selbst viel fernsehen und ins Kino gehen.

„Das Besondere bei uns ist die Kompetenz und Verlässlichkeit, die wir haben und die wir auch ausbauen”, so Metzger über die Qualität seiner Redaktion. „Man schaut einmal hin und weiß immer, was heute im Fernsehen los ist”, so Metzger weiter.
Und genau diese Verlässlichkeit würden eben auch die Leserinnen und Leser und in weiterer Folge natürlich auch die Werbekunden schätzen.
Selbstverständlich würden aber auch die digitalen Angebote des tele viel genutzt. Der Peak bei den Usern ist übrigens, wie im klassischen Fernsehen, zwischen 19:45 bis 20:15, „weil die Menschen, genau da wissen wollen, was sie sich an diesem Abend ansehen könnten”.
Und wer ist nun die typische Nutzerin und der klassische Leser des tele? „Die Zielgruppe des tele sind zu 100 Prozent die Leserinnen und Leser unserer Trägermedien, denn nur dort werden wir auch vertrieben”, so Metzger über die Tatsache, dass das tele darüber hinaus ja nicht erhältlich sei. Ja, es habe auch Überlegungen gegeben, tele außerhalb der Tageszeitungen zu positionieren, aber die Verleger wollten es als exklusives Supplement für ihre Medien haben und so sei die Idee dann nicht mehr weiterverfolgt worden.
Generell bringt der Umstand, dass tele exklusiv bestimmten österreichischen Tageszeitungen beigelegt wird, auf der einen Seite eine verbreitete Auflage von exakt 1.027.772 Exemplaren, aber auf der anderen Seite, wenn es um potenzielle Werbekunden geht, natürlich auch gewisse Einschränkungen mit sich.

Abo-Argument „tele”

tele hat deshalb etliche eigene Sonderwerbeformen entwickelt, ebenso wie thematische Umfelder. „Vor allem die Bereiche Genuss und alles, was sich um Gesundheit und Wellness dreht, ist bei Kunden und Agenturen sehr beliebt”, sagt Metzger schmunzelnd. „Davon kann es gar nicht genug Seiten geben.”

Dazu gäbe es auch die Möglichkeit der sogenannten Cover-Ummantelung, einer Tip-On-Card oder einer in der Blattmitte mitgehefteten Beilage, die das tele-Format nach oben hin um 15 Millimeter sprengt und so für hohe Aufmerksamkeit sorgt.
Auf der andren Seite ist das tele auch für viele Leser der Tageszeitungen, in denen es beigelegt ist, ein wichtiges Argument, das jeweilige Medium zu abonnieren. Dies werde, so tele-Geschäftsführer Metzger, immer wieder bei diversen Leser-Umfragen mit Zahlen belegt und bestätigt..

Was bringt die Zukunft?

Abseits des gedruckten Produkts ist man bei tele aber in den digitalen Kanälen unterwegs.

So hat man neben der Website, die über eine Vielzahl von Funktionen verfügt, um das interessanteste TV-Angebot herauszufiltern, auch eine App mit insgesamt 450.000 Unique Clients.
Bis vor einiger Zeit gab es mit der „tele Star App” eine zweite mobile Anwendung. Diese wurde zwischenzeitlich wieder eingestellt, weil man aus der Erfahrung gesehen hat, dass der Betrieb von zwei Apps parallel für tele keinen wesentlichen Vorteil brachte.
Aber, so Metzger, man habe dank der tele Star App sehr viel gelernt und genau diese Learnings nutze man nun, um die tele App selbst beim Thema Gamification und Interaktion zu optimieren. Diese Neuerungen werden bereits im zweiten Halbjahr 2019 online gehen, so Metzger.

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