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Die Disruption als Chance zur Weiterentwicklung © PantherMedia/victorvice
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Redaktion 23.04.2021

Die Disruption als Chance zur Weiterentwicklung

Vertreter heimischer Wochenzeitungen über ihre Nähe zum Menschen, die prägenden letzten Monate und die Möglichkeit, an der Krise zu wachsen.

••• Von Anna Putz

WIEN. Durchaus herausfordernd sei 2020 gewesen. Man sei aber gestärkt aus der Krise hervorgegangen, so der Tenor der österreichischen regionalen Wochenzeitungen. Wie fast alle Mediengattungen haben auch sie ein Minus (6,6 Prozent zum Vorjahr) in der Werbebilanz hinnehmen müssen.

medianet hat Branchenvertreter um ein Resümee des letzten Jahres und einen Ausblick für das laufende Jahr gebeten. Dabei wurde deutlich, dass Österreichs Wochenzeitungen die Krise als Chance sehen und an den Herausforderungen wachsen wollen. So viel voraus: Regionale Berichterstattung wird auch 2021 Fokus der Branche bleiben.

„Härtetest hat funktioniert”

Gerhard Fontan, Vorstand der RMA, sagt, die „Ereignisse des letzten Jahres haben in einigen Bereichen wie ein Boost auf unsere strategischen Maßnahmen gewirkt”. Bestehende Strukturen seien zum Teil aufgebrochen und hätten Raum für Neues gemacht. „Dieser Härtetest hat für uns gut funktioniert und uns geformt”, so Fontan. Man würde gestärkt und mit einem anderen Fokus an Themen herangehen. Zudem wollen die Regionalmedien Austria die aktuelle Disruption nutzen, um langfristig ein „hochprofitables Unternehmen weiterzuführen”.

Fontan betont, dass „die nationale Stärke mit zugleich hohem regionalem Fokus sowie die Exklusivität der RMA”, 2021 weiter gestärkt werde. Durch Initiativen wie „die Gründung der Mediendrehscheibe in Kärnten, unsere neuen innovativen Apps oder den neue Medienhub am Wiener Standort” würde das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens auch in diesem Jahr vorangetrieben werden.

Optimierung als Teil der DNA

Seitens der Tips, so Chefredakteur Josef Gruber, sehe man trotz aller Veränderungen weiterhin ein „Interesse an ausführlich recherchierten, regionalen Nachrichten aus dem persönlichen Umfeld”. Daher würde auch das Motto „total.regional” konstant umgesetzt werden. Bei Lesern würde dies positiv aufgenommen werden, was die „Zugriffszahlen auf die regionale Corona-Berichterstattung auf tips.at” zeigen würden.

Dennoch wolle man sich weiterentwickeln – eine „laufende Optimierung, sowohl inhaltlicher als auch technischer Natur”, zähle „zur DNA” des Unternehmens. Aus diesem Grund werde aktuell in ein Redaktionssystem investiert, das die zeitoptimierte Bespielung alle Nachrichtenkanäle ermöglichen soll.
Im „Zentrum der Überlegungen” würden aber die Mitarbeiter stehen. Gute Zusammenarbeit und starker Zusammenhalt würden sich in herausfordernden Zeiten zeigen, so Gruber. Den „Tips-Spirit wollen wir auch künftig weiter leben und forcieren”, führt Gruber ferner aus.

Schrittweise Erholung

Trotz aller Freude über die Teamstruktur bleibe aber ein Wermutstropfen: „Die permanente Unsicherheit über mögliche weitere Einschränkungen und Maßnahmen sorgten und sorgen bei heimischen Unternehmen für einen massiven Rückgang der regionalen Werbeausgaben”, meint der Tips-Chefredakteur. Das führe zwar zu einer „herausfordernden Zeit”, man erwarte aber, abhängig vom künftigen Verlauf der Pandemie, „eine schrittweise Erholung im Laufe des Jahres”. Konkrete Prognosen seien dennoch nur schwer möglich.

Trotzdem wolle man positiv in die Zukunft blicken. Heuer würde man das 35-jährige Bestehen der Wochenzeitung feiern. „Unsere gelebte und ehrliche Regionalität wird sowohl von Lesern als auch von Kunden besonders geschätzt; man vertraut uns”, so Gruber.

Die Rolle des Nahversorgers

Regionaliät sei auch für die berösterreichische Bezirksrundschau der entscheidende Vorteil, so Geschäftsführer Thomas Reiter. Man hätte die Rolle des „multimedialen Nahversorgers für die Oberösterreicher und Oberösterreicherinnen immer sehr ernst genommen”, meint er. Man sei im letzten Jahr für Leser und die Community „auf allen unseren Kanälen eine unverzichtbare Informationsquelle” geworden. Das vergangene Jahr hätte gezeigt, dass Menschen Informationen und Perspektiven benötigen.

Mitgenommen werde aus dem letzten Jahr zum anderen aber auch die Erweiterung des Produktportfolios um den Schwerpunkt Video. „Neben Tradition, die wir leben, wird bei uns auch Innovation großgeschrieben”, so Reiter über den neuen Kanal.
Dennoch sei das vergangene Jahr eine Herausforderung für alle gewesen, „nicht nur für die Medien”. Die Bezirksrundschau sei „recht gut durch die Krise gekommen” und sehe der zweiten Jahreshälfte „mit vorsichtigem Optimismus entgegen”, meint Thomas Reiter. Die „solide Gesamtaufstellung” – von der lokalen, über die regionale Ebene bis hin zur Einbettung in den nationalen Verbund der RMA – komme dem Unternehmen hierbei zugute.
Als regionale Wochenzeitung betreue die Bezirksrundschau Print-, Online- und Social Media-Kanäle. Darüber würden „die unterschiedlichsten Menschen” erreicht werden, sagt Reiter. Wichtiger: Man löse Emotionen aus, biete Service, mache „das Leben spürbar”. Die Nähe zum Leser bleibt also auch 2021 die Maxime der Wochenzeitungen.

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