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Die Überzeugungstäter © Heimat Wien

Team Kreativchef ­Georg Feichtinger, Digital Director Stefan Schäffer und Heimat Wien- Gründer Markus Wieser.

© Heimat Wien

Team Kreativchef ­Georg Feichtinger, Digital Director Stefan Schäffer und Heimat Wien- Gründer Markus Wieser.

Gianna schöneich 18.01.2018

Die Überzeugungstäter

Heimat Wien liebt Veränderung. Eine Geschichte über den Verlust eines ­großen Etats, zahlreiche Neukunden und die Gunst der späten Geburt.

••• Von Gianna Schöneich

WIEN. „Ich fürchte, wir müssen dem österreichischen Markt mitteilen, dass es uns auch noch die nächsten Jahre geben wird“, sagt Markus Wieser lachend. Er ist Gründer von Heimat Wien, einer Agentur, die nun zwei Jahre am Markt existiert, bereits einen Effie gewann und sich über viele namhafte Kunden freuen darf.
Das zweite Geschäftsjahr von Heimat Wien lief laut Wieser noch besser als das erste; dabei schaute sich Gründungskunde Bipa nach einer neuen Agentur um und entschied sich letztlich auch so. Diesen Verlust konnte man allerdings mehr als kompensieren und startet in das nunmehr dritte Jahr der Agenturgeschichte mit einer sehr ­guten Basis.

Breite Aufstellung
„Die Neuorientierung von Bipa hat jedoch auch viel Energie freigesetzt, sodass wir heute noch breiter aufgestellt sind. Besonders eindrucksvoll merkt man das im Digitalbereich, wo wir von Social Media-Mandaten bis hin zu großen UI/UX-Projekten (User Interface/User Experience) einiges gesammelt haben und weiter massiv ausgebaut haben“, erklärt Stefan Schäffer, Digital Director bei Heimat Wien.
Die Gewinne sind ebenso zahlreich wie beachtlich. So konnte Heimat Wien Aktionsfinder, ­Zuegg, ÖBB, Tyrolit, den Bauträger Wiener-Komfortwohnungen, A1 Digital in Deutschland und Libro auf die Kundenliste setzen.
Mit jeweils unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten: „Für die ÖBB haben wir zum Beispiel die größte Content-Kampagne umgesetzt, die das Unternehmen je gemacht hat. Wir sind dazu mit 20 Influencern durch halb Europa gejettet und haben gezeigt, was sie dabei erlebt haben“, so Georg Feichtinger, Kreativchef.

Enormes Wachstum
Es ist eine beeindruckende Kundenliste, die Heimat Wien vorzeigen kann. „Wir haben einen Kunden verloren und neun gewonnen – ein enormes Wachstum also“, so Wieser.
Dabei möchte man gar nicht in die Breite wachsen: „Wir wollen auf jeden Fall schlank und agil bleiben! Dafür suchen wir die besten Köpfe auf allen Ebenen und in allen Disziplinen. Servus@heimat.wien freut sich über jede Zuschrift …“
Derzeit arbeiten für die Agentur 17 kreative Strategen, Querdenker und Allrounder.
Mit karriere.at konnte man im zweiten Jahr des Agenturbestehens den ersten Effie gewinnen. „Das war eine unserer ersten Kampagnen überhaupt“, erzählt Feichtinger stolz (media­net berichtete). Die Kampagne sollte im Folgejahr nicht einfach weiterlaufen, sondern sich – ganz nach dem Geschmack von ­Heimat Wien, denn man bezeichnet sich selbst als „Agentur der Veränderung“ – radikal weiterentwickeln.

Weltrekord für Heimat Wien
Deshalb wurden auch aus einem datengetriebenen Ansatz heraus 40 Spots für unterschiedliche Zielgruppen und Painpoints produziert – eine völlig neue Herangehensweise in Österreich. ­(Anmerkung der Redaktion: Angst kann in vielen Fällen auch ein Grund für die Kaufentscheidung sein; den Punkt, an dem ein Mensch aktiv wird, um seine Angst zu bekämpfen, nennt man Painpoint.)
Wiederholungstäter sind sie also nicht, erklärt Feichtinger: „Wir machen nur ungern mehrmals das Gleiche. Neues dafür aber immer mit der gleichen Leidenschaft.“
So konnte man neben Effie und Erfolgen beim CCA auch international mit Gardena punkten. Und als ob das nicht genug Awards wären, holte Heimat Wien 2017 auch einen Weltrekord: Für Bipa setzte man die längste Live-Werbeschaltung der Welt um. Und wenn Heimat nicht gerade Preise für ihre ­Arbeiten einfährt, wird das eigene Büro beim Staatspreis für Design ausgezeichnet.
Daten spielen bei Heimat Wien eine ebenso große Rolle. So arbeitet man konsequent daran, sie zielführend zu nutzen und Kampagnen an ihnen auszurichten oder gar von ihnen abzuleiten.

Kooperation mit Google
Dieser Spirit begrüßt einen bereits im Eingangsbereich der Agentur, wo eine LED-Installation anzeigt, welcher Begriff gerade in dieser Sekunde am häufigsten auf Google gesucht wird. „Wir investieren viel Hirnschmalz und Energie in dieses Thema. Deshalb sind wir auch eine intensive Kooperation mit Google eingegangen. Das bedingt eine neue Arbeitsweise – und bringt neue Ansatzpunkte.“
„Wir denken kanalunabhängig, das ist sicher eine Generationenfrage. Früher konnte man es sich leisten, sehr spezifisch zu arbeiten. Heute ist ein ganzheitlicher Zugang dafür umso entscheidender – bei aller Expertise in Spezialbereichen“, beschreibt Digital Director Schäffer den Grundsatz der Agentur.

Heimat Wien verfolgt außerdem einen sehr experimentierfreudigen Ansatz, ergänzt Feichtinger: „Wir sind immer an Neuem interessiert. Neue technische Möglichkeiten eröffnen neue relevante Inszenierungen. Es ist dabei aber wichtig, das große Ganze nicht aus dem Blick zu verlieren.“ „Und sich ständig weiterzuentwickeln, laufend ­aktiv zu verändern. Wir haben die Agentur in eine Zeit der Veränderung hinein gegründet, deshalb gehen wir mit ihr auch völlig angstfrei um. Wohl die Gunst der späten Geburt …“, ergänzt Wieser.

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