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Dieses Urteil wird hohe Wellen schlagen © Gerichtshof der Europäischen Union
© Gerichtshof der Europäischen Union

Redaktion 04.09.2020

Dieses Urteil wird hohe Wellen schlagen

In einem aufsehenerregenden Verfahren hat der EuGH das EU-US Privacy Shield für ungültig erklärt.

••• Von Sascha Harold

WIEN. Am 16. Juli 2020 war es so weit: Der Europäische Gerichtshof erklärte in einem mit Spannung erwarteten Urteil das sogenannte EU-US Privacy Shield für ungültig. Demnach können personenbezogene Daten, die von europäischen Unternehmen erhoben werden, nicht mehr ohne weiteres in die USA übermittelt werden. Relevant ist das vor allem für jene, die bisher auf datenverarbeitende Unternehmen aus Drittstaaten gesetzt haben. Dass das Urteil bereits Konsequenzen hat, zeigen über 100 Anzeigen, die seither bei den jeweiligen Datenschutzbehörden eingegangen sind. Darunter auch österreichische Marken wie Geizhals, Netdoktor oder oe24.

Druck steigt weiter

Das Urteil macht klar: Der Druck auf die Datenschutzbehörden – und damit in weiterer Konsequenz auf die Unternehmen – wird weiter steigen, Abmahnungen und Bußgelder werden die Folge sein. Für datenverarbeitende Unternehmen in Europa ist jedenfalls klar, dass bei der Datenübermittlung Sorge dafür getragen werden muss, dass der Datenschutz auch von Dritten eingehalten wird.

Europäische Datenhoheit

Österreichische Agenturen, wie etwa die Dialogschmiede, setzen deshalb schon länger auf Alternativen. Man müsse jetzt EU-Lösungen in den Vordergrund stellen, heißt es vonseiten der Agentur. Was es dafür braucht: Know-how und Datenhoheit innerhalb der EU. Datenschutz wird europäische Unternehmen auch in den nächsten Jahren begleiten, daher zahlt es sich aus, jetzt aktiv zu werden. „Die Dialogschmiede sah sich immer als Vorreiter im Bereich des datenbasierten Marketings und Campaignings. Egal ob im Customer Journey Management, Marketing Automation oder Kampagnenführung zur Optimierung von Conversions – wir sind stets neue Wege gegangen, auch wenn sie steinig waren”, führt Oliver Vogel, Geschäftsführer der Dialogschmiede, aus.

Know-how-Aufbau

Die Agentur will sich so als Partner für Werbetreibende und innovative EU-Lösungsanbieter gleichermaßen positionieren. Im Netzwerk der Dialogschmiede finden sich Partner aus dem Bereich Datenschutz, Online Advertising und Marketing Automation, mit denen das Unternehmen heimische und EU-Lösungen stärken will. „Unsere Konzentration auf EU-Lösungen läuft seit einem Jahr voller Sondierungsgespräche, Schulungen und Kooperationsverhandlungen. Heute können wir selbstbewusst sagen: Wir können den Bereich des Datenbasierten Marketings mit datenschutzkonformen Lösungen aus dem EU-Raum eine Alternative zu den US-Plattformen bieten”, erläutert Vogel.

DSGVO ernst nehmen

Seit Herbst 2019 setzt die Dialogschmiede bewusst auf europäische Datenlösungen als Alternativen zu den US-Anbietern. Dabei reicht das Angebot von Analytics, Webtracking, dynamischer Contenterstellung und Predictive Scoring bis hin zu Marketing Automation und hinein in juristische Bereiche wie Consent Management-Systeme, DSGVO-Dokumentationstools und der Vermittlung von Datenschutzbeauftragten. Spätestens seit diesem Sommer müssen europäische Unternehmen die Konsequenzen der DSGVO ernst nehmen und sich den Anforderungen des europäischen Datenschutzes stellen. Das wird kurzfristig Geld und Zeit kosten. Wenn Europa hier allerdings weiterhin entschlossen handelt, ergeben sich mittel- bis langfristig Standortvorteile durch die Schaffung europäischer Alternativen im Bereich der Datenverarbeitung.

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