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Digitale Kanäle suchen ihren Platz in der ÖAK © Panthermedia.net/Daxiao Productions
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Redaktion 26.02.2021

Digitale Kanäle suchen ihren Platz in der ÖAK

ÖAK-Präsidentin Marcela Atria über künftige Aufgaben und Formate wie Podcasts oder Newsletter.

WIEN. Bei ihrer Wahl im September 2020 zur neuen ÖAK-Präsidentin und Nachfolgerin von Sibylle Callagy unterstrich Marcela Atria (Atria Media) in ihrer Antrittsrede die aktuelle und zukünftige Bedeutung der ÖAK als „harte Währung” der Medienunternehmen verlegerischer Herkunft. „Die ÖAK hat gezeigt, dass sie mit den Anforderungen der Zeit geht und den digitalen Transformationsprozess der Verlage begleitet”, so Atria damals.
Nun, ein knappes halbes Jahr später, bat medianet sie anlässlich der diese Woche präsentierten ÖAK-Zahlen um einige Antworten.

medianet: Frau Atria, Sie haben die ÖAK-Präsidentschaft im September 2020 übernommen – und 2020 war kein besonders ‚lustiges' Jahr für die heimischen Medien. Mit welchen Plänen sind Sie denn angetreten und konnten Sie aufgrund der derzeitigen Situation schon etwas davon umsetzten?
Marcela Atria: Das Ziel ist, die Zukunftselastizität der ÖAK beizubehalten – dadurch gibt es immer etwas zu tun. Vor meiner Präsidentschaft waren die großen Themen ePaper und die Vorbereitung von Paid Content. In naher Zukunft werden wir uns mit der optimalen Abbildung von Podcasts und Newsletter beschäftigen. Für die weitere Zukunft begleitet mich die Gewissheit, dass die ÖAK so aufstellt ist, dass sie diese gut meistern wird. Oder anders gesagt: Was auch immer einer Abbildung bedürfen wird, wir werden es abbilden!

medianet:
Für wie wertvoll schätzen Sie den Umstand ein, dass trotz des turbulenten Jahres doch fast alle Medien für 2020 eine Meldung abgegeben haben und welche Bedeutung hat das für die ÖAK als ‚harte Währung' der heimischen Medienszene?
Atria: Die Meldung fast aller Medien ist ein unschätzbar wertvolles Zeichen aller Mitglieder an die ÖAK selbst und an die werbetreibende Wirtschaft. Es ist ein Vertrauensbeweis an den Markt und ein Respekt der Mitglieder untereinander.

medianet:
Wie schätzen Sie den Umstand, dass Gratismedien wie Heute oder Österreich bzw. oe24 die Meldung aufgrund der besonderen Umstände für gewisse Zeiträume ausgelassen haben?
Atria: Die Coronakrise hat manche Medien härter getroffen als andere. Vor allem Medien, die bei ihrer Verbreitung auf die Mobilität der Bevölkerung setzen, sind vom Lockdown besonders stark getroffen worden – das sind nicht nur Heute, Österreich und oe24). Eine Katastrophe verlangt nach schnellen und ungewöhnlichen Lösungen. Daher hat die ÖAK beschlossen, im Lockdown-Jahr 2020 die Nicht-Meldung nicht zu sanktionieren. In diesem Sinne stehen wir hinter allen unseren Mitgliedern und deren nachvollziehbaren Entscheidungen.

medianet: Mit den aktuellen Zahlen weist die ÖAK auch erstmals die Kategorie ‚Paid Content' aus und schließt damit eine weitere Lücke in der Darstellung valider Werbeträgerdaten. Mit an Bord sind aktuell DiePresse.com, tt.com und die vn.at. Wie zufrieden sind Sie mit diesem Schritt und wie soll es in diesem Bereich weitergehen?
Atria: Ich bin sehr zufrieden und nehme Ihre Frage gleich zum Anlass, mich bei den mutigen Erstmeldern zu bedanken. Auch ePaper hat klein angefangen und ist heute aus der ÖAK nicht mehr wegzudenken. Paid Content ist die Zukunft. Wir sind zuversichtlich, dass bald weitere Medien das Angebot der Erfassung von Paid Content annehmen werden.

medianet:
Frage zum Schluss: Die ÖAK hat sich entschlossen, keine Abgrenzung für die vom Lockdown betroffenen Zeiträume vorzunehmen – vor allem für Gratismedium ein wichtiger Aspekt. Was sprach dagegen?
Atria: Wenn unter ‚Abgrenzung' die Möglichkeit gemeint ist, dass sich im Lockdown jedes Medium die beste Woche aussucht, muss ich antworten, dass dies nicht der Zweck der ÖAK ist. Der Zweck ist die Beschaffung, Bereitstellung und Veröffentlichung von vergleichbaren und objektiv ermittelten Daten für die werbetreibende Wirtschaft. Die ÖAK bildet ab, was ist. Und das pro Halbjahr. (mab/fej)

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