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Drei bilanziert ein Pandemiejahr © APA/AFP/Fabrice Coffrini
© APA/AFP/Fabrice Coffrini

Redaktion 26.03.2021

Drei bilanziert ein Pandemiejahr

Stabile Entwicklung der Geschäftszahlen im vergangenen Jahr. Schnellst wachsender TV-Anbieter in Österreich.

WIEN. „Das beste Service ist uns inmitten der Pandemie wichtiger als das beste Ergebnis”, so Drei-CEO Rudolf Schrefl bei der Online-Pressekonferenz des Multimediaanbieters am gestrigen Donnerstag. „Durch Kurzarbeit und Staatshilfen hätten wir den Gewinn natürlich aufbessern können. Mit Blick in die Zukunft wird sich die Tatsache, dass wir verlässlich für unsere Kunden da waren, aber weit mehr bezahlt machen als einmalige Kurzarbeitshilfen.” Was jedoch gebraucht werde, seien faire Rahmenbedingungen, „damit wir 5G zu allen großen und kleinen Unternehmen, zu allen Haushalten in der Stadt und am Land und den Aufschwung zurück nach Österreich bringen können”.

Schrefl steht seit 1. Februar 2021 als Nachfolger des langjährigen CEOs Jan Trionow an der Spitze von Drei Österreich. Trionow wird Mitte 2021 aus dem Unternehmen ausscheiden.
Drei hat im vergangenen Jahr seinen Marktanteil in Österreich weiter ausgebaut; neue Kunden wurden vor allem im Festnetz-Internet und als TV-Anbieter dazugewonnen.

Signifikante 5G Coverage

In Summe hat das Unternehmen im Pandemie-Jahr 2020 eine stabile Entwicklung der Geschäftszahlen erzielt. Erstmals hat Drei über eine Mio. Terabyte im Mobilfunknetz übertragen, ein Drittel mehr als im Jahr davor. In den kommenden Jahren will Drei laut Schrefl Rekordinvestitionen tätigen und das größte 5G-Netz Österreichs errichten.

Mit 5G versorgt Drei mittlerweile schon Ballungszentren in allen neun Bundesländern und erreicht in allen Landeshauptstädten (ausgenommen Eisenstadt) eine signifikante 5G Coverage mit Spitzendatenraten von mehr als einem Gigabit pro Sekunde.

Weniger Shop-Verkauf

In dem bei Drei traditionell starken Endgeräte-Verkauf hat der coronabedingt eingeschränkte Shop-Betrieb zu Umsatzausfällen geführt; der Gesamtumsatz (Total Revenue) sank deshalb leicht um knapp zwei Prozent auf 850 Mio. €. Ohne Berücksichtigung der Endgeräte-Erlöse blieb der Umsatz im Geschäftsjahr 2020 praktisch unverändert, ebenso der Average Revenue per Active User (ARPU) mit 20,53 €. Roaming-Ausfälle konnte Drei durch Neuverträge „mehr als kompensieren”. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) stieg um ein Prozent auf 378 Mio. €. Nach Abschreibungen sank das Betriebsergebnis (EBIT) wegen hoher Netz­investitionen um drei Prozent auf 226 Mio. €. Die Kundenzahl reduzierte sich um vier Prozent auf 3,72 Mio., was laut Schrefl auf eine Bereinigung um inaktive Wertkartenkunden zurückzuführen ist.

Business-Portfolio wächst

Im Business-Segment hat Drei sein Portfolio 2020 deutlich erweitert. Im August wurde mit SD-WAN eine flexible, software-basierte Vernetzung für Firmen gestartet, die teure Mietleitungen ersetzt. Für kleinere Firmen bietet Drei neue gehostete Telefonie-Lösungen auf SIP-Basis, Hardwarepools und Innovationen wie digitale Werbetafeln für Kaufleute an. Mit TÜV-zertifizierten Bewegungsstromanalysen aus anonymisierten Mobilfunkdaten liefert Drei zudem Einblicke in die Mobilität der Österreicher.

Zu den Auswirkungen des verschärften Lockdowns in Ostösterreich über Ostern meinte Schrefl, er gehe davon aus, dass die Handyshops – wie schon bei den vorangegangenen Lockdowns – offenhalten werden. (sb)

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