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Eine Heimat für alle © Friedrich Michael Jansenberger

Stefan Grampelhuber ist seit Juli 2021 Generalsekretär des PRVA.

© Friedrich Michael Jansenberger

Stefan Grampelhuber ist seit Juli 2021 Generalsekretär des PRVA.

Redaktion 10.12.2021

Eine Heimat für alle

Der Public Relations Verband Austria (PRVA) will die Vielfalt der Branche zukünftig noch stärker abbilden.

••• Von Sascha Harold

WIEN. Seit Juli 2021 ist Stefan Grampelhuber Generalsekretär des PRVA. Mit medianet spricht er über Ethik in der PR und den Wandel im Verband.

medianet:
Ethische Grundsätze werden in der Öffentlichkeitsarbeit immer wichtiger. Welches Rezept hat der PRVA gegen Polarisierung und Populismus?
Stefan Grampelhuber: Dialog­orientierung. Wir im PRVA wollen einen Ansatz fördern, der Menschen wieder zusammenbringt und Kompromisse ermöglicht. Das ist zwar ein langwieriger, mühsamer Weg, aber damit fördern wir eine demokratische Grundhaltung. Wir wollen eine Atmosphäre, in der es möglich wird, wie damals im ORF ‚Club 2', bis spät in die Nacht ein Thema zu diskutieren – so lange, bis alles gesagt ist.

medianet:
Gibt es konkrete Angebote in Sachen Ethik?
Grampelhuber: Wir haben das österreichische PR-Gütezeichen als Standard für Qualität und Ethik geschaffen, setzen auf Weiterbildung und Sensibilisierung. Weiters hat der PR-Ethikrat einige konkrete Service-Angebote für Kommunikationsfachleute entwickelt. Etwa der ‚Influencer-Check' in Bezug auf eine ethisch einwandfreie Zusammenarbeit mit Personen, die eine starke Präsenz auf Instagram, Facebook und Co. haben. Damit wollen wir die korrekte Kennzeichnung werblicher Inhalte in den Sozialen Medien fördern.

medianet:
Der PRVA befindet sich gerade im Wandel – wohin führt der Weg?
Grampelhuber: Die Kommunikationsbranche entwickelt sich rasant. Befördert wird das durch neue Technologien, eine zunehmende Vernetzung und eine enorme Beschleunigung in der Art und Weise, wie wir Menschen oder auch ganze Organisationen kommunizieren. Damit muss auch der PRVA Schritt halten und letztlich auch die Vielfalt der Branche abbilden. Das ist das Ziel der aktuellen Verbandstransformation.

medianet:
Und wohin geht die Reise?
Grampelhuber: Wir haben diesen Prozess im vorigen Sommer gestartet und in einem ersten Schritt in Arbeitsgruppen Standpunkte einzelner Mitglieder eingeholt. Das ist die Grundlage für eine repräsentative Erhebung unter allen PRVA-Mitgliedern, die wir in den nächsten Wochen mit einem externen Partner durchführen werden. Es geht aber auch darum, dass der PRVA für Kommunikationsdienstleister attraktiv wird, die von sich nicht behaupten würden, ‚PR zu machen' – etwa Event­agenturen, Employer Branding-Fachleute oder Content Marketing-Spezialisten. Der PRVA will zur Heimat der gesamten Kommunikationsbranche werden.

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