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Es bleibt spannend bis zum Schluss
Redaktion 14.05.2021

Es bleibt spannend bis zum Schluss

Es war noch nie so sicher und so unsicher ­zugleich, wer neuer ORF-Generaldirektor wird.

Kommentar ••• Von Dinko Fejzuli

ALEX DER EWIGE? Schon seine dritte Wahl im August 2016 als ORF-Generaldirektor galt als unvergleichlich und als taktische Meisterleistung. Nun will es Alexander Wrabetz nochmals wissen und den ORF in eine vierte Amtszeit führen – etwas, was bisher niemandem gelungen ist.

Dass er es kann, hat er bisher hinreichend bewiesen. Corona hat vor allem in 2020 sicherlich etwas nachgeholfen, als sich die Menschen wieder vermehrt vor den TV-Schirmen versammelt haben und hier, wie es scheint, vor allem, aber nicht nur, öffentlich-rechtlichen Sendern ihr Vertrauen geschenkt haben.

Freund, Feind, Parteifreund

Vordergründig scheint die ÖVP mit seiner Art, den ORF zu lenken, zufrieden. Aus Sicht der Wrabetz-Kritiker übrigens nicht gerade ein Kompliment, meinen doch manche, im ORF würde man der ÖVP etwas zu sehr entgegenkommen. Vor allem die ‚ZIB1' steht immer wieder in der Kritik.

Und nun stellt sich die Frage: Nutzt die ÖVP ihre Chance und drückt mit ihrer Mehrheit einen ‚eigenen' Kandidaten als neuen ORF-Boss durch oder werden die ÖVP-Vertreter mit anderen neuerlich den amtierenden Generaldirektor in seiner Position bestätigen?

Wenn es gut läuft, hängt es natürlich davon ab, mit welchem Konzept er sich bewirbt. Läuft es schlecht – für den ORF –, wird die ÖVP „durch­ziehen”, wie mir eine mit der Sache vertraute Person verriet, und es gibt einen Wechsel, streng nach Parteifarbenlehre an der ORF-Spitze.

Es ist auch nicht sicher, dass der Kanzler allein entscheidet, wer künftig oben am Küniglberg sitzt. Die ÖVP war und ist so aufgestellt, dass trotz der Kurz-Jahre, die einen anderen Eindruck hinterlassen mögen, viel davon abhängt, was die Länder (Ostachse vs. Westachse, aka ÖVP NÖ) wollen und bei wem sie glauben, ihre Interessen am besten durchsetzen zu können.

Manche meinen sogar bösartig: Früher hätte die ÖVP einen ORF-Kandidaten gehabt, aber keine Mehrheit, nun habe sie die Mehrheit, aber keinen Kandidaten.

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