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Es geht um 5.000 Jobs pro Tag © Paul Christian Jezek
© Paul Christian Jezek

Redaktion 23.08.2019

Es geht um 5.000 Jobs pro Tag

Saxoprint hat u.a. in eine neue Heidel­berg-Großformatmaschine investiert und offeriert ein neues Reseller-Modell.

••• Von Paul Christian Jezek

Die Online-Druckerei Saxoprint mit Zentrale in Dresden hat in den vergangenen Jahren jeweils zweistellige Umsatzzuwächse verzeichnet. Mit 80% sind Standarddrucksachen im Akzidenzbereich wie Flyer, Poster, Kataloge und Broschüren nach wie vor Schwerpunkt bei den Kundenaufträgen, wobei die Themen Verpackung und Veredelung einen großen Wachstumsmarkt darstellen. Das Produktspektrum hat sich dabei insgesamt deutlich erweitert.

„Unser Geschäftsmodell basiert auf der Kostenführerschaft”, erklärt CEO Klaus ­Sauer im Exklusivinterview mit media­net. „Mit speziellen ­Algorithmen werden die Aufträge, die über den Webshop eintreffen, in Sammelformen gebündelt und auf die jeweiligen Ma­schinen verteilt. Bei Saxoprint ist jeder Auftrag individuell: Wichtig sind, neben einem guten Preis, Liefertreue und Schnelligkeit.”


medianet:
Herr Sauer, wie darf man sich Ihr Alltagsgeschäft vorstellen?
Klaus Sauer: Bei uns bestellen Kunden aus ganz Europa – von Geschäftskunden über Privatpersonen bis zu Agenturen oder Resellern, die inzwischen einen Großteil der Aufträge auslösen und für die wir Saxoprint.pro entwickelt haben.

Dieses neue Online-Druckportal – im Prinzip ein online-basierter Werkseinkauf – richtet sich an Reseller von Druckerzeugnissen und offeriert einen exklusiven Zugriff auf beste Konditionen. Saxoprint.pro ist Anfang des Jahres erfolgreich in Deutschland gestartet und steht seit einigen Tagen auch in Österreich zur Verfügung.


medianet:
Ihr Geschäftsmodell unterscheidet sich ja deutlich von dem einen oder anderen ,großen' Mitbewerber, der demnächst aus dem Markt austritt.
Sauer: Schauen Sie, bei Saxoprint werden Tag für Tag im Drei-Schicht-Betrieb bis zu 5.000 Aufträge produziert, was mit hoher Effizienz und Schnelligkeit geschieht.

Solche Vorgaben zu erfüllen, ist nur mit industrialisierten Prozessen und modernstem Equipment möglich. Um dies realisieren zu können, hat Saxoprint in den vergangenen sieben Jahren mehr als 70 Millionen Euro in neue Lösungen und Druckmaschinen investiert.


medianet:
Herr Aloé, als Bereichsleiter Druck haben Sie sich wohl über die neueste Innovation besonders gefreut?
Thomas Aloé: Völlig richtig, denn unsere neueste Installation im Drucksaal hat es mit fünfzig Metern Länge wahrlich ,in sich': Diese Heidelberger Speedmaster XL 162-Achtfarben-Wendemaschine (siehe Bild auf Seite 24 oben) verfügt immerhin über den weltweit ersten Rollenquerschneider CutStar.

medianet:
Worum handelt es sich dabei und was bringt diese innovative Maschine?
Aloé: Die Speedmaster XL 162 mit dem CutStar ist seit Jänner fester Bestandteil unseres Maschinenparks und produziert zuverlässig zahlreiche Aufträge – unsere bisher erzielten Erfahrungen sprechen für sich!

medianet:
Verraten Sie uns ein paar technische Details?
Sauer: Auf eine Rolle Papier mit bis zu 3,2 Tonnen Gesamtgewicht passt so viel Material, wie auf drei bis vier Paletten.

Dank weniger Rüst- und Stopp­zeiten sowie störungsfreier Laufstabilität ist die Speedmaster XL 162 doppelt so effizient; die Schneidgüte des CutStar hat eine Toleranz von kleiner als 0,3 Millimeter und liegt weit unter der von industriell gefertigten Papierstapeln. Somit können die geschnittenen Bogen in der Auslage direkt in die Weiterverarbeitung gehen.

Aloé: Der bisherige Prozess des Rüttelns auf gerade Kanten entfällt komplett!

Ein weiterer Pluspunkt ist die Doppelgreifertechnologie in der Maschinenauslage: Mit der kontrollierten Führung an Vorder- und Hinterkante wird der Bogen vom letzten Druckwerk bis auf den Auslegerstapel sicher geführt. Dadurch entfallen die benötigten Bogenbremsen und somit die druckfreien Korridore.


medianet:
Wie wirkt sich das in der Kalkulation aus?
Sauer: Weil die Druckfläche optimal ausgenutzt wird, kann auf einem einzigen Papierbogen mit einer Breite von 162 Zentimeter gleichzeitig ein Dutzend unterschiedlicher Jobs oder 400 verschiedene Visitenkarten gedruckt werden!

Dadurch haben wir es unter dem Strich geschafft, durch Innovationen und gesteigerte Effizienz die rund zehnprozentige Preiserhöhung beim Papier zu kompensieren. Das ist umso bedeutender, weil Papier einen Anteil von bis zu 30 Prozent unserer Kosten ausmacht.

Aloé: Dazu kommt, dass Papier auf der Rolle um etwa sechs Prozent günstiger ist als Papierbogen.
Sauer: Mit Heidelberg hat ­Saxoprint einen Partner, der auf Wünsche eingeht und dem wir vertrauen. Deshalb geht auch die Zusammenarbeit kontinuierlich weiter – momentan läuft ein auf drei Jahre angelegtes Integrationsprojekt, das mit dem Prinect Workflow zum autonomen ­Drucken führen soll.

medianet:
Und damit wird dann wohl das Saxoprint-Geschäftsfeld Verpackung noch weiter befeuert?
Sauer: Definitiv, wobei dies viel mit unserer unverändert innovativen Verpackungslösung easy box (siehe Bild) zu tun hat, mit der wir seit Sommer 2016 als eine der ersten Online-Druckereien mit einem entsprechenden Online-Tool für Verpackungen und Faltschachteln agieren.

Mit der Saxoprint easy box kann man unterschiedlichste Verpackungstypen bequem online in frei wählbaren Formaten und in einem 3D-Designer individualisiert und ab einem Stück bestellen.
Wer also sein Produkt durch eine individuelle Verpackung aufwerten will, ist ein potenzieller Saxoprint-Kunde – und dies ab kleinster Auflage und zu günstigen Preisen.


medianet:
Was kann man technisch zur easy box sagen?
Sauer: Mit diesem Online-Konfigurator für Verpackungen im Freiformat kann man milli­meter­genaue Verpackungsformate nach individuellen Bedürfnissen konfigurieren.

Es ist möglich, alle Verpackungsformen in den Innenmaßen frei zu konfigurieren, wodurch sich mehr als eine Milliarde (!) Varianten ergeben.
Ökonomisch gesehen, können wir dank unserer effizienten Produktionsprozesse zu diesem enormem Gestaltungsspielraum auch ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis garantieren.

 

medianet: Wie kann sich das bei Mikroaufträgen rechnen?
Sauer: Ganz am Anfang gab es noch eine Mindestbestellanzahl von 100 Stück, inzwischen bieten wir tatsächlich standardmäßig auch Einzelstücke an.

Eine solche Musterproduktion erfolgt gegen eine Schutzgebühr, die bei einer nachfolgenden Verpackungsbestellung verrechnet wird. Dazu bekommt man einen entsprechenden Gutschein per Mail im Anschluss an die Warensendung. Der Versand ist standardmäßig kostenfrei.


medianet:
In Sachen Vertriebsanbahnung haben Sie – wie ja auch medianet – die Möglichkeit eines professionellen Callcenters für sich entdeckt?
Sauer: Ja, wir nehmen Kundenservice sehr ernst und betrachten es als eine unserer wesentlichen Stärken. Beispielsweise werden internationale Kunden in ihrer Muttersprache von Native Speakern betreut.

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