MARKETING & MEDIA
Es ist nicht alles grün, was glänzt © Christian Jungwirth

Carola Purtscher.

© Christian Jungwirth

Carola Purtscher.

Redaktion 04.02.2022

Es ist nicht alles grün, was glänzt

Die nachhaltige Transformation unserer Gesellschaft und Wirtschaft ist eine riesige Aufgabe und nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen.

Gastkommentar ••• Von Carola Purtscher

WIEN. Wenn der Begriff „Nachhaltigkeit” fällt, kommt in der Regel im nächsten Satz „PR-Schmäh” oder „Greenwashing” vor – gefolgt von zu kurz greifenden Verallgemeinerungen wie: „Die bösen PR-Abteilungen decken ökologische Probleme mit einem grünen Mäntelchen zu.” Oder: „Die PR täuscht die Konsumenten mit grünen Bildchen, mit Siegeln und Logos.”

Ich möchte gar nicht bestreiten, dass so etwas geschieht. Wahrscheinlich sogar viel zu häufig.
Die EU hat sich bereits dieses Themas angenommen und durchsucht in regelmäßigen Abständen Websites nach „ökologischer Schönfärberei”. Dabei kam heraus: Mehr als ein Drittel der untersuchten Unternehmen benutzen Worte wie zum Beispiel „grün”, „bewusst” oder „umweltfreundlich”. In über der Hälfte der Fälle fehlen dafür jedoch konkrete Belege. Transparenz geht anders.
Hinter dem „Greenwashing-Trend” steht eigentlich ein glücklicher Umstand. Denn in unserer Gesellschaft steigt das Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, und darauf reagieren Unternehmen. Aus meiner Sicht und Erfahrung besteht der Königsweg darin, in der Kommunikation stets ehrlich zu bleiben. Und zur ganzen Wahrheit gehört Mut. Mut zur Selbstreflexion, Mut zur stetigen Verbesserung und der Mut, extern, aber auch intern einzugestehen, dass nicht alles tatsächlich grün ist, was glänzt.
Die nachhaltige Transformation unserer Gesellschaft und Wirtschaft ist eine riesige Aufgabe und nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen. Niemand von uns handelt zu hundert Prozent nachhaltig, aber wir möchten im Rahmen unserer Möglichkeiten Schritt für Schritt unseren Beitrag zum Ziel leisten.

Bei den Fakten bleiben

Mit diesen Teilerfolgen – finde ich – darf ein Unternehmen gerne an die Öffentlichkeit treten: faktenbasiert, nachvollziehbar und ohne Aufbauschen. So verstehe ich ethische PR, die einen Unterschied macht und ehrliche, spannende Geschichten erzählt. Und ich weiß, dass wir PR-Experten nicht nur mit Integrität kommunizieren, sondern auch einen grünen Wandel in Unternehmen anstoßen. Weil wir genau wissen, wie wichtig das Thema für uns alle ist.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL