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Frischer Werbe-Wind für die Roten
Redaktion 23.09.2022

Frischer Werbe-Wind für die Roten

Fünf Jahre nach Christian Kern macht die SPÖ wieder einen aufgeweckteren Eindruck.

Leitartikel ••• Von Sabine Bretschneider

ANPFIFF. Die heimischen Sozialdemokraten rüsten kommunikativ auf: Erst kürzlich war der Ex-Chefredakteur und -Geschäftsführer des von Peter Pilz gegründeten Mediums „Zackzack”, Thomas Walach, samt mehr als 30.000 Followern ins SPÖ-Kommunikationsteam gewechselt. Der Journalist, Historiker, Autor, Medientheoretiker, Hochschullehrer und Hobby-Bienenzüchter ist seit Anfang September CvD für die – durchaus verbesserungswürdige – digitale Kommunikation von Bundespartei und Parlamentsklub.

Etwa zur gleichen Zeit entdeckten SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, vielfach für eine gewisse Medienscheu und nicht verwertete Elfmeter im politischen Match gescholten, im Doppel mit Vorgänger Christian Kern ein gemeinsames Faible für Energiekrisenpläne. Und am Dienstag wurde bekannt, dass die Hamburger Kommunikationsagentur BrinkertLück Creatives künftig die SPÖ-Bundespartei bei Kampagnen betreut.
Warum ausgerechnet BrinkertLück? „Frag nach bei Bundeskanzler Olaf Scholz”, twittert Walach. Die Agentur zeichnete auch für die SPD-Kampagne im Bundestagswahlkampf 2021 verantwortlich. Firmengründer Raphael Brinkert war davor auch für Angela Merkel tätig gewesen.

Raphael „Rapha” Brinkert beschreibt sich als „kreativen Kopf des SPD Wahlkampfs 2021, Deutschlands meistausgezeichneten Sport-Marketer, Gründer von BrinkertLück und Jung von Matt/sports”. Seit 2018 ist er selbstständig, 2020 holte er den erfolgreichsten Werber der Schweiz, Dennis Lück, in die Agentur. Seine Arbeiten gewannen über 500 Preise bei Kreativ-, Effizienz-, Digital- und Sponsoringwettbewerben.

Kritik am steifen Instagram-Account von Olaf Scholz wies der Polit-Marketer dem Mediendienst turi.de gegenüber mit „Deutschland hat einen Staatsmann zum Bundeskanzler gewählt und nicht einen Partyclown, Popstar oder Influencer” zurück. Und: Man habe jüngst gesehen, dass man Kanzler werden könne, „ohne die Bild-Zeitung an der Seite zu haben”. Spannend.

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