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Für den Kunden jetzt alles aus einer Hand © Martina Berger

Michael Mehler, Geschäftsführer der ghost.company, und Johannes Martschin, Geschäftsführer von Martschin & Partner.

© Martina Berger

Michael Mehler, Geschäftsführer der ghost.company, und Johannes Martschin, Geschäftsführer von Martschin & Partner.

Redaktion 03.07.2020

Für den Kunden jetzt alles aus einer Hand

Agenturchefs der ghost.company und Martschin & Partner über den Entschluss zur neuen Kooperation.

••• Von Nadja Riahi

Gemeinsam statt gegeneinander – die ghost.company Werbeagentur und die PR-Agentur Martschin & Partner haben sich entschlossen, gemeinsam auf den Markt zu gehen. medianet sprach mit Michael Mehler (CEO ghost.company) und Johannes Martschin (CEO Martschin & Partner) über Vertrauen, Kommunikation und Digitalisierung.

 

medianet: Herr Martschin, Herr Mehler, wie ist die gemeinsame Kooperation zwischen Martschin und Partner und der ghost.company entstanden?
Michael Mehler: Wir sind uns gegenseitig zwei, dreimal hintereinander in der medianet X night auf der Bühne begegnet. Im letzten Jahr haben wir – als Full Service Agentur und Digitalagentur – die Plätze 2 und 3 belegt, und auch Martschin und ­Partner ­waren als PR-Agentur – zum zweiten Mal – am 3. Platz. Diese Beständigkeit hat mir gefallen. Im Gespräch haben wir entdeckt, dass es außer Kommunikation eine weitere gemeinsame Leidenschaft gibt – die Musik. Da unsere Agentur ein großes Spektrum anbietet, aber definitiv nicht PR, haben wir uns zu einer Zusammenarbeit entschlossen. Die ersten Tests haben sehr gut funktioniert. Darüber war ich sehr glücklich – denn wir haben schon lange nach einer Möglichkeit für eine 360 Grad-Betreuung gesucht, also nach einer PR-Agentur, mit der wir uns blind verstehen. Denn ich möchte in einen Pitch mit einer perfekt abgestimmten Strategie gehen. Und das macht der Hannes.
Johannes Martschin: Ich glaube, das gegenseitige Vertrauen ist ein wesentlicher Schlüssel unserer Zusammenarbeit und auch für die Kunden. Im Normalfall hat eine beauftragte Agentur nur für einen oder zwei der drei Kommunikationskanäle – Paid Media, Earned Media oder Owned media – die Expertise und den Auftrag. Werbeagenturen spezialisieren sich auf Paid Media und PR-Agenturen auf Earned Media. Owned Media ist eine Überschneidungsbereich beider Agenturen. Wir haben beide den Anspruch ‚360 Grad'. Uns interessiert immer das ­Ganze.

Wir blicken deshalb auch immer gemeinsam über den Tellerrand und nehmen einander nichts vom Kuchen weg. Das ist der entscheidende Kundenvorteil dieser Kooperation. Der Kunde kann sich sicher sein, dass wir am optimalen Ausbau seiner drei Medienkanäle interessiert sind. Wir bieten potenziellen Neukunden dazu auch ein gratis Erstgespräch, einen Vorabcheck sozusagen.


medianet:
Wie sieht dieser Check aus?
Mehler: Man kann sich das vorstellen wie einen Arztbesuch. Die Fakten werden offen auf den Tisch gelegt. Wir wollen wissen, welche Strategie hinter der Kampagne steht, welche Kommunikationskanäle derzeit wie bedient werden. Welche Resultate wurden erzielt? Wie hoch sind die Spendings? Passt die Kampagne zum Markenimage? Wie ist die Meinung der Öffentlichkeit? Was interessiert die Website-Besucher? Die Kommunikationswelt ändert sich rapide – da ist so ein Check sehr sinnvoll.
Martschin: Es ist quasi eine Gesunden-Untersuchung für Unternehmen. Know-how und Evaluierung sind dabei der eine Grundstein, heute lässt sich bereits viel messen. Ehrlichkeit und Offenheit sind zwei weitere Grundsteine. Ich kann verstehen, dass es nicht jedem Unternehmer liegt, sich in die Karten schauen zu lassen, aber anders funktioniert es nicht. Die Karten müssen offen auf den Tisch gelegt werden, selbstverständlich unter dem Siegel strengster Vertraulichkeit, die wir den Kunden schriftlich garantieren.

medianet:
Sie haben das Thema Vertrauen angesprochen. Wie wichtig ist dieses zwischen Ihnen beiden untereinander, aber auch das Vertrauen der Kunden in einer so herausfordernden Zeit, wie wir sie gerade durchleben?

Mehler: Das Vertrauen zwischen uns, das ist eine Geschichte, an der möchte ich nicht arbeiten müssen. Das muss von vornherein da sein und hängt auch mit Sympathie, Ehrlichkeit und Fairness zusammen. Das einzige, worüber wir uns vielleicht streiten könnten, ist der letzte Schluck aus einer Weinflasche, aber selbst den würden wir auch noch aufteilen. (lacht) Das Vertrauen der Kunden ist wichtig – wir stehen in puncto Kundenzufriedenheit auf Platz 1. Und Kundenzufriedenheit hängt sehr viel mit Vertrauen zusammen.

Martschin: Auch wir belegen in der Kategorie Kundenzufriedenheit aktuell übrigens den Platz 2 unter den PR-Agenturen. Zum Stichwort Vertrauen: Speziell die Angebote, die aus unserer Kooperation heraus entstanden sind – allen voran die Beratung, bei der es immer ans ‚Eingemachte' geht –, machen ohne Vertrauen gar keinen Sinn. Vertrauen ist die Basis für alles Weitere.

medianet:
Die aktuelle Krise hat der Digitalisierung noch einen Boost gegeben. Seminare wurden zu Webinaren, persönliche Gespräche zu Videocalls und das Zuhause zum Büro. Welche Entwicklungen nehmen Sie ­beide während dieser Zeit wahr?
Mehler: Wir haben uns eine eigene Webinar-Software zugelegt, die wir, in einem attraktiven Paket gepackt, unseren Kunden anbieten – ein Thema, mit dem wir uns intensiv beschäftigt haben. Auch unsere Mitarbeiter waren zu Beginn der Krise im Homeoffice. Aber wir haben entdeckt, dass das für unsere Arbeitsweise gar nicht passt. Uns fehlte der persönliche Austausch, die direkte Kommunikation und die kreative Teamarbeit, abgesehen vom höheren internen Kommunikationsaufwand. Aber was bleiben wird, sind so manche Videokonferenzen.

Der Frühflug nach Düsseldorf und der verspätete Heimflug am Abend werden sicher weniger. Was war noch? Ach ja, TV konnte wieder (einmal) glänzen mit der Berichterstattung und der ­Nutzung. Ähnlich entwickelte sich die Online-Nutzung. Echt stark.

Martschin: In Krisenzeiten wird man zunächst immer einmal auf sich selbst zurückgeworfen. Das gilt auch in der Kommunikation. Deswegen gewinnen in einer solchen Krisenzeit die eigenen Kanäle an Bedeutung.

Es ist gut, wenn ein Unternehmen schon vorher auf Krisen­szenarien vorbereitet ist. Wie die Krise im Endeffekt dann ausschaut, kann man natürlich im Voraus nicht wissen.
Social Media hat in den vergangenen Wochen von der Nutzung und vom Bewusstsein her ein wenig an Bedeutung gewonnen, aber das darf auch nicht überbewertet werden.


medianet:
Welche Vorteile haben Unternehmen, wenn sie sich für Sie beide entscheiden? Bei Ihnen kommt jetzt alles aus einer Hand …
Martschin: Es ist ein Gesamt-Röntgen-Blick, fast wie bei Superman inklusive MR und Ultraschall, um bei den Arztmetaphern zu bleiben. (lacht) Es ist wirklich ein Full-Body-Check, den wir Interessierten anbieten.
Mehler: Und die Full-Body-Behandlung im Anschluss daran teilen wir uns auf. Ich glaube, es ist ein großer Vorteil, dass das aus einer Hand kommt. Wie oft passiert es, dass Werbeagenturen und PR-Agenturen nicht abgestimmt handeln? Sondern von unterschiedlichen Entwicklungen am Markt berichten?

Das ist nicht gut, im Gegenteil, ich finde, wenn man hier perfekt zusammenarbeitet, macht man aus 1 plus 1 gleich 3. Es geht um ein gemeinsames Storytelling, es geht um die Optimierung und Verschränkung der Kampagnen.
Es geht um gewinnende Strategien.

Martschin: Der Kommunikationscheck, den wir anbieten, ist immer auch eine Themenevaluierung. Es eignet sich nicht jedes Thema für PR, genauso wie sich nicht jedes Thema als Werbeinhalt eignet.

Wir schauen uns an, welches Thema wir wo kommunizieren. Dazu gehört wesentlich die Expertise, die wir mitbringen.

Mehler: Es ist auch gar nicht mehr so leicht, wenn man sich anschaut, was heutzutage zum Beispiel online alles möglich ist beziehungsweise angeboten wird. Es gibt wahnsinnig viele Produkte – davon manche gut, andere schlecht.

Welchen Weg gehe ich als Unternehmer? Da hilft unsere Erfahrung, die die Effizienz wesentlich zu steigern.


medianet:
Der Blick in die Zukunft ist momentan noch ein recht zaghafter …
Mehler: Momentan kann man kurz- bis mittelfristig denken. Ich sage immer, ‚Wir sind die Agentur für das Jetzt'.

Wir sind nicht die Agentur, die in der Vergangenheit gut war oder die, die es in Zukunft sein möchte. Wir sind die richtige Agentur für jetzt, und diese Symbiose, die wir haben, ist für das Jetzt genau das richtige.

Martschin: Was sich zur ‚Jetzt'-Zeit zweifellos sagen lässt, ist der neue Schwerpunkt auf digitale Kommunikation.

Wir konnten für unsere Kunden digital vieles retten, sogar im Tourismusbereich. Alle Beteiligten haben dabei schnell und viel gelernt und auch neue Erfahrungen gemacht.

Mehler: Wir sind schon sehr lange auch digitale Agentur, aber unser Grundwissen im klassischen Bereich hat sich nicht geändert. Auch wir haben viel Neues dazugelernt. Ja, die Digitalisierung ist wichtig, wobei ich auch immer sage, dass die große Marke nach wie vor beides braucht: digital und klassisch. Wir haben uns auch eine PR-Agentur gesucht, die ebenfalls beides versteht und bedient.
Martschin: Wir beobachten bei unseren Kunden definitiv die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Das ist eine große Chance – wenn sie genutzt wird.
Mehler: Die Agentur zur richtigen Zeit heißt, sich immer am richtigen Ort zu bewegen und Hilfestellung zu geben, egal, was der Kunde jetzt braucht. Da ist ein hohes Maß an Flexibilität und Know-how gefragt.

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