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gosh Audio macht den Ohren Augen © Bernhard Eder
© Bernhard Eder

Redaktion 10.06.2022

gosh Audio macht den Ohren Augen

Agency Log #42: Stephan Kolber und Harald Sulzbacher bringen seit drei Jahrzehnten Firmenidentitäten zum Klingen.

••• Von Petra Stückler

WIEN. Seit 30 Jahren sind sie höchst erfolgreich mit der gosh Audio Agentur. Die beiden Masterminds Stephan Kolber und Harald Sulzbacher sprachen im Agency Log #42 mit medianet-Herausgeber Chris Radda nicht nur über die Kraft der Emotion und die Essenz des Klangs.

Audio-Branding ist ihre eigentliche Domäne und damit sorgen sie immer wieder für eine unvergessliche Customer Experience. Über 5.000 Kunden haben die beiden im Laufe der Jahrzehnte betreut.

Musikalische Wurzeln

Ihre Wurzeln liegen in der Musik. Kolber ist Tontechniker und Bassist, Sulzbacher ist Jazzpianist, Keyboarder und Komponist sowie Musikproduzent. Die beiden haben mit österreichischen Künstlerinnen und Künstlern zusammengearbeitet, darunter der kürzlich verstorbene Willy Resetarits, Sandra Pires, Christina Stürmer und Conchita Wurst.

Tausende Telefonansagen tragen die Handschrift von gosh Audio, wobei die Bezeichnung Agentur erst in den letzten Jahren aufgrund des steigenden Bedarfs nach Beratung entstanden ist.
Gerade beim Thema Audio­Branding gibt es viel im Vorfeld zu beachten, um letztendlich ein perfektes Ergebnis zu bekommen. Stephan Kolber dazu: „Audio-Branding ist die Basis und die Kernkompetenz der Agentur. Warum wir zur Agentur gewachsen sind, war der Umstand, dass die Beratung im Fokus steht, gar nicht nur die Umsetzung.”
Zentrale Fragen in der Konzeptentwicklung sind: Wie klingt ein Unternehmen, warum klingt ein Unternehmen. Wie werden Werte wie zum Beispiel die Firmenphilosophie in Töne und Klänge übersetzt? Laut Kolber gibt es hier einen Gap: „Wir fangen an mit der Beratung, dann geht es in die Konzeption und dann geht es zur Umsetzung. Audio boomt. Wir hören immer mehr, seien es Podcasts, Hörbücher, individuelle Playlisten. Radio boomt. Wir kommunizieren auch immer mehr in bestimmten und über diverse Audioschnittstellen, Stichwort VoiceCommerce.” Mit diesem Trend sind die Unternehmen gefordert, sich unverkennbar zu positionieren: „Marken müssen in der jeweiligen Situation abrufbar sein”, erklärt Kolber.

Gründe für Audio-Branding

Wie klingt die Marke? Wer ist die Marke? Wie finde ich sie? Dies sind zentrale Fragen, die durch Audio-Branding passgenau beantwortet werden können. „Marken sollten unbedingt beginnen, wenn sie es nicht schon getan haben, eine passende Audioidentität zu schaffen”, resümiert Kolber.

Gerade der deutschsprachige Raum erlebt laut Harald Sulzbacher einen Boom beim Audio-Branding. Er erklärt dies so: „Wir haben fünf Sinne und können die Signale von zwei davon über die Massenmedien transportieren, Bild und Ton. Wer auf den Ton verzichtet, verzichtet in Wahrheit auf 50 Prozent der Unternehmenskommunikation und auf ein ganz wesentliches Element: Audio kann viel mehr emotionalisieren, als Bilder es tun. Es gibt mittlerweile mehrere Studien, die zeigen, dass der Hörsinn dem Sehsinn überlegen ist. Darauf werden immer mehr Marketiers aufmerksam. Die setzen nun immer mehr auf Audio.”
Und so einfach geht es: Nach der Terminvereinbarung folgt die wichtige Konzeptphase. Gemeinsam mit dem Kunden werden die Unternehmenswerte in Sound übersetzt, ein kreativer Prozess folgt, in dem der Corporate Song, die Firmenhymne oder das Audiologo entwickelt werden und in allen Bereichen stringent umgesetzt werden sollten, wie Stephan Kolber nachdrücklich betont: „Stringenz ist dabei ganz wichtig. Eine Audioidentität ist nur dann gut und richtig, wenn sie auch genau nachverfolgt und oft kommuniziert wird. Da sind wir bei der Audiostrategie, denn das Ganze bringt nur dann etwas, wenn ich es stringent umsetze.”
Beratung, Konzeption, Kreation – in der gosh Audio Agentur werkt man mit Herzblut an der Audio-Identität von Unternehmen und Marken. „Wie diese klingen, ist ein sehr interessantes Betätigungsfeld, und wir finden uns immer wieder in der Rolle, uns auch musikalisch betätigen zu können. Wir waren immer sehr breit aufgestellt, von Rock zu Schlager, von Dradiwaberl zu Brunner und Brunner. Das kommt uns beim Audiobranding zugute”, freut sich Kolber.
Denn Authentizität sei gerade beim Audiobranding besonders wichtig. Man müsse die Essenz herauskristallisieren und danach entscheiden, in welchem Genre man diese abbildet.
Bisher wurden 80 große Audio-Branding-Projekte für Kunden abgewickelt und es gab nur einmal den Fall, dass man nochmal an den Start gehen musste.
Bei allen anderen war es mit der von Kolber und Sulzbacher entwickelten Systematik eine Punktlandung, wie sie im Gespräch bestätigen. „Wir wollen unsere langjährige Erfahrung auch im künstlerischen Bereich einbringen und können das auch ganz gut. Das ist auch der Grund, warum wir derzeit ganz gut gebucht sind”, subsumiert Sulzbacher die Situation.
Doch es gibt noch ein weiteres Geschäftsfeld, das die beiden musikalischen Masterminds vorantreiben: Es ist eine Schnittstelle zwischen Fixed Line und Handy, mit dem Namen „Mobilboxmanager”. Dies ist ein Abwesenheitsassistent, der übernimmt, wenn man in einer Besprechung ist, der informiert, wann man wieder da ist und wer die Vertretung übernimmt.
„Das System wurde ursprünglich für A1 programmiert; mittlerweile funktioniert es für alle Provider, in Kürze wollen wir es in VoiceMail Manager umbenennen”, schildert Sulzbacher

Leiwande Sache

„Wow, leiwand” heißt „gosh” ins Deutsche übersetzt. Als man den Namen vor drei Jahrzehnten in einem Brainstorming gefunden hatte, drückte der alles aus, was die beiden Gründer sagen wollten. Das gilt bis heute. „Wir sind realistisch in unserer Einschätzung, dass sich der Markt noch viel mehr entwickeln wird. Man ist gerade erst draufgekommen, welche Kraft Audio im emotionalen Bereich hat”, so Sulzbacher.

Den gesamten Agency log #42 sehen Sie hier:

https://tv.medianet.at/video/agency-log-guardians-publicity
Redaktion TV: Andy Marada

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