MARKETING & MEDIA
Ich, ich und nochmal ich
Jürgen Hofer 23.10.2015

Ich, ich und nochmal ich

Pressekonferenzen, Buchpräsentationen, Fachvorträge, Podiumsdiskussionen: Sie sind überall. Mitten unter uns. Nein, die Rede ist nicht von der Gattung der sogenannten Earl of Sandwiches, welche landauf und landab die kostenlosen Buffets dieser Republik plündern, wie eine biblische Heuschreckenplage, sondern von den schonungslosen Selbstinszenierern, die einfach nicht wegzukriegen sind. Kaum wird ein Mikrofon erhascht und ergibt sich die Möglichkeit zu einer Frage aus dem Publikum, schlagen sie ohne Rücksicht auf Verluste zu. Dann eröffnen sie ihren zumeist sinnlosen oder thematisch irrelevanten Monolog, kontern nach einem oberlehrerhaften „Was zum Thema noch gesagt werden müsste…” mit unendlich langen Referaten oder – und das sind die wirklichen Quälgeister solcher Veranstaltungen – vermarkten sich einfach selbst. „Ich bin…”, „Ich mache…”, „Ich kann…”. Eh schön. Nur fehlplatziert. Eröffnet doch einfach einen Blog und tobt Euch dort aus. Oder schreibt Briefe an unbewohnte Adressen. Aber nervt nicht eure Mitwelt damit.

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