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Ideen zu Automobil und Autonomie
sabine bretschneider 18.05.2018

Ideen zu Automobil und Autonomie

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Oder: Der Einfluss Chinas auf die Automobilindustrie.

Leitartikel ••• Von Sabine Bretschneider

 

STOPP. Die globale Automobilindustrie steckt in einem fundamentalen Wandel. E-Mobilität und sich zunehmend in Richtung Autonomie emanzipierende Fahrzeuge treiben die klassischen Hersteller, die klassischen Zulieferer – und die traditionellen Werkstättenbetreiber – vor sich her. Und die Beschleunigung nimmt zu.

Der Verbrennungsmotor als Vorzeigemodell europäischer Ingenieurskunst schneidet bei vielen Leistungsparametern im Vergleich mit dem Elektrokollegen schon jetzt schlecht ab – und längst dreht sich die Diskussion nicht mehr um die Pferdestärken der Benzinbrüder, sondern um die Ladekapazität der Batterien. Abgesehen davon entdecken die Städter zunehmend den Reiz autofreier urbaner Mobilität. Wer für das Abstellen des Pkw im Grätzel zwar ein teures Parkpickerl hat, sonst aber nirgendwo mehr kostenfrei parken darf, kommt irgendwann drauf, dass er auf einer neuen Couch billiger sitzt – und damit im Prinzip genauso mobil ist.
Wie sich die Kfz-Branche verändern wird, damit setzt sich eine Studie der Strategieberatung Oliver Wyman gemeinsam mit dem deutschen Verband der Automobilindustrie auseinander. „Stürmische Zeiten” prognostiziert sie. 2030, heißt es, werden etwa Elektroautos rund ein Viertel des Pkw-Weltmarkts ausmachen – und China werde in der Produktion bald Europa von der Spitzenposition verdrängen. Das sollte uns auch deswegen zu denken geben, weil damit ein ausnehmend autoritär geführter Staat die Spielregeln für die Flotte der „Autonomen” auf unseren Straßen entwirft. Die künstliche Intelligenz, die – versteckt im Motorraum – beobachtet, analysiert und vernünftige Entscheidungen für Passagier und Passant trifft, ist und bleibt Science-Fiction. Sie tut vielmehr das, was der algorithmische Lehrer verordnet: Sie hält sich an vorher festgelegte Regeln. Sie haben auch gelesen, dass China mit einem Sozialkredit-Bonitätssystem unter ihren Bürgern die Spreu vom Weizen trennt? Dies könnte im Dickicht der Spielregeln zu Moral und strafrechtlicher Haftung im Straßenverkehr neue Möglichkeiten erschließen.

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