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IKT-Standort: Der Stillstand droht © AFP/Philippe Huguen

Datenhunger Neue Kommunikationsdienste beruhen vor allem auf einem hohen Datenverkehr. Hier sieht Telekomregulator Johannes Gungl noch Nachholbedarf, will Österreich als IKT-Standort nicht zurückfallen.

© AFP/Philippe Huguen

Datenhunger Neue Kommunikationsdienste beruhen vor allem auf einem hohen Datenverkehr. Hier sieht Telekomregulator Johannes Gungl noch Nachholbedarf, will Österreich als IKT-Standort nicht zurückfallen.

Dinko Fejzuli 19.05.2017

IKT-Standort: Der Stillstand droht

Telekomregulator Johannes Gungl sieht Österreich als IKT-Standort gefährdet.

••• Von Dinko Fejzuli

WIEN. „Um die Standortattraktivität Österreichs nicht zu gefährden, wären noch in dieser Legislaturperiode auf dem IKT-Sektor seitens der politischen Entscheidungsträger einige essenzielle Entscheidungen zu treffen sowie Arbeitspakete dringend umzusetzen”, sagt ­Johannes Gungl, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post. „Geschieht dies nicht, werden die Konkurrenzfähigkeit des Standorts Österreich, der IKT-Sektor und sogar Konsumentinnen und Konsumenten leiden.”

Datenhunger stillen

Als Beispiel nennt Gungl eine „Explosion des Datenkonsums”; außerdem meint er, das „Datensaugen” erfordere eine zeitgerechte ­Frequenzvergabe.

„Wir beobachten seit Monaten eine enorme Zunahme des Datenkonsums. Eine hochqualitative Übertragung von immer mehr Daten benötigt aber eine leistungsfähige, moderne Infra­struktur. Um die notwendige Rechtssicherheit für anstehende Frequenzvergabeverfahren bieten zu können, ist beziehungsweise wäre für Sommer 2017 die Novellierung des KommAustria-Gesetzes geplant. Wird die Novelle nicht verabschiedet, ist Österreich sowohl im Hinblick auf die Fahrpläne zukünftiger Frequenzvergabeverfahren als auch bezüglich seiner angestrebten 5G-Vorreiterrolle tot”, führt Gungl exemplarisch an.

Zu wenig Frequenzen

Als regelrechten Teufelskreis geißelt Gungl den Umstand, dass es zu wenig verfügbare Frequenzen gäbe, die auf der einen Seite zu einem sinkenden Wettbewerb und zu höheren Preisen führen würden, so seine Befürchtung. Gungl konkret: „Es droht aber noch eine weitere Gefahr: ­Mobilfunkbetreiber, die sich bei der Gestaltung ihres Produktportfolios auf den Schwerpunkt ‚Datenpakete' konzentrieren, brauchen zusätzliche Frequenzen wie einen Bissen Brot. Und zwar möglichst rasch. Nur dann haben sie eine Chance, auf dem Mobilfunkmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, nur dann gibt es ausreichend Wettbewerb. Kann die Regulierungsbehörde aufgrund fehlender gesetzlicher Grundlagen die Frequenzvergabeverfahren nicht starten, drohen ein Engpass bei Frequenzen und das Erliegen des Wettbewerbs. Für Konsumentinnen und Konsumenten heißt der Wermutstropfen dann höhere Preise”, zeigt Gungl auf.

RTR bietet Unterstützung an

„Ich vertraue darauf, dass die handelnden Akteure nur das Beste wollen und die in Aussicht gestellten Vorhaben spätestens im Sommer umsetzen. Gern biete ich aus unserem Haus jed­wede Unterstützung und fachliche Expertise an”, so der Telekomregulator Johannes Gungl abschließend.

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