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IP Österreich baut ihr Onlineportfolio aus © IP Österreich/Christoph Meissner

Seit 2013 ist Matthias Zottl, Head of Online, beim Vermarkter IP Österreich tätig.

© IP Österreich/Christoph Meissner

Seit 2013 ist Matthias Zottl, Head of Online, beim Vermarkter IP Österreich tätig.

Redaktion 27.11.2020

IP Österreich baut ihr Onlineportfolio aus

Vom TV- zum Reichweitenvermarkter: Die IP baut ihr Angebot um das gesamte Display- und Outstream-Inventar der Ad Alliance aus.

••• Von Laura Schott

WIEN. Die IP Österreich erweitert ihr Onlineportfolio um das gesamte Display- und Outstream-Inventar der Ad Alliance und positioniert sich damit neu vom klassischen TV- und Videovermarkter hin zu einem crossmedialen Reichweitenvermarkter. Somit haben Werbekunden in Österreich ab Jänner 2021 die Möglichkeit, ihre Werbebotschaften auf allen digitalen Produkten von Gruner & Jahr sowie der Mediengruppe RTL zu platzieren.

Ad Alliance ausschlaggebend

Die Idee, das Display- und Outstreaminventar zu vermarkten, sei bei der IP keine neue, erklärt Matthias Zottl, Head of Online bei IP Österreich. Bereits in ihren Anfängen hat die IP das Onlineportfolio der Mediengruppe RTL mitvermarktet. Da sich TV und Video jedoch rasch als Kernbusiness der IP herauskristallierten, wurde besagtes Onlineinventar schließlich an externe Partner abgegeben.

Die Gründung der deutschen Ad Alliance, die seit 2016 das Werbeinventar von IP Deutschland, G+J e|MS, smartclip und Spiegel Media bündelt, nimmt nun jedoch auch in Österreich den Fokus von TV und Video, sagt Zottl: „Nachdem die Ad Alliance so groß geworden ist, war es eine logische Konsequenz, dass wir ihr Inventar auch in Österreich vermarkten wollen. Mit dem Display- und Outstream-Inventar bewegen wir uns nun in einer völlig anderen Liga und können Kunden Möglichkeiten aus einer Hand anbieten, die wir bis dato nicht im Angebot hatten.”

„Die gesamte Klaviatur”

Mit der Erweiterung ihres Portfolios reagiere die IP auf das im Markt herrschende Bedürfnis nach wenigen Playern, die dafür umfangreiche Möglichkeiten und vor allem ein großes Netzwerk anbieten. Zottl: „Wir sind nicht der allergrößte Vermarkter am Markt, daher möchten wir uns möglichst breit aufstellen. Denn speziell, wenn es um das Thema Cross Device Targeting geht, muss man heute die gesamte Klaviatur spielen – und das tun wir jetzt.”

So findet sich im Portfolio der IP Österreich ab 2021 etwa auch Digital-Out-Of-Home, und auch die Audiovermarktung soll durch die „Audio Now”-App der Mediengruppe RTL – also dem Pendant zu „TV Now” – zu einem späteren Zeitpunkt auch hierzulande Thema werden. „Alle Medien, die sich digital vernetzen lassen, werden wir über kurz oder lang in die IP integrieren”, fasst Zottl die Pläne für die kommenden Jahre zusammen und lässt auch die Option anklingen, neue Partner mit ins Boot zu holen.

Aufstockung & Kommunikation

Trotz der umfangreichen Erweiterung des Portfolios bleibt der personelle Mehraufwand überschaubar. Zwei Mitarbeiter wolle man zusätzlich beschäftigen, der Rest soll durch einen höheren Grad an Automatisierung abgedeckt werden. Wo jetzt noch viel Handarbeit gemacht wird, sollen in Zukunft also die Systeme übernehmen, etwa in der Kommunikation zwischen Adserver und Buchungssystemen beziehungsweise Werbekunden.

Die angestrebte Entwicklung vom Bewegtbild- zum Reichweitenvermarkter bedarf auch einer umfassenden Änderung der Kommunikationslinie der IP, mit der man sich nun intensiv auseinandersetzen wolle. Zottl sieht darin eine Herausforderung, wurde die IP Österreich doch über Jahre hinweg ausschließlich als Bewegtbildvermarkter der Mediengruppe RTL in Österreich wahrgenommen.

Brand Safety wichtiger denn je

Einen wichtigen Faktor bei der Erweiterung des Portfolios im Onlinebereich stellt für Zottl das Thema Brand Safety dar: „Die Message, die wir hier an jeden einzelnen unserer Partner richten, lautet: Seht euch genau an, mit wem ihr zusammenarbeitet. Denn wenn du Pech hast, sehen Maschinen deine Werbung, aber nie ein Mensch.” Mit Produkten des Verlagshauses Gruner + Jahr sieht er seine Kunden in Sachen Brand Safety in sicheren Händen: „Es freut mich, qualitativ so hochwertige Medien in unserem Onlineportfolio zu haben, die diesen Anspruch auch in Hinsicht auf Brand Safety erfüllen. Im TV kann diesbezüglich wenig schiefgehen, aber online gibt es immer die Möglichkeit, zu betrügen.”

Zwar würden die Systeme immer sicherer werden, doch sei man den Systemen am Ende des Tages immer einen Schritt hinterher, denn es werde immer nur dann etwas verändert, wenn bereits etwas passiert ist.

Ein guter Zeitpunkt für Neues

Wenngleich die Krise mit ihren positiven Effekten auf den digitalen Bereich nicht der ausschlaggebende Faktor rund um die Entscheidung der IP Österreich zur Erweiterung ihres Onlineportfolios war, sieht Zottl diese als guten Zeitpunkt, um auf den Markt zuzugehen. Die eher passive und abwartende Haltung vieler Marketer gegenüber den Entwicklungen der nächsten Wochen machen sich zwar auch in der IP bemerkbar, jedoch befindet man sich schon weit über dem Vorjahreslevel und ist daher sehr positiv gestimmt, dass der Markt auch das erweiterte Angebot mittel- und langfristig goutieren wird. Zottl: „Ich denke, es macht in dieser Zeit absolut Sinn, proaktiv mit neuen Angeboten in den Markt zu gehen.”

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