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Ist hier Weibsvolk unter uns?
Redaktion 17.06.2022

Ist hier Weibsvolk unter uns?

Schon bei Monty Pythons „Life of Brian” haderte man mit dem Thema Gleichberechtigung.

Kommentar ••• Von Dinko Fejzuli

SISYPHOS-ARBEIT. Wir hoffen nicht, dass das Thema Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft ein ähnliches Schicksal trifft, wie die Figur der griechischen Mythologie, Sisyphos, der zur Strafe für seinen Frevel von Homer gezwungen wurde, ewig einen Stein den Berg hinaufzurollen und wo kurz bevor er den Gipfel erreichte, der Brocken wieder den Hang hinunterrollte.

Bezüglich der Gleichstellung von gut 50 Prozent der Mitglieder unserer Gesellschaft sind wir nicht nur weit weg vom Gipfel, sondern manchmal hat es den Eindruck, dass der Stein noch ganz unten am Hang wieder zurückrollt.
Warum ich ihnen das erzähle? Ich komme gleich darauf. Zuerst aber etwas anderes.

Diese Woche lud der ORF zur Begehung des fast fertigen multimedialen Newsrooms – jenem Ort, an dem die ORF-Journalistinnen und -Journalisten nicht nur zeitgemäß, sondern auch in die Zukunft blickend in verschiedenen Mediengattungen und redaktionsübergreifend arbeiten werden können. Die Technik ist State of the art, und die Kolleginnen und Kollegen sind motiviert, sie auch zu nutzen, um einen öffentlich-rechtlichen Mehrwert zu schaffen.

Die drei Chefredakteure, die das alles leiten werden, stehen ja schon fest, die Führungsebene darunter wie etwa die Ressortleiterinnen und Ressorleiter, Leitung Newsdesk, Traffic-Manager und viele andere Stellen sind ausgeschrieben.
Das Problem: Die Ebene der Chefredakteure ist rein männlich besetzt, und umso mehr richten sich die Augen aller Beteiligten darauf, wie die Geschlechterverteilung etwa bei den neuen Ressortleitern darunter sein wird.

Viel weniger Frauen geht hier nicht, und trotzdem könnte es schwierig werden, denn neben der Geschlechterparität braucht es auch noch Erfahrung im TV- oder Radio-Geschäft und andere Qualifikationen.

Und wenn man bzw. Frau Pech hat, gilt es, andere, nicht so offensichtliche Begehrlichkeiten bei der Besetzung auch noch zu berücksichtigen und die Gefahr dabei ist, dass so manch qualifizierte(re) ­Kollegin auf der Strecke bleibt.

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