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Kein Stein bleibt … © Digitale Mediensysteme
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Redaktion 17.04.2020

Kein Stein bleibt …

… auf dem anderen. Ein Kommentar zum Ranking der Focus-Gewinner – und der Versuch eines Ausblicks.

Gastkommentar ••• Von Ronald Luisser

Betrachten wir zunächst die Entwicklung des Werbemarkts in den letzten Monaten, so zeigt sich folgendes Bild: im letzten Quartal des Jahres 2019 konnte der heimische Werbemarkt – basierend auf den Bruttoinvestitionen – um 3,5% zum Vergleichszeitraum 2018 zulegen.

Diese drei Monate haben dem gesamten Werbejahr 2019 damit einen versöhnlichen Abschluss beschert. Kumuliert, ist der Werbemarkt auch in den beiden ersten Monaten des Jahres 2020 über drei Prozent in Relation zum Vorjahr angewachsen.
Der positive, konjunkturelle Ausblick auf Basis von Experteninterviews, die Focus Ende des letzten Jahres durchgeführt hat, wurde demnach bestätigt.

Nun ist doch alles anders!

Kein Stein bleibt auf dem anderen, weder in der Gesellschaft noch in der Wirtschaft und damit auch nicht in der Werbung.

Wie und vor allem in welchem Ausmaß die aktuelle Krise den Werbemarkt in Österreich treffen wird, ist wie auch in vielen anderen Bereichen (der Wirtschaft) schwer vorauszusagen. Qualitätsjournalismus und hohe Reichweiten in vielen Medien stehen einem mehr oder weniger kompletten Stillstand im Sponsoring, in der Kinowerbung und natürlich enormen Einbußen im Bereich der Außenwerbung gegenüber.
Eine seriöse Einschätzung, in welchem Ausmaß sich vor allem das „Print-Land” Österreich verändern wird, ist derzeit nicht möglich – vieles hängt auch vom Maßnahmenpaket der Regierung ab.
Unbeeindruckt davon zeigt sich der werbeintensive Motor des Lebensmittelhandels – jene Werber, die schon in der Vergangenheit das Ranking der Top werbetreibenden Unternehmen in Österreich stets angeführt haben.

Ein spannendes Rennen

Auch im aktuellen Ranking der Media- und Kreativagenturen 2019 (siehe Seite 14/18) spiegelt sich dies wider: Nicht zuletzt – aber sicher nicht ausschließlich – aufgrund des Etatgewinns der gesamten Rewe-Gruppe klettert die Agentur Mindshare auf das Podium. Den obersten Platz am Treppchen nimmt, nunmehr seit vielen Jahren, die Agentur MediaCom ein. Auch im Ranking der Kreativagenturen hat sich an den Top-3-Platzierten nichts geändert, sehr wohl wurden aber die „Stockerlplätze” getauscht.

Das Rennen um das Sieger­podest war bis zum Ende tatsächlich spannend und so findet sich Wirz auch heuer (nach 2018) wieder an erster Stelle. Zusammen haben die Top 3-Agenturen die Schallmauer von 200 Mio. € Bruttowerbewert durchbrochen.Und diese Prognose lässt sich auch für das heurige Werbejahr schon stellen: Sowohl im Media- wie im Kreativbereich werden mit großer Wahrscheinlichkeit auch im nächsten Jahr Agenturen weit oben stehen, die genau jene großen Werber aus dem Lebensmittelhandel betreuen.


Ronald Luisser ist Mitglied der Geschäftsleitung des Focus ­Instituts.

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