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Kinobranche ist wieder am Weg der Besserung © APA / AFP / Money Sharma
© APA / AFP / Money Sharma

Redaktion 18.03.2022

Kinobranche ist wieder am Weg der Besserung

Ticketverkäufe stiegen in vielen Ländern 2021 deutlich, Zugpferde waren vor allem US-Blockbuster.

••• Von Britta Biron

STRASSBURG. „No Time to Die”, der Titel des 25. Bond-Films, der nach etlichen und nicht nur pandemiebedingten Startschwierigkeiten am 30. September 2021 Premiere feierte, ist auch eine treffende Formulierung für den Zustand des Kinos. Zwar hat das Coronavirus die Branche heftig infiziert, aber (noch) ist es nicht Zeit zu sterben.

Erfreuliches Ergebnis

Die Magie der großen Leinwand wirkt auch unter den schwierigen Rahmenbedingungen der Pandemie. Natürlich weichen Filmfreunde angesichts geschlossener Säle zur Streaming-Konkurrenz aus, viele kommen aber wieder zurück, sobald geöffnet ist und die Filmverleihe neue Produktionen liefern ­können.

Laut der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle sind in den Kinos der 27 EU-Mitgliedsstaaten im Vorjahr 309,2 Mio. Tickets verkauft worden. Im Vergleich zu den 831 Mio. von 2019 ist das zwar wenig, aber gegenüber dem desaströsen Ergebnis von 2020 (255 Mio.) immerhin ein beachtliches Plus von 21%.
Die Erholung zeigt sich in fast allen Märkten; wie stark sie ausfällt, hängt vor allem davon ab, an wie vielen Tagen die Kinos geöffnet haben durften und wie restriktiv die Corona-Regeln waren. Am höchsten war das Plus in Bulgarien (+90,9%), deutlich überdurchschnittlich bilanzierten auch Frankreich (+47,4%), Ungarn (+44,6%), Portugal (+43,8%), Österreich (+35,2%) und Spanien (+34,6%). Beispiele für Länder, in denen das Wachstum eher gering ausfiel, sind Slowenien (+14,5%), Deutschland (+10,4%), Tschechien (+11%) oder Schweden (+6%). Rückgänge wurden in neun EU-Ländern verzeichnet, unter anderem in Italien (–12,2%), Finnland (–11,7%) und Lettland (–44%).
Für den Aufwärtstrend waren vor allem US-Blockbuster, wie „Spider-Man – No Way Home”, „No Time to die” und „Fast & Furious 9” (die Top 3 im weltweiten Film-Ranking) verantwortlich, wodurch in den meisten Ländern Europas der Marktanteil nationaler Filme im Vergleich zu 2020 zurückging, in etlichen Fällen aber noch immer über dem Niveau von 2019 liegt. Österreich ist eines der wenigen Länder, in denen heimische Produktionen ihre Stellung sogar noch weiter ausbauen konnten.

Globaler Trend

Auch außerhalb der EU ist der Ticketverkauf in den meisten Ländern gestiegen – besonders stark in den großen Märkten Großbritannien (+68,3% auf 74,0 Mio.), Russland (+64,2 auf 145,7 Mio.) sowie USA & Kanada (+122% auf 499 Mio.)

In der Türkei hingegen, wo die Kinos nur 26 Wochen geöffnet hatten (32 Wochen 2020), sanken die Besucherzahlen um 28,3% auf 12.5 Mio.

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