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Kongresse boomen © ÖW/Christian Lendl
© ÖW/Christian Lendl

Redaktion 11.05.2018

Kongresse boomen

Die Tagungsindustrie generierte im Jahr 2017 3,5 Millionen Nächtigungen; das ist ein Plus von 5,7 Prozent.

WIEN. „Ein schöner Tag beginnt mit einer erfreulichen Pressekonferenz”, eröffnete Österreich Werbung-Geschäftsführerin Petra Stolba am gestrigen Dienstag das Pressegespräch zur aktuellen Kongressstatistik: Austrian Convention Bureau (ACB) und ÖW veröffentlichten zum inzwischen neunten Mal den Meeting Industry Report Austria (mira). Die Ergebnisse: Im Jahr 2017 verzeichnete die österreichische Tagungswirtschaft ein Gesamtaufkommen von 21.641 Veranstaltungen. Dies entspricht einer deutlichen Steigerung von 11,9% bzw. einem Plus von 2.303 Veranstaltungen im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Anstieg konnte durch Zuwächse in allen drei vom Report erfassten Veranstaltungskategorien, nämlich Kongresse (+9,1%), Firmentagungen (+14,4%) und Seminare (+9,6%), erreicht werden.

Internationale Gästebringer

Für Christian Mutschlechner, Präsident des ACB, sind Kongresse und Tagungen einer der wichtigsten Treiber für Innovation und Forschung. „Das Kongress- und Tagungswesen fungiert für Unternehmen, Universitäten und Organisationen als Brücke zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Vernetzung auf nationaler wie internationaler Ebene.”

Insgesamt nahmen rund 1,7 Mio. Personen an Veranstaltungen in Österreich teil, knapp zwei Drittel davon waren nationale und ein Drittel internationale Tagungsgäste. Das heimische Tagungsgeschäft generierte insgesamt knapp 3,5 Mio. Nächtigungen und leistete damit einen Beitrag von 2,4% an den gesamten Tourismusnächtigungen. Internationale Veranstaltungen mit 22,7% Anteil am gesamten Tagungsgeschäft induzierten mehr als drei Viertel aller Tagungsnächtigungen.

Rekord bei Großkongressen

Mehr als zwei Drittel der in Österreich abgehaltenen Kongresse waren 2017 national ausgerichtet, die Teilnehmeranzahl verteilte sich jedoch zu je 50% auf nationale und internationale Kongresse. Bemerkenswert ist, dass internationale Kongresse im Schnitt doppelt so viele Teilnehmer wie nationale verbuchten; zudem dauerten internationale Kongresse eineinhalb Tage länger (3,22 Tage) und erzielten einen deutlich höheren Nächtigungsanteil (81,9%).

Die 2,5 Mio. Nächtigungen, die durch Kongresse generiert wurden, entsprechen einem Zuwachs von 5,5% im Vergleich zum Vorjahr. Kleine und mittlere Kongresse mit weniger als 500 Teilnehmern bleiben das dominante Marktsegment der österreichischen Kongressbranche. Zudem fanden 2017 österreichweit 42 Großkongresse (mit mehr als 2.000 Teilnehmern) statt. In diesem Segment wurde außerdem ein Teilnehmerzuwachs von rund 38.000 Personen gemessen. Stärkster Kongressmonat war 2017 der November.

Tirol ist Aufsteiger 2017

Wien sicherte sich mit einem Drittel aller Veranstaltungen erneut den ersten Platz im Bundesländervergleich. Nach Wien folgt bei der Anzahl an Veranstaltungen Salzburg mit 17,8% auf Platz 2 und Niederösterreich mit 13% auf Platz 3 im Bundesländerranking. Besonders aufholen konnte das Bundesland Tirol (+47,8%) und belegte den vierten Platz.

Die Österreichische Umweltzeichenrichtlinie 62, „Green Meetings und Events”, wurde 2010 ins Leben gerufen und etablierte sich seither als anerkanntes Label für nachhaltige Veranstaltungen. Ende 2017 verzeichnete das Umweltzeichen 72 Lizenznehmer; dies entspricht einem Zuwachs von 10,8% im Vergleich zum Vorjahr.
Österreichweit fanden 130 Green Meetings und 65 Green Events mit zirka 250.000 Teilnehmern statt. Seit Einführung der Richtlinie wurden bereits 973 Green Meetings und 247 Green Events umgesetzt, an denen insgesamt über eine Mio. Personen teilnahmen. (sb)

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