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Konsolidiert und am Weg in die Zukunft © Bellutti
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Redaktion 15.09.2017

Konsolidiert und am Weg in die Zukunft

Arthur Bellutti und Bernhard Hofer vom Unternehmen Plakativ ­erklären die neue Ausrichtung der Unternehmensgruppe Bellutti.

Die Bellutti Gruppe – bestehend aus Bellutti Out of Home und Plakativ – wurde vor mehr als 75 Jahren gegründet und wird in der zweiten Generation durch den Eigentümer Arthur Bellutti geführt.

Neben dem Kerngeschäft des großflächigen Digitaldrucks hat sich die Bellutti Gruppe in den letzten 20 Jahren sehr viel Know-how in den Bereichen Produktentwicklung, Konzipierung, Materialauswahl und Montage erarbeitet, sodass die Unternehmensgruppe in den Bereichen Drucktechnik, Produktentwicklung und Werbetechnik mehr als 80% aller Anfragen inhouse produzieren kann.
Plakativ selbst sieht sich als One-Stop-Shop für die Kunden, d.h. es wird beraten, entwickelt, produziert und montiert – von der Idee bis zum Endprodukt.
Im Interview mit medianet blicken Arthur Bellutti und Bernhard Hofer auf das aktuelle Geschäftsjahr zurück, sprechen über die Herausforderungen der nahen Zukunft, warum sich die Firmengruppe seit Jahren mit Nachhaltigkeit beschäftigt und wie die Veränderungen der letzten Monate zu greifen beginnen.

Eine Branche im Aufwind

„Im Großen und Ganzen ist die Branche im Aufwind, und es lassen sich positive Tendenzen erkennen. Wir liegen da auf Marktniveau und sehen nach der erfolgreichen Umstrukturierung, dass die Kennzahlen in die richtige Richtung gehen. Die Umstellung auf einen einheit­lichen grünen Maschinenpark hat sich bewährt”, erläutert ­Bellutti.

Es wurden in den letzten zwölf Monaten mehr als 1 Mio. € in den Bereich Out of Home investiert.
Mindestens genauso wichtig ist dem Eigentümer das Denken an die Umwelt und Nachhaltigkeit. Oft ist dies bei vielen Unternehmen nur ein Schlagwort, bei Plakativ wird dieses Vorhaben vorbildlich gelebt.
„Durch die Integration des Latex-Druckverfahren brauchen wir keine Lösungsmittel mehr”, nennt Bellutti ein Beispiel. Zudem verwendet die Gruppe, sofern möglich, Materialien ohne PVC. „Dort, wo es nicht möglich ist, konfektionieren wir beispielsweise mit Acryl-Ösen.”
Bernhard Hofer ergänzt: „Im Groben kann gesagt werden, dass sich das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und der wirtschaftliche Druck, der in der Branche herrscht, nicht mehr ausschließen. Jedoch ist es immer noch schwierig Skaleneffekte im Bereich des nachhaltigen Digitaldrucks zu erreichen, da die großen Absatzmengen fehlen und auch kein Anreiz seitens der Politik für Nachhaltigkeit im klassischen Out of Home-­Geschäft geschaffen wird. Solange die Entsorgung ökologisch bedenklicher Materialien zu niedrigen Kosten möglich ist, muss viel Überzeugungsarbeit für grüne Materialien durch unseren Vertrieb geleistet werden. Der Fokus auf Nachhaltigkeit hat aber sehr viele positive Auswirkungen auf die Arbeitsweise von Druckunternehmen und damit positive Umwegeffekte für die gesamte Branche.” Für das erste Halbjahr 2017 sieht Bellutti einen positiven Trend, weshalb auch der Ausblick auf das zweite Halbjahr positiv ausfällt. „Für die zweite Hälfte 2017 sehen wir eine positive Entwicklung. Das liegt aber auch an der Wandlung, die wir durchgemacht haben – vom reinen Digitaldrucker hin zum Dienstleister. Wir machen Beratungen, setzen auf Nachhaltigkeit und wollen auch gemeinsam mit dem Kunden etwas tiefer in die Materie blicken. Etwa, dass es nicht immer das billigste Material sein muss, auch in Bezug auf die Nachhaltigkeit.”
Hofer ergänzt: „Wir waren trotz Übersiedelung und einiger interner Umstellungen in der Lage, ein positives erstes Halbjahr 2017 hinzulegen und sehen, dass sich Konzepte und Ideen langsam am Markt etablieren. Die Jagd nach Quadratmetern und das 08/15-Großflächen­drucken werden nicht das Konzept für die Zukunft sein. Die Kunden werden anspruchsvoller und wollen integrierte Konzepte, die über reine Außenwerbung hinausgehen. Als langjähriger Partner vieler international erfolgreicher Agenturen hat die Bellutti Gruppe viel Wissen aufgebaut und viele internationale Projekte, die mehr als reiner ­Digitaldruck sind realisiert.”

Kunde America’s Cup

So wurden mit einem Partnerunternehmen die Sponsor Brandings bei der VIP Hospitality des America’s Cup auf Bermuda umgesetzt. Hier fungierte Bellutti nicht nur als Produzent, sondern auch als Berater, Produktentwickler und Setup-Partner. Die gesamten Installationen wurden in Österreich konzipiert, nach Bermuda geschickt und dort in Modulbauweise installiert – immer mit dem Hintergedanken, dass die Module weiterverwendet werden können, da die Hospitality Area nach dem Race abgebaut wurde und bereits am Weg nach Südkorea ist.

Gesamte Prozesskette

„Wir sind in der Lage, den gesamten Prozess – von der Idee über Prototypen bis zur Realisierung – in beratender und produzierender Weise zu begleiten. Da wir über einen vielfältigen Maschinenpark und einen riesigen Know-ow-Pool bei unseren Mitarbeitern verfügen, sind wir hier in der Lage, schnell und unkompliziert auf individuelle Wünsche einzugehen. Wir sind ein produzierender Gewerbebetrieb, der zum größten Teil Unikate auf Kundenwunsch fertigt”, sagt Hofer.

Zufrieden ist Bellutti auch mit der Entwicklung im Out-of-Home-Bereich. Besonders stark ist das Unternehmen derzeit im Bereich des für Skifahrer allseits bekannten, Prallschutzes. „Hier fahren zum Teil bei einzelnen Flächen mehr als 10.000 Skifahrer vorbei; dabei wird zunehmend Werbung über Agenturen vermarktet.” Des Weiteren produziert das Unternehmen die Startnummern für den gesamten internationalen Skizirkus. „Auch hier geht es natürlich um die Werbung.” Und auch bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften werden vom österreichischen Unternehmen etwa die Startnummern und Torflaggen für die Skirennen produziert.
„Die große Krise ist überstanden”, bilanziert Hofer, wenn es um den Event-Bereich geht. „Der Qualitätsanspruch ist weiterhin hoch, und die, die auf Qualität gesetzt haben, sind immer noch da.” Insgesamt sieht sich Bellutti bestätigt, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben: „Wir haben investiert, uns auf Nachhaltigkeit konzentriert und sehen, dass der Weg stimmt.” (red)

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