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Krisenresistenz ist das Thema der Stunde © APA/AFP/Alex Halada

Nur eine Phase Vom Lockdown Ende 2021 hat sich die Wirtschaft rasch und komplett erholt. Die Hoffnung, dass dieser Trend anhält, wurde durch den Ukraine­krieg aber schnell wieder gedämpft.

© APA/AFP/Alex Halada

Nur eine Phase Vom Lockdown Ende 2021 hat sich die Wirtschaft rasch und komplett erholt. Die Hoffnung, dass dieser Trend anhält, wurde durch den Ukraine­krieg aber schnell wieder gedämpft.

Redaktion 22.04.2022

Krisenresistenz ist das Thema der Stunde

Corona gilt nur mehr als „lästig”, Ukrainekrieg, massive Teuerungen und Lieferengpässe übernehmen die Rolle der Schreckgespenster.

••• Von Britta Biron

Wie ist 2021 gelaufen? Die Antworten fallen, je nachdem, an wen die Frage gerichtet wird, höchst unterschiedlich aus, aber insgesamt fällt die Bilanz ganz erfreulich aus. Ab dem zweiten Quartal erholte sich, wie von vielen Experten prognostiziert, die Wirtschaft auf breiter Basis kräftig, und in den Sektoren Handel, Industrie und Bau konnte Ende September bereits das Vor-Krisenniveau erreicht werden. Dieses Ziel hat der von der Pandemie besonders stark betroffene Tourismus zwar nicht erreicht, er durfte sich aber über ein kleines Sommermärchen freuen.

Viele Aufs und Abs

Der neuerliche Lockdown im November/Dezember hatte dann die positive Entwicklung abgeschwächt, aber von diesem Dämpfer werde sich die Wirtschaft, so das Wifo in seiner Einschätzung von Mitte Dezember, rasch und vollständig erholen. Entsprechend positiv fielen dann auch die Prognosen für 2022 aus.

„Wie schon in vergangenen Öffnungsphasen werden die Konsumausgaben der privaten Haushalte nach Aufhebung der Einschränkungen kräftig zunehmen. Auch die Lieferengpässe dürften sich im Jahresverlauf 2022 allmählich auflösen, wodurch Produktionshemmnisse wegfallen und geplante Investitionsvorhaben umgesetzt werden. Ab der zweiten Jahreshälfte 2022 wird die österreichische Wirtschaft auf einen moderaten Wachstumskurs einschwenken”, war im Dezember-Bericht des Wifo zu lesen.
Vor zu viel Euphorie warnten die Autoren allerdings, denn „in der Industrie ist das Aufholpotenzial bereits ausgeschöpft”.

Neue Herausforderungen

Vier Monate später und mit einem Krieg vor der Haustür – ein Szenario, das man ebenso wie eine Pandemie erstmals einpreisen musste – sieht die Zukunft düsterer als erwartet aus. „Die durch den Ukrainekrieg und die darauffolgenden Sanktionen gegen Russland ausgelösten Preisschocks und Lieferengpässe führen zu erheblichen Verwerfungen in der Industrie. Trotz der sehr guten Auftragslage wird die Wertschöpfung in der Herstellung von Waren 2022 lediglich stagnieren, weil Energie und Vorprodukte sehr teuer sind und teilweise nicht geliefert werden können. Somit entfällt das Wirtschaftswachstum 2022 in der Höhe von 3,9 Prozent vollständig auf den Bereich der Dienstleistungen”, so der aktuelle Wifo-Bericht.

Deutlich nach unten geschraubt haben auch die Finanzchefs österreichischer Unternehmen ihre Erwartungen an 2022. Laut dem aktuellen CFO Survey der Unternehmensberatung Deloitte schätzt der Großteil der Befragten die finanziellen Erfolgsaussichten pessimistischer als noch vor drei Monaten ein.

Getrübte Stimmung

„Nur rund ein Drittel rechnet mit einem Umsatzwachstum in den nächsten zwölf Monaten – im Herbst 2021 waren es noch fast doppelt so viele. Die Phase der Zuversicht ist vorbei”, kommentiert Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich.

Mehr als drei Viertel der Befragten (78%) gab an, dass ihr Unternehmen bereits von Lieferkettenproblemen betroffen ist. Als häufigste Gründe dafür wurden gestiegenen Preise für Rohstoffe und Zwischenerzeugnisse sowie höhere Versandkosten genannt.
Die getrübte Stimmung spiegelt sich klarerweise im Investitionsklima und -aufwand wider: Noch im Herbst 2021 plante die Hälfte der Finanzchefs eine Erhöhung des Investitionsaufwandes. Jetzt rechnen nur mehr knapp 30% mit einem Anstieg, und fast ein Fünftel erwartet sogar einen Rückgang.
Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet, dass geopolitische Risiken sie in nächster Zeit begleiten werden, auch die erhöhte Cyber-Gefahr und der Fachkräftemangel beschäftigen die Finanz-Chefs stark, dagegen rückt die Coronapandemie im Ranking der Risikofaktoren nach unten.

In dieser Ausgabe

Der erste Teil dieser Ausgabe präsentiert wie gewohnt die Sieger der medianet xpert.Rankings sowie die Focus-Rankings und liefert damit profunde Leistungsdaten der österreichischen Kommunikationsbranche.

Wie das zweite Corona-Jahr in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen gelaufen ist und wie die Erwartungen und Trends für heuer aussehen, lesen Sie ab Seite 57 dieser Sonderausgabe von medianet.

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