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Lebt doch bitte endlich wieder
Gianna schöneich 01.04.2016

Lebt doch bitte endlich wieder

Ein Konzert im Frühjahr 2016. Die Halle ist voll. Sowohl vor, als auch auf der Bühne herrscht hervorragende Stimmung. Das erste Akustiklied wird gespielt, und es passiert, was in Zeiten der Digitalisierung wohl passieren muss: Pflichtbewusst, wie die Menschen sind, haben sie die gefährlichen Feuerzeuge zu Hause gelassen und winken stattdessen mit ihren Smartphones dem Sänger entgegen. Ja, hallo alle miteinander, ein Hoch auf die Taschenlampen- und Feuerzeug-Apps dieser Welt. Wer bei diesem Szenario schon stutzig wurde und sich die „guten alten Zeiten” zurückwünschte, freute sich besonders über das folgende Lied: Der Sänger der Band springt elegant in die Mitte der Menge, singt und tanzt. Was dann passiert, übertrifft jedes App-Gewinke: Blitzlicht­gewitter.
Um den Sänger bildet sich ein Kreis, und Tausende Smartphones werden auf ihn gerichtet. Es wird gefilmt und geknipst, was nur geht.
Ihr hättet singen, tanzen und leben können! Ihr hättet die Musik mit dem Sänger hautnah feiern können. Endlich keine Sekundärerfahrung, sondern das wahre Leben. Und ihr entscheidet euch doch für das Display. Lebt doch bitte endlich wieder!

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