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Lunik2 wächst weiter © Lunik2
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Sascha Harold 08.03.2019

Lunik2 wächst weiter

Die oberösterreichische Kommunikationsagentur Lunik2 blickt mit 20 Prozent Wachstum auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück.

••• Von Sascha Harold

LINZ. Als Start-up mit 20-jähriger Erfahrung, so bezeichnet Geschäftsführer Gerhard Kürner Lunik2 mit leichtem Augenzwinkern. Das hat durchaus etwas Wahres, denn während die Agentur formell erst seit 2016 unter dem neuen Namen besteht, kann sie doch auf eine 20-jährige Agenturgeschichte zurückblicken. 1997 gründete Harry Kriegner, der heute noch als geschäftsführender Gesellschafter mit an Bord ist, die Agentur Tower Trash. Seit 2015 ist auch Gerhard Kürner mit dabei, der sich nach 14 Jahren von der voestalpine verabschiedete und ebenfalls als geschäftsführender Gesellschafter einstieg.

Consulting-Dienstleistungen

„Ich habe 2015 erst einmal gelernt, wie das Geschäft einer Werbeagentur funktioniert. Im Jahr darauf haben wir beschlossen, den Namen zu ändern und uns neu aufzustellen”, führt Kürner aus. Die Neuaufstellung führte zu einer Neuausrichtung der Schwerpunkte und zu einem stärkeren Fokus auf das Consulting. Unter dem Namen Communications & Strategy Services wurde gemeinsam mit Peter Weixelbaumer ein Tochterunternehmen gegründet, das sich genau auf diese Bereiche – jene der Unternehmens- und Kommunikationsberatung – fokussiert. „Mittlerweile machen wir weit über zehn Prozent unseres Umsatzes mit reinen Consulting-Dienstleistungen”, so Kürner. Die neue Ausrichtung sei auch eine Reaktion auf die veränderten Bedürfnisse der Kunden. Kürner: „Im Vorjahr haben wir bei 90 Prozent aller unserer Kunden mit Strategie-Consulting begonnen.”

Im letzten Jahr hat die Agentur neuerlich eine umfassende Neuaufstellung vorgenommen, die auch heuer fortgeführt wird; im Fokus stand dabei vor allem die Wertschöpfungskette der Kunden. „Wir gehen an neue Aufgaben so heran, dass wir uns zunächst die Geschäftsziele und den betreffenden Teil der Wertschöpfungskette ansehen und dann beurteilen, ob es besser ist, dass wir den Kunden dabei beraten, wie er das Problem In-House löst, ob wir Lösungen für ihn entwickeln oder mit anderen Dienstleistern managen”, erläutert Kürner den Arbeitsprozess. Gerade bei mittelständischen Unternehmen seien die Consulting-Dienstleistungen mit Fokus auf die gesamte Kommunikationswertschöpfungskette ein Vorteil.
Das zeigt sich auch im Wachstum der Agentur, das mit 20% im letzten Jahr weit über dem Branchenschnitt lag. Die meisten Neukunden kämen über Empfehlungen zu Lunik2, so Kürner, der seine Sicht auf den Consultingprozess beschreibt: „Strategie beginnt bei mir schon beim Unternehmensziel und der Zielgruppendefinition, die Werbelösung steht dann erst ganz am Ende.” Deshalb, so Kürner weiter, habe Lunik2 im Gegensatz zu anderen Werbeagenturen auch kein Problem damit, reines Consulting für In-House-Lösungen auf Kundenseite anzubieten.

Die Zukunft der Werbung

Das Geschäft bleibt jedenfalls spannend. „Wir haben es mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bei den Konsumenten zu tun und müssen gleichzeitig auf die hohen, spezifischen Bedürfnisse der Kunden reagieren”, so Kürner, der dem Werbemarkt schwierige Zeiten prophezeit: „Klassisches Marketing wird es künftig schwer haben. Wir erleben derzeit eine Hochkonjunktur, trotzdem ist der Werbemarkt nur mäßig gewachsen – was passiert dann erst, wenn die Konjunktur zurückgeht?”

Neu ausgerichtet

Die organisatorische Neuausrichtung bei Lunik2 umfasst deshalb auch die interne Hierarchie der Agentur: In kleinen Teams wird das Tagesgeschäft bearbeitet, Eigenverantwortung dabei großgeschrieben. Das Wissen, das in der Agentur vorhanden ist, muss jederzeit allen zugänglich sein – auch das im Sinne des Fokus auf die Wertschöpfungskette des Kunden. Laufende Veränderungen seien schon wegen der Heraus­forderungen des Marktes notwendig.

„Die ganze Werbebranche hat das Problem, dass Werbung immer unbeliebter wird. Die Zahl der Ad-Blocker steigt nirgends so schnell wie in Europa, und die Leute flüchten regelrecht in OTT-Services wie Netflix”, beschreibt Kürner die Situation der Werbebranche.
Eine klare Trennung zwischen klassischen und neuen Kanälen gebe es in dieser Form daher nicht mehr. Bei der Kampagnen-Entwicklung, so Kürner, müsse zunächst über Markenbildung der Absender klar definiert sein, dann über die Kampagne das Image produziert und schließlich über eigene oder fremde Kanäle ausgespielt werden.

Relevante Themen 2019

Zentral stellt sich für Kürner im kommenden Jahr die Frage danach, wie Inhalte zur Verfügung gestellt werden können. „Es geht darum, herauszufinden, wo ein Nutzen für Kunden generiert werden kann, um die Auswahl von Informationen und die Verarbeitung für die unterschiedlichen Kanäle. Geil ausschauen alleine reicht nicht”, fasst Kürner zusammen. Zudem wird massiv in die digitale Mediaplanung und den Einkauf in den Bereichen, Display, Social und Search investiert.

Für Lunik2 stehen die Zeichen auch in nächster Zeit auf weiterem Wachstum. In den letzten Jahren habe man stark in die Mitarbeiter investiert und neue Leute aufgenommen. Das Ziel für die nächsten drei Jahre ist der Aufstieg zu einem der Top 3 Marketing- und Kommunikationsdienstleister.

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