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Magenta T und die Macht der verbalisierten Farbe © Michael Brandtner

Michael Brandtner

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Michael Brandtner 21.05.2019

Magenta T und die Macht der verbalisierten Farbe

Markenexperte Michael Brandtner: Wie Farben oder Symbole einer Marke einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg leisten.

WIEN. Je älter und etablierter ein Markt wird, desto ähnlicher werden sich in der Regel die Produkte und Dienstleistungen und desto wichtiger wird die Marke, also die Wahrnehmung über die Produkte und Dienstleistungen.

Visualisierung verbalisieren
Noch stärker wird aber die Visualisierung einer Marke dann, wenn diese zusätzlich verbalisiert wird. Manche denken jetzt vielleicht spontan an die Goldenen Bögen von McDonald’s, an die Milka Lila Kuh, an die Gelben Engel des ÖAMTCs oder an das Grüne Kursbuch des Wifis. Kürzlich hieß es auch in der FAZ über Flixbus: „Der grüne Riese wird immer größer“.
Aus dieser Warte betrachtet, ist es genial, dass aus den Marken T-Mobile und UPC jetzt Magenta T wird. Auf der einen Seite bündelt diese neue Marke so die Kräfte, auf der anderen Seite könnte man es so schaffen, dass man am Markt deutlich sichtbarer als der Marktführer A1 und deutlich sichtbarer als der zweite große Herausforderer 3 wird.

Visualisierung alleine zu wenig
Nur Visualisierung alleine ist zu wenig. Entscheidend ist letztendlich, welche verbale Position durch die Visualisierung in der Wahrnehmung der Kunden gehämmert wird. Bei den oben genannten Beispielen McDonald’s, Milka, ÖAMTC, Wifi und Flixbus hämmert die visuelle Positionierung jeweils die Marktführerschaft der Marke.
Als Herausforderer muss es Magenta T daher gelingen, dass man diese visuelle Positionierung in eine starke verbale Positionierung und zudem in konkrete Leistungen und Nutzen für die Kunden übersetzt. Im Idealfall bleibt hängen, dass Magenta T mehr für die Kunden tut als jeder andere Mobilfunkanbieter.

Markenjuwel Telering
Vor allem aber sollte Magenta T als Unternehmen vorsichtig sein, dass man vor lauter Magenta-Euphorie nicht alles in Magenta einfärbt, denn speziell Telering-Kunden könnten sich alles andere als wohl in einem Magenta-Riesen fühlen. So gesehen sollte man Telering nicht umfärben, sondern zukünftig noch stärker eigenständig positionieren. Fazit: Magenta T ist ein mutiger Schritt aus Markensicht, wenn es damit gelingt, neben einer visuellen Marktführerschaft eine starke verbale Positionierung zu etablieren. Magenta T ist ein teurer Schuss in den Ofen, wenn man damit als schwerfälliger Magenta-Riese im Schatten von A1 endet. Die Zukunft wird es zeigen.

Markenstratege Michael Brandtner ist Österreichs führender Markenpositionierungsexperte, Associate of Ries & Ries und Autor des Buches „Brandtner on Branding“. Sein Blog: www.brandtneronbranding.com

 

 

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