MARKETING & MEDIA
Mahner für journalistische Unabhängigkeit © APA /Herbert Neubauer
© APA /Herbert Neubauer

Redaktion 10.06.2022

Mahner für journalistische Unabhängigkeit

••• Von Sabine Bretschneider

WIEN. Engelbert Washietl, Mahner für journalistische Güte und Mitbegründer der Initiative Qualität im Journalismus (IQ), ist am vergangenen Freitag nach zuletzt schwerer Krankheit mit 81 Jahren verstorben. Washietl war Chefredakteur der Salzburger Nachrichten, stv. Chefredakteur der Presse und des WirtschaftsBlatt, erster Träger des „Kurt-Vorhofer-Preises” und vehementer Fürsprecher für Qualität und Ethik im Journalismus.

Vor allem die Finanzierung von Qualitätsjournalismus war Washietl immer ein großes Anliegen: Qualität im Journalismus umfasse auch die Beschäftigung mit der Unabhängigkeit von Journalisten, um ein „Abrutschen in die totale Käuflichkeit” zu verhindern, erläuterte Washietl schon vor 20 Jahren in einem Gespräch mit medianet; in Folge der Coronapandemie sah er diese Unabhängigkeit wieder zunehmend gefährdet.
Washietl gab seinen Eifer für Qualitätsjournalismus auch an Studenten weiter und lehrte bis 2010 am Institut für Publizistik-und Kommunikationswissenschaft der Uni Wien. 2011 wurde Washietl der Berufstitel „Professor” verliehen. Zwei Jahre später erhielt er den Concordia-Medienpreis für sein Lebenswerk. Zwischen 2005 und 2009 war ­Engelbert Washietl regelmäßiger und hochgeschätzter Leitartikler und Kolumnist in medianet. Mit ihm ist ein ganz Großer der Branche gegangen.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL