MARKETING & MEDIA
Man gönnt sich wieder etwas
Redaktion 04.06.2021

Man gönnt sich wieder etwas

Der Werbe-April 2021 ist eine Party im Vergleich zu 2020. Nur: Geht diese Sause auch weiter?

Kommentar ••• Von Dinko Fejzuli

 

AUFSCHWUNG. Die Pressemeldung des Focus-Instituts vor einigen Tagen, welches die Entwicklung am heimischen Werbemarkt beobachtet, klang trocken, hatte es vermeintlich in sich und lautete: „Der österreichische Werbemarkt kann im April 2021 in Relation zum Vorjahr deutlich zulegen. … Die Bruttowerbespendings im Bereich des AboveTheLine erreichen an die 325 Mio. Euro und liegen somit um fast 20 Prozent über dem Vorjahreswert.”

Wann wird es so wie früher?

Im Grunde konnten alle Werbeträger in Relation zum April des Vorjahres teils deutlich zulegen, wobei insbesondere die Außenwerbung mit ­einem Plus von über 50% zu den deutlichen Gewinnern gehört.

Aber: Es gab auch einen Nachsatz, der das Ganze wieder etwas relativiert und in dem steht, dass die Kennzahlen eben noch „deutlich hinter dem Niveau von 2019” liegen würden.
Und nun stellt sich die Frage, was man tun soll: Sich über das deutliche Plus freuen, denn in manchen Branchen waren die Einbrüche tatsächlich ohne Übertreibung dramatisch, oder sich lieber nach dem Niveau vor der Krise sehnen und seinen eigenen Gemütszustand daran messen.
Und: In einer Stellungnahmen, gefragt nach ihrer Meinung zu den aktuellen Focus-Zahlen, meint VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm nicht ganz unberechtigt, dass dieses Plus – und weitere werden vermutlich in den kommenden Monaten folgen – auch auf die hohen Ausgaben der Bundesregierung für Kommunikationsmaßnahmen in Verbindung mit Corona zurückzuführen und eben nur ein Einmal-Effekt sei.

Kommen die „Goldenen Zwanziger”?

Nun, man wird sehen, ob sich diese gute Stimmung zumindest mittelfristig auf die Konsumfreudigkeit der diversen Zielgruppen auswirkt und man sich, wie es OMD-Chefin Susanne Koll so schön ausdrückte, „wieder etwas gönnt” und auf die „Goldenen Zwanziger” des letzten Jahrhunderts nun unsere „Goldenen Zwanziger” folgen.

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