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Mehr Inventory mit innovativen Produkten © Martina Berger
© Martina Berger

Redaktion 11.11.2022

Mehr Inventory mit innovativen Produkten

Lineare Bewegtbildkontakte sind eines des ­wertvollsten ­Dinge in der massen­medialen ­Kommunikation, die es gibt, so IP Österreich-Chef Walter Zinggl.

Der Vermarkter IP Österreich will das Publikum dort erreichen, wo es ist. Der Schlüssel dafür: Crossmediales Vermarkten. Seit Jahresbeginn hat das Unternehmen deshalb eine eigene Unit aufgesetzt, die sich mit Aktivitäten und Innovationen in diesem Bereich beschäftigen soll. Der Bedarf ist jedenfalls gegeben.

„Nach dieser zehnmonatigen Kontaktphase sehen wir auf der einen Seite, dass es ein großes Bedürfnis nach crossmedialen Lösungen gibt. Auf der anderen Seite gibt es bei der Umsetzung in der Realität aber nach wie vor große organisatorische Hürden”, führt Walter Zinggl, Geschäftsführer IP Österreich im medianet Gespräch aus. Trotz aller Bemühungen sei das Silodenken aller Beteiligten noch sehr ausgeprägt, ergänzt Zinggl weiter.
IP Österreich setzt deshalb verstärkt auf sogenannte Gesamtpaket-Lösungen. Was damit gemeint ist? „In dem Moment wo es um Innovationen geht, haben wir gemerkt, dass der Markt nach Gesamtlösungen von der technischen Abwicklung bis zur Bewerbung verlangt”, so Zinggl. Und genau danach handle man auch.

Keine Silos entstehen lassen

Blickt man von außen auf die Organisationsstruktur der IP Österreich, könnte man meinen, dass auch dort unterschiedliche Silos vorhanden sind – von der Verkaufsmannschaft für lineares Fernsehen, über jene für non-lineares Video bis hin zum Verkaufsteam für Innovationen. Dieses Problem ist dem Vermarkter durchaus bewusst. „Wir arbeiten daran, solche Silos erst gar nicht entstehen zu lassen, sondern zu einem gesamtheitlichen Verkauf zu kommen”, erläutert Zinggl. Gleichzeitig wolle man aber die unterschiedlichen Expertisen der Menschen akzeptieren und effektiv einsetzen, aber auch die realen Situation am Markt auf Auftraggeber- und Agenturseite spiegeln. Die Herausforderung habe man jedenfalls erkannt und wolle in den nächsten 18 Monaten zu einer Lösung kommen.

Einen Ausblick zu wagen, sei aufgrund der derzeitigen Situation schwierig, so Zinggl: „Es ist kein Geheimnis, dass die Gesamtnutzung bei TV 2022 nicht wächst, sondern zurückgeht. Damit sind wir zum ersten Mal in den letzten Jahren mit einer schrumpfenden Basis konfrontiert. Auf der anderen Seite ist aus meiner Sicht aber nach wie vor so, dass lineare Bewegtbildkontakte eines des wertvollsten Dinge in der massenmedialen Kommunikation darstellen, die es gibt.” Bei IP Österreich versuche man auch durch neue Messformate oder Buchungsmöglichkeiten – Stichwort: TV-Insight und TV-Load – den österreichischen Markt zu einem Innovationslabor zu machen.

Schwierige Prognosen

Bei IP Österreich geht man davon aus, dass die TV Nutzung heuer die Talsohle erreicht hat und im kommenden Jahr nicht weiter sinken werde. „Wie sich das Verhältnis zwischen Streaming Plattformen, linearen Sendern und OTP-Plattformen entwickeln wird, kann man schwer abschätzen”, so Zinggl. Addressable TV etwa, das bereits die letzten Jahr als neues Wundermittel gehandelt wurde, hat erst im letzten Jahr begonnen, nennenswerte Umsätze zu erzielen. Die Entwicklung hat also um einiges länger gebraucht, als erwartet. Für das nächste Jahr gilt Connected-TV, also das TV-Gerät als Basis für Internetnutzung, lineares Fernsehen oder Streaming, als heißes Eisen. „Wir bemühen uns hier für das nächste Jahr mehr Inventory zur Verfügung zu haben. Aber wie sich der Bereich letztlich entwickeln wird lässt sich schwer abschätzen”, führt Zinggl aus. Auch wenn genaue Prognosen nicht möglich sind, die Möglichkeiten, die die crossmediale Vermarktung bietet, nehmen jedenfalls weiterhin zu. (fej/sh)

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