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ÖAK: Nur im Westen gibt’s ein bescheidenes Plus © Panthermedia.net/Kati Molin
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PAUL CHRISTIAN JEZEK 03.03.2017

ÖAK: Nur im Westen gibt’s ein bescheidenes Plus

Ein Exkurs in Sachen Halb- und Ganzjahreszahlen, Deutungshoheiten und Obstsorten.

••• Von Paul Christian Jezek

Bei den neuesten ÖAK-Zahlen, die vor Kurzem veröffentlicht wurden, gilt es, zwei Wahrnehmungsmedien zu unterscheiden: Einerseits werden aufeinanderfolgende Halbjahre miteinander verglichen, was jeweils aktuellere Veränderungen erkennbar macht. Gleichzeitig werden quasi auf der „Meta­ebene” auch die Durchschnitts-Auflagenzahlen als Jahres­bericht (im aktuellen Fall Jänner bis Dezember 2016) dargestellt, was somit den Vergleich mit dem Jahr 2015 ermöglicht.

Im Halbjahresvergleich sind die drei größten Kauftageszeitungen des Landes – Kronen Zeitung, Kleine Zeitung und ­Kurier mit einem leichten Auflagenrückgang konfrontiert. Bei der Krone sank die verkaufte Auflage im zweiten Halbjahr 2016 auf 745.435 Stück, im zweiten Halbjahr 2015 waren es noch 762.691. Die Kleine verkaufte 279.340 (284.436), der Kurier 131.146 (135.862) Stück. Auch sonst überwiegen derzeit – also im Halbjahresvergleich – in der heimischen Zeitungslandschaft Auflagenrückgänge. Nur ganz im Westen, bei den Vorarlberger Nachrichten (60.638) und der ­Tiroler Tageszeitung (82.406), gab es bei der verkauften Auflage ein kleines Plus, geht aus der ÖAK hervor (siehe Seite 38).
Bei Presse (68.001) und Standard (61.796) gingen die Auflagen um je rund 1.000 Stück zurück, jene der Salzburger Nachrichten sank um 300 Exemplare auf 66.132. Die Oberösterreichischen Nachrichten verkauften im Wochenschnitt 103.436 Zeitungen, gegenüber dem Vorjahr ist das ein Minus von rund 3.000 Stück. Die Verkaufsauflage der ­Vorarlberger Neuen blieb mit 7.181 Zeitungen weitgehend stabil.

Streitpunkt ePaper-Auflage

Für die österreichsiche Gratistageszeitung Heute (siehe S. 38) weisen die aktuellen Zahlen der ÖAK einen Rückgang der verbreiteten Auflage aus. Insgesamt sind es 7%. Die verbreitete Auflage sank innerhalb eines Jahres von 617.383 auf 573.135 Exemplare. Auf Anfrage von medianet erklärt man die gesunkenen Zahlen mit einer Optimierung zwischen Druckauflage und den dann tatsächlich entnommenen Exemparen aus den Entnahmeboxen.

Dazu Wolfgang Jansky, ­Heute-Geschäftsführer: „Wir haben schon immer gesagt, dass die Auflage kein Selbstzweck ist. Die Druckmaschinen länger laufen zu lassen, ist für uns nicht die Lösung. Wichtig sind für uns Leser und damit Kontakte, eben auch Werbekontakte. Wir stellen fest, dass das Bewusstsein wächst und Zeitungen nicht mehr einfach liegengelassen werden, sondern nach dem Lesegenuss wieder in die Heute-Boxen gelegt werden. Wir beschäftigen Leute, die für Ordnung in den Heute-Boxen sorgen.” Dadurch gelangten Exemplare noch einmal in den Vertriebskreislauf, so Jansky.
Auch sei man sich sicher, dass dies in der Media-Analyse durch einen Anstieg des LPAs, also des Leser pro Exemplar, zum Ausdruck kommen werde. „Knapp 600.000 Zeitungen sind nach wie vor ein sehr hohes Niveau, die zu fast 1 Mio. Lesern und Leserinnen führen”, so Jansy weiter.
Und eines beschäftigt den heute-Manager besonders: „Wichtig ist auch, festzuhalten, dass unsere ePaper-Ausgabe in der von der ÖAK ausgewiesenen, verbreiteten Auflage noch nicht inkludiert ist – es sind dies täglich mittlerweile 7.540 Exemplare. Bei den Kaufzeitungen sind diese jedoch eingerechnet”.
Dies betrachte man als „unfaire Behandlung” seitens der ÖAK und das habe man in den zuständigen Gremien bereits deponiert, so Jansky gegenüber medianet
Für Konkurrent Österreich, der an einem durchschnittlichen Tag 532.170 Zeitungen verbreitete, wovon 32.002 verkauft wurden, weist die ÖAK auch ein leichtes Minus von 9.000 Zeitungen weniger auf als im zweiten Halbjahr 2015.

VGN zeigt sich stabil

Der Gratiswochenzeitungsring Regionalmedien Austria (RMA) mit den Bezirksblättern brachte im Schnitt eine Auflage von 3,46 Mio. wöchentlich an die Leser. Die niederösterreichische Wochenzeitung NÖN verkaufte 103.718 Titel, Die ganze Woche 303.295.

Der Marktführer am Magazinmarkt, die Verlagsgruppe News (VGN), schaffte mit ihren Titeln News (116.105), profil (68.383), trend (46.619), tv media (181.852) und Woman (131.919) trotz schwächeren Einzelverkaufs durch die Bank stabile Verkaufsauflagen.

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