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ORF: Made in Austria © ORF/Superfilm/Ingo Pertramer

Exporthit In Deutschland zu sehen auf RTL Crime, EinsFestival, in der Entertain Selection von Telekom Entertain und auch im Portfolio der Streaming-Anbieter maxdome und Netflix.

© ORF/Superfilm/Ingo Pertramer

Exporthit In Deutschland zu sehen auf RTL Crime, EinsFestival, in der Entertain Selection von Telekom Entertain und auch im Portfolio der Streaming-Anbieter maxdome und Netflix.

PAUL CHRISTIAN JEZEK 19.10.2018

ORF: Made in Austria

Der ORF ist der wichtigste Auftraggeber der heimischen Filmwirtschaft und garantiert die österreichische Handschrift, Unverwechselbarkeit sowie heimische Wertschöpfung.

••• Von Paul Christian Jezek

Als größter Auftraggeber der heimischen Film-und TV-Wirtschaft investiert der ORF jedes Jahr rund 100 Mio. € in den Film- und Produktionsstandort Österreich und sichert damit Zigtausende Arbeitsplätze.

Mit Investitionen von insgesamt 300 Mio. € von 2016 bis 2018 und 305 Mio. von 2019 bis 2021 (Details dazu siehe Seite 21) leistet der ORF einen wichtigen Beitrag dazu, das hohe, national wie international gewürdigte Niveau der österreichischen Filmproduktion nachhaltig auf Jahre abzusichern.
Hinzu kommen noch jedes Jahr die Aufwendungen des ORF für Verwertungsgesellschaften, Lizenzen, Anmietungen, etc. (allein 2017 rund 75 Mio. €).
Wichtig ist der ORF auch für den heimischen Film: Der ORF fördert österreichische Kinoproduktionen über das Film/Fernseh-Abkommen mit acht Mio. € jährlich.
Aus diesen Mitteln werden jährlich etwa 35 Kino-Produktionen mitfinanziert.

Jede Menge Publikumserfolge

• „Das Sacher”, 27. Dezember 2016: 1,27 Millionen Seher
• „Maria Theresia”, 28. Dezember 2017: 1,21 Millionen Seher
• „Tatort: Sternschnuppe”, 7. Februar 2016: 1,17 Millionen Seher
• „Der Atem des Himmels”, 6. Jän­ner 2012: 1,1 Millionen Seher
• „Tatort: Die Faust”, 14. Jänner 2018: 1,02 Millionen Seher
• „Das Wunder von Kärnten”, 18. Jänner 2012: 1,01 Millionen Seher
• „Vorstadtweiber”, 8. Jänner 2018: 978.000 Seher
• „Landkrimi: Steirerkind”, 20. Jänner 2018: 896.000 Seher.

Allein im heurigen Jahr hat der ORF nicht weniger als 400 Produktionen beauftragt, hergestellt oder koproduziert:

• 111 Folgen von TV-Serien wie „Soko Donau”, „Soko Kitzbühel”, „Vorstadtweiber” sowie zahlreiche Filme wie „Tatort”, „Die Toten vom Bodensee”, Landkrimis, Stadtkomödien und „Inspektor Jury
• 239 Dokumentationen und Reportagen wie „Menschen und Mächte”, „Dokeins”, Universum”, „Universum History”, „kreuz und quer”-Dokus, „Liebesg’schichten”, „Reiseckers Reisen”, „Zurück zur Natur”, „Am Schauplatz”, „Weltjournal”, etc.
• Dazu kommen 131 national aus­gestrahlte ­Dokumentationen und Reportagen der Landes­studios wie „Österreich-Bild”, „Unterwegs in Österreich”, „Erlebnis Österreich” u.v.m.

Nur der ORF finanziert und produziert über Jahre hinaus österreichisches, fiktionales TV-Programm. Kommerzielle Anbieter produzieren bis auf wenige Ausnahmen in der Regel keine österreichischen Filme und ­Serien. Mit dieser (Ko-)Produktion heimischer TV-Film- und Serien trägt der ORF sehr stark zur Wertschöpfung für Österreich bei. Das Wifo berechnete in einer Studie (2012) die volkswirtschaftlichen Effekte, die sich durch die ORF-TV-Produktion ergeben:
Jeder Euro, den der ORF für seine Fernsehaktivitäten verwendet, ist mit einer inländischen Bruttowertschöpfung von 1,32 € verbunden.
Und: Auf jede im Bereich Fernsehen im ORF beschäftigte Person kommen fünf Beschäftigte in anderen Bereichen der heimischen Wirtschaft!

Im europäischen Umfeld

Der ORF leistet einen wichtigen Beitrag für die kreative Entwicklung des europäischen Films – und ist damit nicht allein: Die öffentlich-rechtlichen Sender Europas investieren jedes Jahr 18,2 Mrd. € in die Produktion von Inhalten – und damit 2,6-mal mehr als die kommerziellen Giganten Netflix und Amazon zusammengenommen.

Öffentlich-rechtliche ­Medien zeigen mehr als doppelt so viele Filme wie kommerzielle Medien. Ziel ist auch der Fortbestand kultureller Vielfalt und der Schutz des Filmstandorts Europa gegen die „Übermacht” der globalen Filmindustrie.

Österreichische Handschrift

Mit österreichischen Teams vor und hinter der Kamera, mit den Produktionsfirmen und nicht zuletzt durch heimische Dreh­orte sowie durch die nationale und regionale Mentalität und Sprache sorgt die österreichische Film- und TV-Wirtschaft gemeinsam mit dem ORF als Partner auch im Ausland für Unverwechselbarkeit und eine speziell „alpenrepublikanische” Handschrift – so etwa bei den Landkrimis, den Stadtkomödien oder Serien wie „Braunschlag”.

Internationale Publikumserfolge wirken sich positiv auf den Produktionsstandort Österreich aus, machen die heimische Landschaft und unsere Städte wie auch österreichische Schauspieler sowie Regisseure im Ausland bekannt und eröffnen damit Chancen für unsere Wirtschaft.
Aufwendige europäische Koproduktionen wie „Das Team” oder „Die Säulen der Erde” bringen österreichische und internationale Künstler und Kreative gemeinsam vor und hinter die Kamera.

International erfolgreich

ORF-Koproduktionen und -Aufträge genießen beim Fernseh­publikum im deutschen Sprachraum höchsten Stellenwert und sind international gefeierte Erfolge öffentlich-rechtlicher Sender:
• Deutscher Filmpreis 2018: „3 Tage in Quiberon”
• Österreichischer Filmpreis 2018: „Die beste aller Welten”
• Berlinale-Nominierung 2017: „Wilde Maus”
• Max-Ophüls-Preis 2017: „Siebzehn” und „Die Migrantigen”
• 13 Auszeichnungen beim Österreichischen Filmpreis 2017: u. a. „Thank You For Bombing”, „Stille Reserven” und „Maikäfer flieg”
• Prize of the Monaco Red Cross in Monte Carlo und „Best Screenwriter”-Award/Seoul International Drama Awards 2016: „Kleine große Stimme”
• Nominierung Prix Europa 2016: „Vorstadtweiber”

• Max-Ophüls-Preis 2016: „Einer von uns”
• Cologne Conference 2015: „­Altes Geld”
• Berlinale 2014: „Die Auslöschung”
• Grimme-Preis 2014: „Tatort: Angezählt”
• Civis Medienpreis 2014: „Tatort: Angezählt”
• New York TV Award 2014: „­Janus”
• Emmy 2013: „Das Wunder von Kärnten”.

Ein echter Exportschlager

Österreichische Filme, Serien und Dokumentationen sind international beliebt.

Der ORF verkauft diese Produktionen erfolgreich am weltweiten TV-Markt, wie etwa:

• „Aufgetischt”: Rumänien, Schweiz, Usbekistan
• „Braunschlag”: USA
• „Schnell ermittelt”: u.a. Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Russland, Litauen, Slowenien, Bulgarien
• „Soko Kitzbühel”: u.a. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Slowakei, Tschechien, Liechtenstein, Russland, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Estland, Lettland, Weißrussland, Ukraine, Iran, Curacao, Bonaire, Salomonen.
• „Tatort”: u.a. Italien
• „Universum”: u.a. Japan, Vietnam, Iran, Katar
• „Vorstadtweiber”: USA, Ungarn.

Mehr als 300 Millionen Euro

Gerade die nachhaltige Identitätssicherung ist eine wichtige Aufgabe im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Auftrags, wie Bundesminister Gernot Blümel anlässlich der Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen ORF und der heimischen Filmwirtschaft im Juni dieses Jahres erklärte.

Im Rahmen des Auftragsvolumens von 305 Mio. € für die Jahre 2019 bis 2021 soll ein Volumen von 95 Mio. € pro Jahr nicht unterschritten werden. „Wir bauen die langjährige verlässliche Partnerschaft des ORF mit der heimischen Film- und TV-Wirtschaft in diesen drei Jahren weiter aus und sichern somit nachhaltig die Content-Bereitstellung österreichischer Film-, Serien- und Doku-Produktionen”, erklärt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.
„Österreichische Inhalte im Film- und Serienbereich sind ein Alleinstellungsmerkmal des ORF – kein anderer TV-Sender produziert in annähernd ähnlichem Umfang österreichischen Film und österreichische Serie. Diese Einigung garantiert, dass dies auch in den kommenden Jahren so sein wird, und ist damit eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.” Der starke Impuls für die heimische Filmwirtschaft forciert nachhaltig den Produktionsstandort Österreich. Wrabetz: „Die größere Planungssicherheit gewährleistet die ORF-Beteiligung an internationalen Koproduktionen und damit den Export heimischen, kreativen Schaffens nach Europa.”
„Die Herausforderungen für ein kleineres Land in der EU, seine Eigenständigkeit unter Beweis zu stellen und seine Identität zu fördern, können mit diesem Abkommen im non-fiktionalen und fiktionalen Bereich besser bewältigt werden”, bestätigt der Bundesobmann des Fachverbands Film und Musik, Univ. Prof. Danny Krausz. „Damit sind Erfolgsprogramme für unsere Landsleute abgesichert!”

Große Pläne für 2019

Nächstes Jahr beabsichtigt der ORF, folgende Produktionen zu beauftragen bzw. (tw. in Koproduktion) herzustellen:
• 87 Folgen von TV-Serien und -Filmen wie „Vorstadtweiber”, „Soko Donau”, „Soko Kitzbühel”, „Schnell ermittelt”, „Tatort”, „Die Toten von Salzburg”, Landkrimis, etc.
• 253 Dokumentationen und Reportagen wie „Dokeins”, „Menschen und Mächte”, „Universum”, „Universum history”, „Kreuz und quer”, „Liebesg’schichten”, diverse Kultur-Dokus, „aufgetischt”, „Zurück zur Natur”, „Am Schauplatz”, „Weltjournal”, etc.
• 158 national ausgestrahlte Dokumentationen und Reportagen der Landesstudios, wie „Österreich Bild”, „Unterwegs in Österreich”, „Land und Leute”, „Erlebnis Österreich”, etc.

Zusätzlich wird der ORF über das Film-/Fernsehabkommen rund 30 heimische Kinoproduktionen (ÖFI) mitfinanzieren.

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