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Petra Stuiber ist Medienlöwin 2020 © APA/Jacqueline Godany (2)

„Überwältigt”Die Gewinnerin der Goldenen Medienlöwin zeigte sich nach der Preisverleihung kritisch im Rückblick auf das vergangene Jahr; es sei vor allem für Frauen „wahnsinnig hart” gewesen.

© APA/Jacqueline Godany (2)

„Überwältigt”Die Gewinnerin der Goldenen Medienlöwin zeigte sich nach der Preisverleihung kritisch im Rückblick auf das vergangene Jahr; es sei vor allem für Frauen „wahnsinnig hart” gewesen.

Redaktion 11.06.2021

Petra Stuiber ist Medienlöwin 2020

Die stellvertretende Standard-Chefredakteurin wurde für Präsenz, Lebenswerk und Vorbildfunktion geehrt.

WIEN. Vergangene Woche wurde die Standard-Journalistin Petra Stuiber als Goldene Medienlöwin 2020 prämiert. Der Preis des Österreichischen Journalistinnenkongresses wurde coronabedingt erst heuer vergeben. Neben Stuiber wurden auch das „Debatten”-Ressort der Presse sowie ein Beitrag des deutschen Handelsblatts mit einer Auszeichnung geehrt.

„Bleiben wir stark!”

„Ich bin überwältigt”, freute sich Stuiber über den Preis, der von der Wirtschaftskammer Österreich gestiftet wurde. „Ich habe sehr lange beim Standard gearbeitet und hatte das Glück, dass es dort immer ein Bewusstsein für Gleichstellung und Frauenförderung gegeben hat”, meinte sie. Das vergangene Jahr sei „wahnsinnig hart” gewesen. Frauen seien in den Hintergrund gedrängt worden und viele vom Arbeitsmarkt verschwunden. „Wir Journalistinnen müssen darauf schauen, dass wir einander fördern und recherchieren, wie es den Frauen in und nach der Pandemie ergeht”, so ­Stuiber.

In die Zukunft blicke sie dennoch zuversichtlich. „Es gibt junge, feministische Journalistinnen, die sich gegen mächtige Medienmacher wie im Hause Fellner zur Wehr setzen”, sagte die stellvertretende Chefredakteurin in Hinblick auf die Belästigungsvorwürfe rund um Wolfgang Fellner. „Wir sind alle miteinander nicht alleine. Machen wir weiter, bleiben wir stark”, schloss die prämierte Journalistin ihre Rede.
Die Journalistin sei „nebst ihrer Expertise in historischen wie politischen Fragen und ihrer immerwährenden Einsatzbereitschaft auch für ihren Humor bekannt”, heißt es in der Presseaussendung des Journalistinnenkongresses. Nominiert waren neben Stuiber auch Barbara Haas von der Wienerin und Dodo Roscic vom ORF.

Weitere Auszeichnungen

Mit der Silbernen Medienlöwin, die für einen redaktionellen Beitrag, der sich kritisch und realitätsnah mit der Situation oder Lebenswelt von Frauen auseinandersetzt, wurden Fulya Cayir und Mona Fromm von der deutschen Tageszeitung Handelsblatt für ihr Feature „Corporate Chaos” prämiert. „Wir haben das richtige Thema gewählt – das zeigt uns nicht nur das Social-Media-Echo, sondern auch diese Auszeichnung”, meinen die beiden über ihren Artikel rund und die Realität hinter dem Wort „Diversity”.

Als Medienlöwe, eine Redaktion, die sich durch besonders frauenunterstützende Berichterstattung kontinuierlich auszeichnet, ging das „Debatten”-Ressort der Presse unter der Leitung von Anna-Maria Wallner hervor. „Wir sind angetreten, um die Diversität im Debatten-Ressort zu steigern. Ich freue mich, dass das jetzt schon wahrgenommen wird”, so Wallner. (APA/red)

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