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PR hat Zukunft in ­Zeiten der Krisen © Panthermedia.net / Lightsource
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Redaktion 10.06.2022

PR hat Zukunft in ­Zeiten der Krisen

Im Agency Log #41 sprach medianet-Herausgeber Chris Radda mit Vertretern der Führungsriege von Grayling Austria.

••• Von Petra Stückler

WIEN. Die PR-Agentur Grayling Austria gehört mit rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Österreich zu den größten Playern und Top Performern unter den Public Relations-Agenturen.

Wie Grayling Austria sich vom Mitbewerb unterscheidet, wie man in schwierigen Zeiten und Krisensituationen am Ball bleibt und welche Werte im Unternehmen besonders wichtig sind, davon erzählten im Agency Log #41 Nicole Hall, Managing Director und Leiterin der Brand und Product Communication, Moritz Arnold, Senior Director der Corporate Affairs Unit, und CEO Sigrid Krupica im Gespräch mit media­net-Herausgeber Chris Radda.
Die 360 Grad Fullservice PR-Agentur mit Sitz in Wien ist eine 100%ige Tochter eines global agierenden britischen Unternehmens und kann bei Bedarf auf ein internationales Netzwerk zugreifen. Keine andere Agentur hat einen vergleichbaren Footprint an eigenen Offices im CEE-Raum.
Obwohl Pandemie und Krieg ihre Spuren auch im Grayling-Netzwerk hinterlassen – momentan besonders gebeutelt sind die russischen Kollegen sowie auch in Polen und im osteuropäischen Raum –, sieht CEO Sigrid Krupica doch einen positiven Trend: „Wir sind die Zukunftsbranche, ich sehe das ganz stark so. PR ist gerade in Krisensituationen essenziell. Die Vorbereitung auf das Unerwartete ist ein Teil unserer Arbeit. Wir versuchen mit unseren Kunden ständig daran zu arbeiten, dass man nicht kalt erwischt wird. Alles kann man aber leider nicht vorbereiten. Man hätte sich das, was wir jetzt gerade mitmachen, in den schlimmsten Träumen nicht erwartet.”
Und so legt man bei Grayling ein Hauptaugenmerk darauf, langfristig resiliente Projekte auf die Beine zu stellen, denn das komme nie aus der Mode, und „es ist etwas, das bleiben wird”, so die Einschätzung von Sigrid Krupica.
Dass man in der Krise, wenn das Geld knapper werde, auch mit geringen Kosten sehr viel erreichen könne, gehöre laut Krupica zu den USPs der Public Relations.

Viel Inhalt für wenig Geld

„Das ist die Topleistung, die wir als Agenturen schaffen – wenn man ein strategisches Kommunikationskonzept aufsetzt, alles auf einen gemeinsamen Nenner bringt, die zentrale Botschaft findet und kommuniziert. Das ist das, wo wir uns oft monatelang den Kopf zerbrechen und am Ende wirkt es dann ganz einfach. Wenn es ganz einfach und simpel wirkt und flutscht, dann sind wir erfolgreich gewesen. Wenn es zu komplex ist und zu schwierig, wenn man zu viel erklären muss, dann muss man noch ein wenig nachschärfen”, schildert Krupica, und Nicole Hall setzt nach: „Storytelling ist wahnsinnig spannend und für uns als Berater eine große Herausforderung. Viele Marken heben sich voneinander nicht ab. Wenn ein Markenkunde zu uns kommt, schauen wir, was könnte der USP sein, was passt zur Marke. Es muss authentisch sein. Hier rundherum eine Geschichte zu spinnen, in Berücksichtigung, was ist stimmig in der Welt und auch die Konsumenten abzuholen in ihren Lebensrealitäten, das ist die Herausforderung.”

Einfluss der Influencer

Um die Menschen zu erreichen, müsse man heute besondere Wege gehen, auch aufgrund der neuen Technologien, die im letzten Jahrzehnt ins PR-Geschäft eingezogen sind. Influencer, Meinungsmultiplikatoren und Gate Keeper nutzen das Bewegtbild, auf Plattformen, die drei Milliarden User haben. Bei Grayling sei man mit der Entwicklung mitgewachsen. Nicole Hall erklärt dazu: „Gerade im Brand- und Produktbereich ist es eine große Bereicherung, dass es Influencer Marketing gibt. Weil wir sehen, das der Print-Markt ein bisserl schrumpft. Die Bandbreite, wo wir unsere Themen unterbringen könnten, ist im Printbereich kleiner geworden. Und dafür um so vieles größer geworden, wenn wir uns der Influencer bedienen, und derer Tools und unsere Botschaften über diese Kanäle hinaustragen.”

Auch beim Employer Branding müsse man heutzutage neue Wege gehen. Glaubwürdigkeit und das gewisse Etwas mache beim Recruiting den ­Unterschied. Bei Grayling setze man auf ein wertschätzendes Miteinander und Mundpropaganda. Moritz Arnold betont die Bedeutung des Employer Brandings. Vor dieser Challenge stünden tatsächlich viele Unternehmen. In gewisser Weise sei es auch ein begrüßenswerter Trend, erklärt er: „Weil die Leute sich nicht nur von tollen Zahlen und einem netten Benefit, wie einem Obstkorb, motivieren lassen. Sondern tatsächlich den größeren Sinn suchen. Es geht um die Geschichte, die das Unternehmen erzählen muss, und wofür das Unternehmen steht. So holt man sich die Leute, die viel zitierten Talente, ab.”
Die Unternehmen gelte es in diesem Prozess des EmployerBrandings zu unterstützen. Es gehe darum, die Essenz herauszuarbeiten, und dies müsse glaubwürdig sein. „Wir haben keine Maschinen, keine Patente, keine Softwarelösungen und auch keine Waren”, unterstreicht Sigrid Krupica den Human-Factor, „denn PR ist ein People Business.”


Das vollständige TV-Interview sehen Sie unter:

https://tv.medianet.at/video/agency-log-guardians-publicity
Redaktion TV: Andy Marada

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