MARKETING & MEDIA
Rückgang von Social Media-Kampagnen © APA/AFP/Joel Saget
© APA/AFP/Joel Saget

Redaktion 22.11.2019

Rückgang von Social Media-Kampagnen

Der Dialogmarketing Verband Österreich führte eine ­länderübergreifende Studie für den D-A-CH-Raum durch.

Social Media ist ein heiß diskutiertes Thema im Marketing. Die Frage, welche Plattform „sterben” und welche, wie zum Beispiel TikTok, von heute auf morgen in die Höhe sprießen wird, beschäftigt gerade zahlreiche Marketer für die Jahresplanung 2020.

Spannende Insights dazu konnte der DMVÖ gemeinsam mit dem 1. Arbeitskreis Social Media B2B (München) in einer länderübergreifenden Studie für den D-A-CH-Raum herausfinden.

TikTok nicht relevant für B2B

Mehr als 5,5 Mio. Nutzer in Deutschland sind auf der Musik-App anzutreffen; in den USA rufen Nutzer die TikTok-App mehr als 8-mal pro Tag auf, in Deutschland sind es sogar 10-mal pro Tag.

Eine verloren geglaubte Zielgruppe tummelt sich momentan auf der gehyptesten Plattform von 2019, denn 69% der aktiven Nutzer sind zwischen 16 und 24 Jahre alt.
Klingt vielversprechend, doch die Studie des DMVÖ und 1. Arbeitskreis Social Media B2B zeigt, dass TikTok für Österreichs Unternehmen trotz des enormen Medienechos auch 2020 noch nicht relevant sein wird.
In der B2B-Studie konnte zudem herausgefunden werden, dass die Unternehmen auch in den nächsten zwei Jahren keine Einführung von TikTok planen.
Die Plattform ist am ehesten dazu da, Influencer sowie potenzielle und eigene Mitarbeiter und die allgemeine Öffentlichkeit zu erreichen – also momentan noch wenig relevant für die B2B Kommunikation.

Facebook ist Nummer 1

Die Big Five – Facebook, LinkedIn, YouTube, Xing und Instagram sind momentan die gängigsten Social Media-Plattformen in der B2B-Kommunikation. Twitter ist in Österreich nicht relevant, wohingegen in Deutschland 53,6% aller Unternehmen dies in ihrer Kommunikationsstrategie integriert haben.

Beim Vergleich mit Deutschland wird klar, dass Xing stark bei Österreichs Marketern verloren hat; hier ist der Nutzungsgrad um 10,1 Prozentpunkte auf 45,5% zurückgegangen. Der Fokus liegt hier vielmehr auf LinkedIn, denn diese Plattform konnte einen Zuwachs von 12,7 Prozentpunkten verzeichnen – das ist eine starke Nutzungsrate von 71,8%.

Profis nach vorn

Die Bedeutung von Agenturen hat stark zugenommen: Momentan werden 85,9% aller Unternehmen bei der Content-Generierung für Social Media unterstützt.

Agenturen stehen hier vor allem beratend zur Seite, denn 42,9% der befragten Unternehmen gaben an, für die Entwicklung der Social Media-Strategie eine Agentur zu bestellen.

Strategische Partnerschaft

Ein deutlicher Rückgang ist bei der Erstellung des Redaktions- und Themenplans sowie der Durchführung von Social Media-Kampagnen zu erkennen.

Damit wird klar, dass Agenturen sich immer mehr zum strategischen Partner entwickeln und die Strategieentwicklung oder das Coaching sowie das Tagesgeschäft unterstützen. Gleichzeitig nehmen Unternehmen immer mehr Tätigkeiten selbst in die Hand.
Das Fazit schließlich ist, dass es keine eigenen B2B-Parameter braucht, denn es sind immer noch Menschen, die die Entscheidungen treffen.
Marketer sollten sich für die Jahresplanung 2020 vor allem bewusst werden, dass „Human to Human” ein vielversprechender Ansatz ist.

Experimentieren lohnt sich

B2C von B2B zu unterscheiden, ist nicht mehr der einzig wahre Weg.

Auch sollten Österreichs Marketer manchmal Abstand von alten und erprobten Erfolgsrezepten in der Social Media-Kommunikation nehmen und sich etwas trauen, denn genau dafür ist es auch da.

Hand in Hand

Bereits zum vierten Mal gingen der Dialog Marketing Verband Österreich (DMVÖ) und der 1. Arbeitskreis für Social Media in der B2B-Kommunikation in der aktuellen Umfrage den Trends und Tendenzen im Bereich Social Media in der B2B-Kommunikation nach.

Die Erweiterung der Studie in die Schweiz gelang aufgrund der hohen Kooperationsbereitschaft der Handelskammer Deutschland/Schweiz. In Österreich unterstützten der Verlag Weka Industriemedien und die Deutsche Handelskammer tatkräftig durch ihre Netzwerke. Für die Auswertung der Ergebnisse sorgte die renommierte Hochschule Ansbach in Deutschland. (gs)


Die Studienergebnisse können ab sofort unter folgendem Link abgerufen werden:

www.dmvoe.at/download-social-media-studie-2019

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