Scholl und Ganner übernehmen interimistische Führung der APA nach Berufung von Clemens Pig zum ORF-Generaldirektor
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Maria Scholl und Klemens Ganner wurden interimistisch mit der Führung der APA-Austria Presse Agentur betraut.
MARKETING & MEDIA Redaktion 17.06.2026

Scholl und Ganner übernehmen interimistische Führung der APA nach Berufung von Clemens Pig zum ORF-Generaldirektor

Nachfolge bei der Nachrichtenagentur geregelt.

WIEN. Die Chefredakteurin Maria Scholl und der Chief Operating Officer Klemens Ganner haben am Mittwoch bei einer Eigentümerversammlung die interimistische Führung der APA-Austria Presse Agentur übernommen. Scholl wurde zum geschäftsführenden Vorstandsmitglied bestellt, Ganner zum zweiten Geschäftsführer ernannt. Sie folgen auf Clemens Pig, dessen Verträge im Einvernehmen aufgelöst wurden. Pig war zehn Jahre als Chief Executive Officer an der Spitze der Nachrichtenagentur tätig und wurde kürzlich vom Stiftungsrat zum ORF-Generaldirektor ab 2027 gewählt.

„Nach zehn erfüllenden und erfolgreichen Jahren an der Spitze der APA freue ich mich sehr, den Führungsstab innerhalb des etablierten Managements der österreichischen Nachrichtenagentur-Gruppe weiterzugeben“, wurde der designierte ORF-Chef in einer Aussendung zitiert. APA-Vorstandsvorsitzender Hermann Petz und Aufsichtsratsvorsitzende Ingrid Thurnher dankten Pig für die „erfolgreiche Führung der APA in den vergangenen zehn Jahren“ und freuen sich „auf die Zusammenarbeit mit Maria Scholl und Klemens Ganner, die das Unternehmen bestens kennen und damit eine nahtlose Übergangsphase gewährleisten“.

Auch der Redaktionsbeirat der APA zeigte sich in einer Aussendung erfreut über die Entscheidung, vor allem, weil „die APA damit in ihrem Jubiläumsjahr – 80 Jahre nach der Gründung – erstmals von einer Frau geführt wird“.

Jahrelange APA-Erfahrung
Scholl, geboren 1984, steht seit 2023 an der Spitze der APA-Redaktion. Die Wienerin studierte vergleichende Literaturwissenschaft und Psychologie und promovierte zu Methoden der Leseforschung. Sie ist bereits seit 2007 für die APA tätig. Ab 2010 war sie Redakteurin für Kultur und Wissenschaft, ab 2018 verantwortete sie regelmäßig die Funktion der Newsmanagerin. 2019 wurde Scholl zur stellvertretenden Chefredakteurin aufgestiegen und übernahm zentrale Struktur- und Technologieprojekte für die Redaktion. 2025 wurde sie zur Präsidentin des Vereins der Chefredakteurinnen und Chefredakteure gewählt.

Ganner, geboren 1976, studierte Betriebswirtschaft in Wien und Illinois und trat 2003 in die APA ein. Er betätigte sich zunächst in Business Development und Key Account Management. 2009 übernahm er die Geschäftsführung der Bildagentur PictureDesk, die heute als APA-Images firmiert. 2016 wurde er Geschäftsführer des Tochterunternehmens APA-DeFacto, heute APA-Comm. Seit 2019 ist Ganner Prokurist der Austria Presse Agentur, seit 2023 auch Chief Operating Officer der APA-Gruppe.

Geschäftsergebnis positiv
Das Geschäftsjahr 2025 verlief für die APA positiv. Der Konzernumsatz sank zwar um 2,8 Millionen Euro auf 77,5 Millionen Euro, was jedoch auf den Verkauf des Tochterunternehmens Gentics Software zurückzuführen ist. Bereinigt um diesen Effekt stieg der Umsatz um 0,9 Prozent. Das operative Ergebnis erhöhte sich auf 5,5 Millionen Euro gegenüber 3 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belief sich auf 3,8 Millionen Euro nach 2,3 Millionen Euro 2024. Der Personalstand nach Vollzeitäquivalenten sank von 516 auf 474 Mitarbeiter, der Verlust von 26 Stellen wird auf den Verkauf von Gentics zurückgeführt.

Bei der Eigentümerversammlung wurden zudem Änderungen in den APA-Gremien vorgenommen: Ingrid Thurnher (ORF) wechselt vom Vorstand in den Aufsichtsrat und übernimmt dort den Vorsitz. Alexander Mitteräcker (Der Standard) wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands gewählt. Harald Kräuter (ORF) und Oliver Pokorny (Kleine Zeitung) treten neu in den Vorstand ein, Hubert Patterer (Kleine Zeitung) scheidet aus diesem aus.

Strategieupdates für 2027 bis 2030
Im abgelaufenen Jahr lag ein Fokus der APA auf der Entwicklung des neuen Redaktionssystems „First by APA", mit dem bereits das erste Modul „Agenda" implementiert wurde. Die Bildagentur firmiert seit November unter dem Namen APA-Images, der Bildbestand wurde in die zentrale Recherche- und Planungsplattform APA-NewsDesk integriert und um semantische KI-Suche sowie partielle KI-Gesichtserkennung ergänzt. Das weitere Jahr 2026 steht im Zeichen eines Strategieupdates für die Jahre 2027 bis 2030. Mit dem Programm „APA[2]AI" legte die APA eine neue Evolutionsstufe ihrer KI-Strategie vor. Im März wurde mit „AustroBERT", entwickelt in Kooperation mit der AI Factory Austria, ein selbst entwickeltes KI-Modell realisiert, das der Kategorisierung von Medientexten dient. (APA/red)

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