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Smart Propak © L. Schedl

Marko ­Schuster (Mondi), Georg-Dieter Fischer (Propak), Andreas Blaschke (MM Packaging), Manfred Tacker (FH Campus), Herwig Schneider (IWI, v.l.).

© L. Schedl

Marko ­Schuster (Mondi), Georg-Dieter Fischer (Propak), Andreas Blaschke (MM Packaging), Manfred Tacker (FH Campus), Herwig Schneider (IWI, v.l.).

Redaktion 22.06.2018

Smart Propak

Eine neue IWI-Studie beleuchtet den aktuellen ­Qualifikationsbedarf der Verpackungsbranche.

WIEN. Rund 100 Unternehmen veredeln in Österreich Jahr für Jahr mehr als eine Mio. t Papier und Karton zu vielfältigen, hochwertigen Produkten wie etwa smarte Verpackungslösungen für Lebensmittel, die mittels Sensoren Auskunft über den Zustand des Inhalts geben, Etiketten, die Produktfälschungen aufzeigen, Brettspiele, die auch am Smartphone funktionieren, bis hin zu Papierwaren, die im medizinischen oder Büroalltag verwendet werden.

Digital in die Zukunft

„Das Jahrzehnt der Digitalisierung ist angebrochen. Die Propak ist bereit für die Zukunft”, sagt Georg Dieter Fischer, CEO Smurfit Kappa Group Corrugated Central Europe und Obmann des Fachverbands Propak.

Der Erwerb digitaler Kompetenzen wird immer wichtiger. „Für all diese Entwicklungen brauchen die Arbeitgeber neue Lösungen”, sagt Fischer. „Das betrifft in erster Linie einen zeitgemäßen Rechtsrahmen für Arbeit und vor allem die Rücknahme von Golden Plating zulasten der Unternehmen” sagt Fischer.

Wo sind die Fachkräfte?

Noch nie fiel es so schwer, geeignetes Personal zu finden: „71 Prozent der Propak-Unternehmen weisen derzeit unbesetzte Stellen auf”, sagt Herwig Schneider vom Industriewissenschaftlichen Institut IWI.

„Es finden sich zu wenig geeignete Fachkräfte, wobei sich die Mängel neben fachlich-methodischen Kompetenzen vor allem in mangelnder Kommunikations- bzw. Teamfähigkeit und zu geringer Kunden- und Serviceorientierung zeigen”, lautet eines der Ergebnisse der brandaktuellen Studie des IWI im Auftrag von Propak.
Demgegenüber zeigt sich ein Trend in Richtung höherer Qualifikationsniveaus. Während sich der Anteil der Uni-Absolventen am gesamten Personal seit 2012 nahezu verdreifacht hat, ist jener der Facharbeiter ohne Lehrabschlussprüfung um mehr als die Hälfte rückläufig. Besonders die Nachfrage nach Kompetenzen im IT-Bereich steigt. Benötigt werden vor allem Mitarbeiter für die Planung, Simulation und Überwachung komplexer und vernetzter Produktionsprozesse. Auch Social Skills, allen voran Flexibilität, Teamfähigkeit und Problemlösungskompetenz, sind vermehrt gefragt.

Aus- und Weiterbildung

Die Unternehmen müssen somit (noch) erfinderischer werden, um jedes Potenzial zu nutzen.

Deshalb ist Aus- und Weiterbildung ein zentrales Anliegen des Fachverbands Propak; mit dem Bildungsforum haben die Unternehmen einen kompetenten Partner an ihrer Seite, der sie dabei tatkräftig unterstützt.
Jährlich werden mehr als 600 Stunden Ausbildungen, Kurse und Lehrgänge angeboten.
Darüber hinaus ist der Fachverband seit 2015 Mitinitiator des Bachelor-Studiums Verpackungstechnologie und des im Herbst beginnenden berufsbegleitenden Master-Studiums „Packaging Technology and Sustainability” an der FH Campus Wien – übrigens das erste berufsbegleitende Masterstudium in der D-A-CH-Region, das sich mit der Querschnittsmaterie Verpackungstechnologie befasst.

Es ist nicht alles Gold …

Der Blick auf die Propak-Bilanzzahlen zeigt für das Geschäftsjahr 2017 eine grundsätzlich positive Entwicklung: Auf dem Heimmarkt Österreich erzielte die Branche ein Plus von +7,5 Prozent (in t), das ist eine Menge von 1,2 Mio. t. Wertmäßig betrug der Zuwachs aber „nur” +3,5 Prozent auf 2,25 Mrd. €.

In Verbindung mit massiv gestiegenen Rohstoffkosten hatte die Branche mit einer klaren Wertschöpfungsthematik zu kämpfen. Zwei Drittel der Unternehmen erzielten 2017 Ergebnisse, die bestenfalls gleich wie 2016 waren.
Der Anteil der Exporte ist 2017 weiter leicht gestiegen (+2%). Die Exportquote der Branche beträgt damit wertmäßig 74%. Insgesamt wurden 745.000 t (+4,6%) an Produkten aus Papier und Karton im Wert von 1,67 Mrd. € (+5,6%) exportiert. „Für 2018 sehen wir unter der Annahme eines günstigen Konjunkturverlaufs ein Wachstum von maximal plus zwei bis drei Prozent bei der Menge”, sagt Propak-Obmann Fischer.

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