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Starke Stimme für die Werbebranche © Eva-Maria Mrazek/evatrifft.com
© Eva-Maria Mrazek/evatrifft.com

Redaktion 05.11.2021

Starke Stimme für die Werbebranche

Solidarität ist für Fachverbands-Obmann Michael Mrazek ein wesentliches Mittel der Krisenbewältigung.

••• Von Dinko Fejzuli und Britta Biron

Ob sich der seit Frühling erkennbare Aufwärtstrend in der österreichischen Werbewirtschaft, wie vom Wirtschaftsforschungs Institut (Wifo) prognostiziert, auch im Herbst fortsetzt, wird man Ende des Monats sehen, wenn der neue Werbeklimaindex vorliegt.

Selbst wenn die Ergebnisse erfreulicher als erwartet ausfallen sollten, heißt das aber nicht, dass die Krise überstanden ist.
„Die Kommunikationswirtschaft musste 2020/21 erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Covid-19 war und ist für die Mitgliedsunternehmen eine riesige Herausforderung. Der Live-Bereich ist noch immer massiv betroffen”, sagt Michael Mrazek, Obmann des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Große Herausforderungen

Angesichts der massiven wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werde man als Interessensvertretung einen starken Fokus auf die Ankurbelung der Konjunktur legen sowie auch weitere Schwerpunkte in einer Reihe anderer, für die Branche wichtiger Themenbereiche, wie etwa Werbe-Selbstregulierung, Medienpolitik, faire Wettbewerbsbedingungen, Digitalisiserung und neue Geschäftsmodelle, setzen.

Auch Maßnahmen zur Nachwuchsförderung sowie Aus- und Weiterbildung stehen auf der Agenda weiterhin ganz oben, denn wie in vielen anderen Wirtschaftssektoren wird auch in der Werbebranche die Besetzung offener Stellen zunehmend schwierig.

Gezielte Maßnahmen setzen

„Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern wächst massiv. Ein knappes Zehntel der Werbeunternehmen gibt an, derzeit primär durch Arbeitskräftemangel in der Geschäftstätigkeit behindert zu sein”, sagt Mrazek und weist darauf hin, dass sich die Anforderungen der Branche an ihre Bewerber stark geändert haben. Vor allem digitale Kompetenzen seien heute unverzichtbar.

Dass diese durch die Reform seit 2018/19 stärker in der Lehrlingsausbildung berücksichtigt werden, sieht er als wichtigen Schritt, dem noch weitere folgen werden. „Wir wollen mit praxisnäherer Ausbildung die Qualifikation der Bewerber heben und die Erwartungen der Branche und die Fähigkeiten der Berufseinsteiger angleichen.”
Wie wichtig die Arbeit des Fachverbandes ist, zeige sich, so Mrazek, aktuell auch bei der Novellierung des Urheberrechtsgesetzes: „Im Vergleich zu den Papieren des Justizministeriums vom Dezember 2020 ist der nunmehr vorliegende Entwurf wesentlich ausgeglichener und sachlicher. So finden sich Ausnahmen für Werbefilme, nachrangige Beiträge, Nutzungsrechte im Rahmen von Arbeitsverhältnissen und Werke für Marken/Designs bei den Regelungen zur angemessenen Vergütung wieder.”

Leistungsschau auf …

Eine hohe Priorität für den Obmann hat auch der Plan, den 2017 vom Fachverband ins Leben gerufenen Austriacus durch die Einbindung der Wiener Kreativbranche zu einem echten bundesweiten Award zu machen und darüber hinaus auch eine Brücke zum Staatspreis Werbung zu schlagen, der vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort vergeben wird.

„Mit einem neuen Konzept sollen die Austriacus-Gala samt Verleihung des Bundeswerbepreises und der Staatspreis Werbung als bedeutendster Branchenaward für die österreichische Werbewirtschaft nachhaltig positioniert werden.”
Die Vorteile liegen auf der Hand: „So ist damit etwa eine breitere Basis an Einreichungen aus allen Bundesländern zu erzielen und eine repräsentative Gesamtschau der Leistungen der auftraggebenden und auftragnehmenden Unternehmen der österreichischen Werbewirtschaft zu ermöglichen. Agenturen wird so die Chance auf eine Präsenz im Rahmen der Austriacus-Gala und gleichzeitig auf eine Prämierung bei einem Staatspreis geboten.”

… nationaler Ebene

Noch steht man bei der Umsetzung am Anfang. In einem ersten Schritt gehe es jetzt darum, einen gemeinsamen Nenner für die unterschiedlichen Voraussetzungen am „zentralen Medienstandort Wien”, wo mehr als die Hälfte des jährlichen Umsatzes der Werbebranche von rund 6,5 Mrd. € erwirtschaftet werden, und jenen in den anderen Bundesländern zu finden.

„Auf dieser Basis führen wir dann die weiteren Verhandlungen mit dem Wirtschaftsressort”, erklärt der Obmann die Strategie. „Wir gehen bei unseren Planungen davon aus, dass wir bis Herbst 2023 einen gelungenen gesamtösterreichischen Branchenenevent auf die Beine stellen werden”, erläutert Mrazek.

Starke Stimme

Abgesehen von der Rolle einer gesamtösterreichischen Leistungsschau habe das Projekt auch eine hohe strategische Bedeutung: „Mit der gemeinsamen solidarischen Strategie sind wir als Fachgruppe laut genug, um auch von der Politik wahrgenommen zu werden. Das haben wir in der Vergangenheit ebenso oft erlebt wie leider auch das Gegenteil, wo Einzelinteressen das gemeinsame Ganze hinterfragt haben. Ich würde mir wünschen, dass in einer ohnehin polarisierten Gesellschaft die Notwendigkeit gemeinsamen Handelns stärker erkannt wird. Das sollte uns jetzt als Bundesverband und neun starken Landesorganisationen in den Fachgruppen möglich sein.”

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