Steirischer Pionier der Außenwerbung ist 100© Christian Jungwirth
MARKETING & MEDIA Redaktion 09.02.2024

Steirischer Pionier der Außenwerbung ist 100

1924 gegründet, feiert der Ankünder unter anderem mit einer gebrandeten Straßenbahn sein Jubiläum.

••• Von Dinko Fejzuli

Im Jahr 1924 als Gemeinschaftsunternehmen der Stadt Graz und der Firma „Kienreichs Anzeigen Vermittlungsgesellschaft m.b.H.” gegründet, feiert der Ankünder heuer sein 100jähriges Jubiläum. Mittlerweile nicht nur Marktführer in der Steiermark, ist man gemeinsam mit dem Partner Gewista/JCDecaux auch in den Märkten Wien, Salzburg, Kärnten, Tirol, Vorarlberg und in den Auslandsmärkten Slowenien und Kroatien tätig. Aus gegebenem Anlass bat medianet CEO Bernd Schönegger und Geschäftsführer Dieter Weber zum Interview.


medianet:
Herr Schönegger, aus Ihrer Sicht – was waren die wesentlichen Milestones in der Entwicklung des Unternehmens?
Bernd Schönegger: Ein wichtiger Grund für die langjährige Erfolgsgeschichte des Ankünder war die ständige Weiterentwicklung und das Vorantreiben von Innovationen für den südösterreichischen Außenwerbemarkt. Der Weg vom steirischen Plakatanschlag-Unternehmen bis zum international vernetzten Außenwerber lässt sich gut mit dem Credo ‚think global, act local' erklären. Unsere tiefe Verwurzelung mit der regionalen Wirtschaft, die Nähe zu den Werbenden und der gleichzeitige Fokus auf Diversifikation und Innovation im Portfolio sind die Erfolgsfaktoren. Ein wichtiger Meilenstein in der jüngsten Geschichte war die Vernetzung mit Gewista/JCDecaux, um an den technologischen Schritten in der Außenwerbung teilzuhaben und diese für unsere Kunden zu nutzen.

 

medianet: Sie bieten in den vier Medienkanälen klassische und digitale Werbeflächen, Transport Media sowie kreative Lösungen insgesamt 16 verschiedene Medien an. Worin sehen Sie die besonderen Stärken des Ankünder?
Schönegger: Unser Außenwerbeportfolio ist so bunt wie die Menschen, die unterwegs sind und diese Medien sehen – ob die Autofahrer, die an unseren Großplakaten oder Premium Screens vorbeifahren, oder die Jungen, die am Weg zur Schule oder zu Uni in den Wartehäusern sitzen. Ob Stadt oder Land, ob jung oder alt – Ziel ist es, die Menschen dort zu erreichen, wo sie unterwegs sind und wo Werbung für sie relevant ist.

Eine weitere Stärke ist die Ansprache unterschiedlicher Kundengruppen. Vom Kleinplakat für das Theaterstück bis zur nationalen Markenkampagne können wir mit unserem breit aufgestellten Angebot und der guten Vernetzung mit allen Beteiligungsunternehmen in Österreich sowie in Slowenien und Kroatien ein kompetenter Werbe­partner für alle Budgets sein.


medianet:
Herr Weber, abseits der vier Kategorien zeigen Sie aber immer wieder auch mit spektakulären OOH-Umsetzungen auf, etwa ein Launch-Event, bei dem am Ende Rennsportlegenden wie Bernie Ecclestone, Jean Todt, Richard Mille oder Sir Jackie Stewart in Graz mit einer Jochen Rindt-gebrandeten Straßenbahn gefahren sind, um einen nach ihm benannten Platz einzuweihen. Wie wichtig sind solche ‚Out of the Box'-Inszenierungen für die Positionierung des Ankünders als innovatives Unternehmen?
Dieter Weber: In der Werbung geht es um neue Ideen, kreatives Denken und die Verbindung von Marke, Emotion und Sinn. Vor allem suchen unsere Kunden die Möglichkeit, etwas Neues, Anderes zu machen und so besser wahrgenommen zu werden. Da hilft es, wenn wir mit solchen einzigartigen Aktionen beweisen: Wir sind dein perfekter Partner für deine Ideen und schauen, dass deine Werbung wirkt.

Es gibt viele Trends und Ideen, an denen wir gerade arbeiten: Life Content im Stadtgebiet, Katastrophenwarnungen über unsere Außenwerbemedien, Shopping Center Advertising … Die Ideen und Herausforderungen gehen uns nicht aus. Mit diesen Projekten geben wir der Außenwerbung eine neue Bedeutung im öffentlichen Raum und in der Medienwahrnehmung; das befeuert die Relevanz dieser Mediengattung und wird uns für die Zukunft rüsten. Die Städte werden immer größer, sie wollen mit ihren Bewohnern smart kommunizieren, sie erreichen. Da wird Außenwerbung eine immer wichtigere Rolle spielen.


medianet:
Kommen wir zur Gattung Außenwerbung an sich. Die aktuelle Focus-Werbebilanz für 2023 weist vor allem für Digital-out-of-Home hohe Wachstumsraten aus. Hier haben Sie ja auch ein breites Portfolio an Screens und Videowalls. Wie entwickelt sich dieser Sektor beim Ankünder?
Weber: Wir freuen uns über zweistellige Wachstumsraten. DOOH ist der entscheidende Treiber im Wachstum des Ankünder. Wir bauen unsere digitalen Werbeträger aus, jedoch immer mit der Prämisse der Exklusivität des Standorts und der hohen Qualität der Leistungswerte. Auch hier diversifizieren wir – das digitale City Light an Top-Standorten in der Innenstadt, die Premium Screens an den besten Straßenzügen und Einfahrten der Stadt.

Durch die Ausrichtung auf Top-Leistungswerte und die gleichzeitige Möglichkeit der zielgenauen Ansteuerung von Kundengruppen wird DOOH ein immer bedeutenderer Player in den Werbeplänen. Die hohe Qualität und Relevanz unserer digitalen Medien durch die Kontaktwerte aus dem Outdoor Server Austria und der programmatischen Buchungsmöglichkeit, die wir den Werbenden liefern können, wird noch für weiteres Wachstum sorgen.


medianet:
Sie sagten einmal, ‚Digital-out-of-Home ist kein Trend, sondern die Zukunftsaussicht für Außenwerbung' und dass Sie hier mit Ihrem Angebot auch über die Ballungszentren hinaus präsent sein wollen. Wie weit ist dieser Ausbau gediehen?
Schönegger: Unsere Ausbaupläne entwickeln sich mit den Zielen unserer Kunden mit. Wir planen eine Ausweitung, aber es wird eine strenge qualitative Auswahl getroffen, Reichweiten und Zielgruppen genau analysiert. Außerdem wägen wir stets zwischen Neu- und Umbau von Anlagen ab. Das Thema Nachhaltigkeit ist dabei für uns ein wichtiger Leitgedanke. In den nächsten Jahren wird es zu einer Netzerweiterung in die steirischen Regionen kommen, und auch das größte steirische Shopping Center spielt hier eine wesentliche Rolle, Stichwort Shopping Center Advertising.

medianet:
Kommen wir am Schluss zu einem Thema abseits von OOH – Ihr Unternehmen betätigt sich auch karitativ. Welche Motivation steckt dahinter?
Weber: Wir schenken seit 100 Jahren der steirischen Wirtschaft eine Bühne, sind Werbepartner der Kultur und sehen es als eine Verantwortung, auch im Sozialbereich eine Rolle zu spielen. Die Steiermark ist unser Kernmarkt, hier sind wir gewachsen und wir wollen auch einen Beitrag leisten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist eine Engagement im Bereich Nachhaltigkeit. Gerade Außenwerbemedien können im öffentlichen Raum wertvolle Einrichtung sein, um das Leben in den Städten angenehmer und sicherer zu machen – sei es das begrünte Wartehaus, das Schatten spendet, die beleuchtete Werbefläche darin, die in der Nacht Sicherheit gibt, oder der Defibrillator im Digitalen City Light, der 24/7 zugänglich ist. Wir sehen uns als Begleiter, Kommunikator und (Mit-)Gestalter im öffentlichen Raum. Ich glaube, dass uns diese Bedeutungen in Zukunft zu einem immer wichtigeren Medium im Mediamix machen.

medianet:
Frage zum Schluss – als Geburtstagskind darf man sich immer etwas wünschen: Was ist Ihr Wunsch für den Ankünder?
Weber: Dass die Menschen unterwegs bleiben. Dass die Kommunikationswege vielfältig bleiben und dass die Außenwerbung durch viele neue spannende Features als echte Brücke von der Online- in die Offline-Welt auch in 100 Jahren noch wirkt.

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