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Technik darf nicht Selbstzweck sein © Ben o’Bro
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Redaktion 13.09.2019

Technik darf nicht Selbstzweck sein

Daniela Haraszti und Eva Mandl von der Agentur Himmelhoch sprachen im Interview über den richtigen Einsatz von digitalen Möglichkeiten.

Der Trend Digitalisierung ist längst in der Livemarketing-Branche angekommen. Neue Formate drängen seit geraumer Zeit immer mehr in die Veranstaltungslandschaft und bestehende Formate, die sich bisher bewährt hatten, werden immer mehr modernisiert und mit digitalen Elementen versehen.

Die PR-Agentur Himmelhoch von Eva Mandl verfügt über eine eigene Event-Unit. Geführt wird diese von Daniela Haraszti. Gemeinsam bietet man nun so für seine Kunden eine gemeinsame Anlaufstelle für PR- und Livemarketing-Agenden. Im Interview mit medianet sprachen Mandl und Haraszti über die zunehmende Digitalisierung des Eventbereichs.


medianet:
Digitale Event-Tools werden immer häufiger bei Events eingesetzt – zur Unterhaltung der Gäste, aber auch, um technische Expertise zu demonstrieren. Sehen Sie als Expertinnen im Livemarketing diese Tools als sinnvolle Ergänzung für die erfolgreiche Event­organisation?
Eva Mandl: Es ist so wie mit allen Trends und Buzzwörtern: Am Anfang wollen gleich mal alle alles machen. Plötzlich möchte jeder Event mit ‚technischen Spielereien' auftrumpfen, ohne dabei einen Mehrwert für die zu transportierende Message zu bieten. Nach einem anfänglichen Hype pendelt sich so etwas aber wieder ein. Das heißt aber nicht, dass wir nicht an eine digitale Zukunft beim Livemarketing glauben. Nicht umsonst hat Himmelhoch innerhalb des letzten Jahres eine Digital-Unit gegründet und über den Zusammenschluss mit Muse Communication von Daniela eine Event-Agentur ins Team geholt. Wesentlich ist wie immer eine durchdachte Strategie. Die Frage ‚Passt die Maßnahme zu meiner Marke?' ist allgemeingültig und auch guter Rat. Ein Patentrezept für erfolgreiche Events gibt es nicht und das ist auch gut so.

medianet:
Wie entscheidet man, welche digitalen Event-Maßnahmen in die Kategorie ‚Technische Spielerei' fallen und welche Maßnahmen Sinn machen?
Daniela Haraszti: Gute Maßnahmen führen dazu, dass sich die Besucher Inhalte nachhaltig einprägen. Learning by doing, ist das Zauberwort. Die Maßnahmen sollen eine befriedigende emotionale Erfahrung sein oder schaffen auf intellektueller Ebene einen ‚Aha-Moment'. Der Einsatz von Technik darf dabei nicht Selbstzweck sein, sondern muss das Erzählen der Geschichte unterstützen.
Mandl: Gemeinsam mit SAP hat Himmelhoch zum Beispiel einen Truck als mobile Ausstellungsfläche für eine Pressetour genutzt. Thema war die digitale Transformation von Unternehmen. In dem Truck konnten die Teilnehmer hautnah erleben, wie sich Geschäftsprozesse durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Blockchain und Machine Learning effizienter gestalten lassen. Anhand von realen Fallbeispielen sind diese oftmals unklaren Trendwörter der Digitalisierung viel greifbarer geworden. Also Learning by doing!


medianet: Welche Tipps können Sie in Bezug auf gelungene Digitalisierungsmaßnahmen bei Live-Events mitgeben?
Haraszti: Die richtige Inszenierung macht viel aus. Eine gute Veranstaltung endet nicht einfach mit dem Verlassen des Eventgeländes – sie hat auch Nachwirkungen in den (Sozialen) Medien. Sie bieten eine riesen Chance, mit Events eine ­Zielgruppe zu erreichen, die deutlich über die Teilnehmerzahl hinausgeht.
Mandl: Nehmen wir einmal Events mit hoher Influencer-Dichte her. Die werden häufig nicht mehr vorwiegend für die anwesenden Gäste organisiert, sondern für die Follower der Teilnehmer. Die erleben das Ereignis ‚Second-Hand' über Social Media. Der Multiplikator-Effekt steht im Vordergrund. Bei der Eventorganisation muss dann von Beginn an mitgedacht werden: ‚Wie inszeniere ich das Erlebnis so, dass meine Gäste eine Geschichte zu erzählen haben?' (gs)

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