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The digital No. 1 is kraftwerk! © kraftwerk

kraftwerk-TeamGerald Grossberger, ­Angelika Hammer, ­Jürgen Ober­guggen­berger, Heimo Hammer, Anna Wessely.

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kraftwerk-TeamGerald Grossberger, ­Angelika Hammer, ­Jürgen Ober­guggen­berger, Heimo Hammer, Anna Wessely.

Skender Fejzuli 05.04.2019

The digital No. 1 is kraftwerk!

Die Wiener Agentur kraftwerk mit ihrem Geschäftsführer Heimo Hammer gewinnt 2019 den medianet xpert.award als beste Digitalagentur Österreichs.

••• Von Skender Fejzuli

Das Team von kraftwerk macht seinem Namen alle Ehre und holt sich den Sieg in der Kategorie „Digitalagentur” bei den medianet xpert.awards. medianet nutzte die Gelegenheit und sprach im Rahmen des Siegerinterviews mit Heimo Hammer, Geschäftsführer der Wiener Agentur kraftwerk, über das letzte Jahr und die Entwicklung der erfolgreichen Digitalagentur, die zu einer ebenso erfolgreichen Werbeagentur ausgebaut wurde.

 

medianet: Sie stehen dieses Jahr ganz oben auf dem Siegerpodest bei den medianet xpert.awards und werden als beste Digitalagentur ausgezeichnet. Was bedeutet dieser Erfolg für kraftwerk?
Heimo Hammer: Es macht mir Spaß, diesen Preis für alle Mitarbeiter, Freelancer, Partner und Kunden entgegennehmen zu dürfen. Denn durch die professionelle Vorgehensweise mit den drei Bewertungsbereichen (Baskets) wird alles abgedeckt: Die Kreativität, die Innovation, die Kundensicht, der finanzielle Erfolg und die Pitch-Bewertung. Umfassender geht’s nicht.

medianet:
Dem award liegt das ganze letzte Jahr zugrunde. Wie ist dieses Jahr 2018 aus Ihrer Sicht für die digitale Agenturszene verlaufen?
Hammer: Das digitale Marketing klettert je nach Kunden im Budget immer weiter nach oben. In England ist der digitale Anteil bei 58%, in Österreich im Schnitt bei 20%. Bei kraftwerk-Kunden liegt es ziemlich genau in der Mitte. Kunden, die digitale Werbung mit klassischer Werbung in einer guten Mischung wollen, haben vermehrt kraftwerk eingeladen und beauftragt.

medianet:
Wenn man jetzt diese Kunden, die letztes Jahr zu Ihnen kamen, genauer betrachtet, welches war dann das spannendste und welches das überraschendste Projekt 2018?
Hammer: Das spannendste ist sicherlich die Stadt Wien, wo kraftwerk immer mehr klassisch und digital machen darf. Eine Stadt wie Wien, die anders ist und auch kommunikativ herausfordernd wie keine zweite. Das überraschendste Projekt war sicherlich Henkel, wo wir nunmehr die Digitalagentur für alle Marken geworden sind und bei Glem vital Fullservice machen dürfen. Jetzt kann man sagen, warum überraschend? Weil es sich um einen Digital- und Social Media- Etat für tolle Marken handelt, wo über diese Schiene klassische Werbung mitbeauftragt wurde.

medianet:
Wie hat sich das Kundenportfolio insgesamt bei kraftwerk entwickelt?
Hammer: Wir betreuen zwölf Branchen, wo wir zuhause sind. Unser Kundenportfolio ist in den letzten Monaten mit Henkel, PSA Retail und Austria Trendhotels gewachsen, wobei es uns mehr um die Aufgabenstellung geht. Unsere Superkombi aus Digital und Klassik kommt gut an. Derzeit haben wir einige Markenentwicklungsprojekte im Haus, was für das Team ziemlich interessant ist.

medianet:
Wenn wir unseren Blick wenden und kraftwerk von innen betrachten, welche Entwicklung hat es in dieser Zeit intern gegeben, um nicht zu sagen, welche besonderen Highlights gab es sonst noch für kraftwerk 2018?
Hammer: Eine Agentur, die im Jänner 29 Jahre geworden ist, weiß natürlich, dass es nicht nur Highlights gibt, sondern dass man sich ständig hinterfragen muss. Wir haben im Jahr 2018 im ersten Halbjahr damit gekämpft, uns bei allen drei Bereichen weiterzuentwickeln. Wir haben sehr stark ingesourced, um das Kreations- und Servicelevel zu heben. Das ist uns dann im zweiten Halbjahr sehr zugute­gekommen. Es geht nichts über Menschen, die man schätzt und nicht verarscht. Man kann auch tolle Kollegen oder Mitarbeiter sagen.

medianet:
Gehen wir in das Jahr 2019. Gibt es ein besonderes Projekt, das Sie schon in Angriff genommen haben?
Hammer: Viele Agenturen drehen sich im Kreis oder werden von der digitalen Schlange aufgefressen. Wir pushen neue Dinge und verlassen permanent  die Komfortzone. Durch die Teilnahme an 08/15-Pitches hat sich noch keine Agentur weiterentwickelt. Wir vernetzen uns international, bilden unsere Kollegen in der kraftwerk Academy aus und starten selbst neue Projekte oder beteiligen uns an Start-ups.

medianet:
Sie machen ja noch einiges mehr. Was fällt Ihnen 2019 zum Beispiel bei ‚FastForwardForum: Drei Tage, acht Denker.' ein?
Hammer: Das FastForward­Forum wird heuer vom 6. bis 8. Oktober in Venedig stattfinden. Nach dem tollen Erfolg im Vorjahr haben wir uns die Latte hoch gelegt.

medianet:
Welche Ziele haben Sie sich ansonsten gesetzt, damit Sie im Jahr 2019 Ihren erfolgreichen Weg fortsetzen?
Hammer: Das heurige Jahr lässt sich bisher gut an. Wir konnten schon einige neue Mitarbeiter und Neukunden begrüßen. Die Wirtschaftsforscher sagen uns ein langsameres Wirtschaftswachstum voraus, und viele Kunden werden jeden Euro zweimal umdrehen. Aber das ist normal. Derzeit laufen aber einige Pitches, demzufolge dürfte es nicht so schlimm werden.

Die Ziele von kraftwerk sind, in den drei Geschäftsfeldern Werbeagentur, Digitalagentur und Consulting stark zu wachsen und vermehrt internationale Kunden zu gewinnen. Die internationale Vernetzung mit dem FastForwardForum und die Beteiligung an internationalen Start-ups werden aktiv vorangetrieben.


medianet:
Sie sprachen von den Wirtschaftsprognosen. Wo sehen Sie die Herausforderungen für Ihre Branche, auch mit dem Hintergrund DSGVO bei der aktuellen Entwicklung?
Hammer: Das Businessmodell der Werbeagenturen klassischen Stils gibt es nicht mehr. Der Kommunikationsmarkt ist heiß umkämpft, wo verschiedene Player um Projekte, Etats und Daten kämpfen. Man könnte auch sagen, dass wir uns in einem Red Ocean befinden. Mehrleistung bei sinkenden Stundensätzen will keiner, aber der Markt trennt gerade die Spreu vom Weizen. Die ­DSGVO ist ja erst der Vorläufer von Eingriffen im Kommunikationsmarkt. Es werden mehr Kontrollen, neue Steuern und unprofessionelle Pitches unser beruflichen Leben nicht gerade erleichtern.

medianet:
Es entstehen aber auch neue Technologien und Entwicklungen, die Sie bei Ihrer Arbeit unterstützen ...
Hammer: Audiosteuerung, -search und Video sind derzeit bei jeder Ausschreibung gefragt. Die Themen predictive und realtime sind derzeit gerade im Durchbruch. eGames und neue mobile Werbeformate werden gerade wieder einmal neu erfunden.

medianet:
Wie sieht in dieser digitalen Welt der ideale Marketingmix für Ihre Kunden aus Ihrer Sicht aus?
Hammer: Es gibt keinen richtigen Marketingmix im Digitalbereich. Digital bedeutet, die Spuren der Kunden richtig zu lesen und die Kunden so wenig wie möglich zu nerven. Performancemarketing = Kunden nerven, Werbedruck = Kunden mehr nerven, Programmatic = Kunden immer nerven;

medianet:
Wenn wir das Bewegtbild, ohne den Kunden zu nerven, betrachten, wie wichtig ist dann die richtige Strategie?
Hammer: Eine Bewegtbildstrategie ist derzeit ein Muss. Bildchen und Textchen abwechseln zu lassen, ist zu wenig. Influencer und Blogger stehen derzeit unter Druck, weil nach der ersten Welle Kunden beinhart ‚Kommunikationsleistung' sehen wollen. Hier wird es auch zu einer Bereinigung kommen.

medianet:
Eine Marktbereinigung trifft jene, die nicht vorbereitet sind. Welche Reiseroute haben Sie vorgegeben?
Hammer: Unsere zwei strategischen Ziele heißen Asterix und Pippi Langstrumpf:

Asterix – ganz Gallien ist erobert, nur ein Kommunikationsdorf leistet noch Widerstand = inhabergeführt und ohne Beteiligung.
Pippi Langstrumpf – wir machen, was uns gefällt, z.B. Start-ups, Eigenprojekte, FastForwardForum. In unserer Zeit muss man mit der Reiseplanung auf­passen, speziell in unserer Branche.

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