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Traditionelle Werbeträger bleiben weiterhin wichtig © ÖBB/Wegscheider
© ÖBB/Wegscheider

Redaktion 04.12.2020

Traditionelle Werbeträger bleiben weiterhin wichtig

„Wer digital bucht, verzichtet deswegen nicht auf City Lights, Plakat oder ­Bahnhofswerbung”, so Karin Seywald-Czihak, Geschäftsführerin ÖBB Werbung.

WIEN. Seit Jahren führt sie höchst erfolgreich die ÖBB Werbung. Nun wurde sie auch zum IAA-Marketer des Jahres gekürt. medianet nahm dies zum Anlass, um mit Karin Seywald-Czihak die letzten Jahre Revue passieren zu lassen.

medianet: Frau Seywald-Czihak, Sie wurden soeben zum IAA-Marketer des Jahres gewählt. Welche Bedeutung hat diese Auszeichnung gerade in einem so herausfordernden Jahr wie dem heurigen?
Karin Seywald-Czihak: Die Auszeichnung zur Marketerin des Jahres hat immer eine besondere Bedeutung im Leben eines Marketers. Denn das Voting für diese begehrte Auszeichnung erfolgt ja ausschließlich durch die Mitglieder der IAA und somit von einer hochkarätigen Fachjury. 2020 ist aber ein außerordentliches Jahr, an das man sich sicher noch lange zurückerinnern wird, und zusätzlich ist es das 25-jährige Jubiläum dieser besonderen Anerkennung.

medianet:
Sie haben in den letzten Jahren die ÖBB Werbung als erfolgreiches Unternehmen positionieren können. Was waren aus Ihrer Sicht die wesentlichen Maßnahmen, die dazu notwendig waren?
Seywald-Czihak: Wir waren traditionell zweigleisig unterwegs: Zum einen haben wir mit dem Agentur-Inhouse-Konzept einen neuen Weg eingeschlagen und mehr Flexibilität und Kreativität in den Konzern geholt. Gleichzeitig hat uns das auch mehr Potenzial in unserer Geschäftstätigkeit gebracht. Zum anderen haben wir im Vertrieb auf Digitalisierung gesetzt und mit den ‚Railscreens' das erste österreichweite, interaktive 4K Digital-out-of-Home-Netzwerk (DOOH) aufgebaut. Das alles war ein Kraftakt, der sich letztlich aber ausgezahlt hat.

medianet:
Ihr Portfolio ist recht breit aufgestellt und reicht von Verkehrsmittelwerbung, über Bahnhofsmedien und DOOH bis zu Printanzeigen in ÖBB-Publikationen. Welche Auswirkungen hatte Corona auf die Kundenfrequenz, und wie ist die Lage aktuell?
Seywald-Czihak: Die ÖBB sind ein wichtiges Rückgrat für die Mobilität in Österreich auch während Corona. Wir lassen keinen Fahrgast und keine Fracht zurück und halten das Land am Laufen. Viele Pendlerinnen und Pendler sind auf uns angewiesen, vor allem Menschen, die in systemrelevanten Jobs arbeiten, wie zum Beispiel die Krankenschwester, der Polizist oder die Verkäuferin.

medianet:
Die ÖBB Werbung hat die Digitalisierung stark vorangetrieben: Wie stehen die anderen Werbeflächen der ÖBB dazu in Bezug und was darf man sich hier als Kunde in den nächsten Jahren noch erwarten?
Seywald-Czihak: Ja das stimmt. Digital-out-of-Home hat immer noch den größten Zuwachs in der Branche und performt großartig. Wir bieten unseren Kunden neue digitale Werbemöglichkeiten, ohne dabei klassische Werbeträger zu ersetzen. Wer digital bucht, verzichtet deswegen nicht auf City Lights, Plakat oder Bahnhofswerbung. Aktuell bauen wir unser Netz an ÖBB-City Lights weiter aus und haben für 2021 attraktive Produkte in Planung, die unser Mobilitäts-OOH-Portfolio ergänzen.

medianet:
Corona hatte sehr negative Auswirkungen; trotzdem: Gibt es auch positive Lehren, die man ziehen kann?
Seywald-Czihak: Als grundsätzlich positiver und optimistischer Mensch bin ich überzeugt, dass diese Krise auch viel Positives in Gesellschaft und Wirtschaft bewirkt hat. So auch im Marketing – Stichwort Solidarität zwischen Generationen oder Digitalisierungsschub. Ich merke selbst, dass ich viele Dinge wieder bewusster erlebe und auch mehr schätze. Wichtig ist jetzt, nach vorne zu sehen. (mab)

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