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„Trend zum Digitalen” © Marlena König
© Marlena König

Redaktion 04.12.2020

„Trend zum Digitalen”

Welche Akzente der Verband der Marktforscher Österreichs künftig setzen will, verrät die neue Vorstandsvorsitzende Alice Flamant im Interview mit medianet.

••• Von Sascha Harold

WIEN. Der Verband der Marktforscher Österreichs (VMÖ) hat im Oktober ein neues Vorstands­team gewählt. Dem langjährigen Vorsitzenden Robert Sobotka folgt Alice Flamant (T-Mobile Austria). medianet hat mit ihr über die Zukunftspläne des Verbands gesprochen.

medianet:
Frau Flamant, was verbindet Sie mit dem VMÖ?
Alice Flamant: Ich bin schon seit mehr als 20 Jahren in der Marktforschung tätig und seit meinem Brancheneinstieg auch VMÖ-Mitglied. Die letzten vier Jahre war ich bereits im Vorstand aktiv, davon die letzten zwei als stellvertretende Vorsitzende. Ganz entscheidend ist das Team, das hinter mir steht und mich tatkräftig unterstützt. Hier haben wir eine Expertise aus unterschiedlichen Bereichen versammelt, die somit auch die Vielfältigkeit der Markt- und Meinungsforschung vertritt: Universität, Forschung, Beratung, Instituts- und Unternehmensseite.

medianet:
Bei Magenta Telekom sind Sie Betriebsmarktforscherin; wie beeinflusst das Ihre Sicht auf die Branche?
Flamant: Als Betriebsmarktforscherin bringe ich selbstverständlich die Interessen dieser Zielgruppe in den VMÖ ein, in den letzten Jahren vor allem durch spezielle Veranstaltungen. Aus der Betriebsmarktforschung kommend, kenne ich die Bedürfnisse von Marktforschungskunden sehr gut. Wir arbeiten im Unternehmen mit unterschiedlichen Instituten und Agenturen sowie Experten aus dem Bereich Data Science zusammen. Das ist unter anderem eine der Zielgruppen, die wir im VMÖ zukünftig stärker einbinden wollen.

medianet:
Ihr Vorgänger, Robert Sobotka, war vor allem im Bereich Weiterbildung engagiert; ein Weg den Sie fortführen?
Flamant: Robert Sobotka hat sehr viel Wert auf die Aus- und Weiterbildung gelegt und die VMÖ Akademie ins Leben gerufen, die er auch künftig weiter betreuen wird. Auch dem neuen Vorstand ist es sehr wichtig, weiterhin eine attraktive und praxisnahe Fortbildung für junge Kolleginnen und Kollegen anzubieten.

medianet: Auf welche weiteren Themen will der Verband künftig setzen?
Flamant: Wir wollen Themen aufgreifen, die für die Branche relevant sind. Dazu zählen etwa Innovation und Digitalisierung, denn hier tut sich extrem viel. Auch der Austausch mit internationalen Branchenkollegen und Partnerverbänden, vor allem mit den Kollegen vom Deutschen und Schweizer Verband, ist ein wichtiger Punkt.

medianet:
Hätten Sie Beispiele für diese Digitalisierung?
Flamant: In Anbetracht der aktuellen Situation gibt es einen Trend – weg von reinen Face-to-face-Interviews, hin zu digitalen Möglichkeiten, und zwar nicht nur auf der quantitativen, sondern auch auf der qualitativen Seite. Es ändert sich in diesem Fall nicht nur das Medium, sondern auch die Art der Durchführung. Auch neue Technologien wie Spracherkennung mittels Künstlicher Intelligenz, die für z.B. Emotionsmessung in der Werbewirkungsforschung zum Einsatz kommen kann, versprechen spannende Möglichkeiten. Unsere Aufgabe als Verband ist es hier, sowohl Anbietern als auch Kunden eine Plattform zu bieten, um diese neuen und innovativen Methoden kennenzu- lernen.

medianet:
Corona beeinflusst die Markt- und Meinungsforschung derzeit stark – wie ist die Situation?
Flamant: Ein Teil der Branche leidet zwar unter der Coronakrise, dennoch sehe ich, dass der ­österreichische Markt relativ stabil ist. Vor allem Unternehmen, die schon lange auf mehrere Standbeine setzen, haben einen Vorteil in der Krise. Ein weiterer wichtiger Grund für die Stabilität der Branche ist sicherlich auch das hohe Qualitäts­level in Österreich.

medianet:
Was muss passieren, damit Sie am Ende auf Ihre Amtsperiode positiv zurückblicken?

Flamant: Ich möchte auch weiterhin ein gutes Feedback unserer Mitglieder bekommen. Das bedeutet, dass wir Veranstaltungen und Workshops mit hohem Qualitätsanspruch durchführen und unsere Angebote und Services entsprechend gut angenommen werden. Was mir besonders am Herzen liegt, ist die Einbindung der jungen Mitglieder oder Noch-nicht-Mitglieder; hier ­haben wir im VMÖ noch viel vor.

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