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Und plötzlich – After the Flood © APA/AFP/Angela Weiss

Leonardo DiCaprio ist auf einer ­Mission – rettet diesen Planeten.

© APA/AFP/Angela Weiss

Leonardo DiCaprio ist auf einer ­Mission – rettet diesen Planeten.

Redaktion 11.11.2016

Und plötzlich – After the Flood

Leonardo DiCaprio will mit einem Film aufklären und versuchte zu retten was zu retten war. Mit Fakten und wohl umsonst.

TORONTO. Am 30. Oktober veröffentliche National Geographic den Film „Before the Flood“  bei Hulu, Twitter, iTunes und YouTube. Vorgestellt wurde er bereits am 9. Oktober im Rahmen des Hampton International Film Festivals, am 14. Oktober beim London Film Festival. Am 21. Oktober kam der Film in die US-amerikanischen Kinos. Die Dokumentation des Schauspielers Leonardo DiCaprio setzte in Amerikas Wahlkampf auf Fakten. Fakten, die uns an die globale Erderwärmung erinnern sollen. Die zeigen sollen, was mit unserem Planeten geschieht.

Wir müssen handeln
Der Film erzählt nicht nur von schmelzenden Polkappen, oder von der Erdölwirtschaft zerstörten Landschaften. Es geht um mehr. Um unsere Zukunft und um eine Zeit in der Ängste, Misstrauen, Vermutungen mehr zählen als Fakten.
DiCaprio trifft neben zahlreichen Wissenschaftlern promintente Führer und Politiker wie den Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon, die ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, Barack Obama und Papst Franziskus. Alle vermitteln die gleiche Botschaft: Die globale Erderwärmung ist da. Wir müssen handeln.

Doch warum jetzt dieser Film? Es ist höchste Zeit. Noch können wir den Planeten retten. Andere Energiequellen, der Verzicht auf Fossile Brennstoffe und Rinderfleisch. Möglich wäre es.  Doch da gibt es Menschen mit Macht. Die Wirtschaft, die auf ihren Profit nicht verzichten möchte. Menschen, die an die Erderwärmung nicht glauben, sie verleumden. Und plötzlich taucht Donald Trump in „Before the Flood“ auf. Ein Mann, der nicht an die globale Erderwärmung glaubt, sie als eine Erfindung der Chinesen hält, um die US-Produktion wettbewerbsunfähig zu machen.

Friedensbotschafter DiCaprio
Und plötzlich enthält der Dokumentarfilm eine politische Botschaft: Trump darf nicht gewinnen.  Trump hat gewonnen, er ist der neue Präsident der Vereinigten Staaten.  Di Caprio wurde 2014 von Ki Moon zum Friedensbotschafter für Klimaschutz der Vereinten Nationen ernannt und hielt in dieser Funktion seine erste Rede auf dem Klimagipfel. Er macht einen guten Job. Was der Film zeigt?  Die grönländische Eisschmelze, Miami Beach in Florida, wo man versucht mittels einer Erhöhung der Straßen gegen das Ansteigen des Meeresspiegels und die damit einhergehenden Überschwemmungen vorzugehen. Es wird der Anbau von Ölpalmen gezeigt. Gebraucht werden die Pflanzen in der Nahrungs- und Kosmetikindustrie. Für ihren Anbau werden die Regewälder Sumatras gerodet.

Wenn Marketing nichts nützt
Vor der Premiere des Filmes gab es eine Diskussionsrunde zum Thema mit Obama, diese wurde aufgezeichnet und am selben Tag von DiCaprio in Facebook veröffentlicht. Beim Toronto International Film Festival gewinnt man als Drittplatzierter den People´s Choice Award-Dokumentarfilme. Trotz aller Bemühungen hinsichtlich des Marketings für den Film und gegen Trump, scheinen DiCaprios Fakten nicht viel genutzt zu haben.  Zu Beginn des Films ist lediglich DiCaprios Stimme zu hören. Er beschreibt Hieronymus Boschs Trptychon „Der Garten der Lüste“. Während der linke Innenflügel den Garten Eden mit Gott, Adam und Eva zeigt, steht die Mitteltafel für den Garten der Lüste. Der rechte Innenflügel: Die Hölle. Für DiCaprio Warnung und Prophezeiung zugleich. Vielleicht sind wir diesem Szenario vergangenen Mittwoch einen Schritt näher gekommen.
Zu sehen ist der Film bei Sky; nähere Informationen finden sich unter anderem auf  www.channel.nationalgeographic.com 

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