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Vom autonomen Fahren bis zum Erotikspielzeug © Daniel Pfeffer

Das war die Consumer Electronics Show 2019 in Las Vegas – von autonomen Fahrzeugen, künstlicher Intelligenz und Smart Homes bis zum letztlich verbannten Sextoy.

© Daniel Pfeffer

Das war die Consumer Electronics Show 2019 in Las Vegas – von autonomen Fahrzeugen, künstlicher Intelligenz und Smart Homes bis zum letztlich verbannten Sextoy.

Redaktion 18.01.2019

Vom autonomen Fahren bis zum Erotikspielzeug

Eine Woche lang berichtete Daniel Pfeffer, Digital Director von Havas Media, exklusiv von der Consumer Electronics in Las Vegas.

Vergangene Woche, von 8.–11. Jänner 2019, fand die größte Messe für Unterhaltungselektronik in Las Vegas statt, die Consumer Electronics Show (CES). Wieso diese Messe immer in Las Vegas stattfindet, wird schnell klar, wenn man einen Blick auf die Besucherzahlen wirft: über 180.000 Besucher, 4.400 Aussteller auf über 668.000 m² Fläche – kaum eine andere Stadt bietet Hotelkapazitäten, die diese Besuchermassen bewältigen könnten. Es handelt sich hierbei um eine Fachmesse, also nur die Presse und der Branche zugehörige Personen können daran teilnehmen – was die Zahlen nochmals beeindruckender macht.

Auf der Messe finden sich Aussteller und Produkte zu allen denkbaren Facetten der Unterhaltungselektronik, aber auch noch weit darüber hinaus, denn auch Anbieter waren vertreten, die ihren primären Fokus nicht in der Unterhaltungselektronik haben. So zum Beispiel auch die Automobilbranche. „Autonomous Driving”, also autonom fahrende Autos, waren dieses Jahr in aller Munde, und verschiedenste Hersteller gaben ihre Lösungen zum Besten. Beispielsweise Yandex, der russische Suchmaschinenriese, ließ Taxis in der Innenstadt von Las Vegas autonom Gäste von A nach B befördern. Nichtsdestotrotz verlangt die Gesetzeslage in den USA, dass ein Mensch im Fahrersitz präsent sein muss, selbst bei Fahrzeugen, welche tatsächlich autonom fahren können.
Weiters omnipräsent waren Voice Assistants, insbesondere die Ableger von Amazon und Google, welche nicht nur ausgiebigst in der ganzen Stadt auf riesigen Out of Home-Flächen warben, sondern auch auf der Messe selbst bei fast jedem Stand vertreten waren, der ein Gerät mit eingebautem Assistenten ihres Unternehmens zur Schau stellte. Wie die Messe bewies, ist ein Voice Assistant nicht mehr nur in Lautsprechern zu finden, sondern mittlerweile in fast jedem erdenklichen Gerät im Haushalt. So gab es sprachgesteuerte Autos, Toiletten, Betten, Couches, Kühlschränke, Sonnenschirme oder Waagen zu bestaunen.
Die altbekannte Problematik in der digitalen Werbebranche, dass das mobile Endgerät aufgrund des kleinen Screens nur sehr limitiert Platz für Werbung bietet, könnte in Zukunft bald entschärft werden. Royole, ein chinesisches Unternehmen, präsentierte auf der CES als erster Anbieter ein funktionsfähiges, faltbares Smartphone – das Flexpai. Erwartet wurde eine Vorstellung von Samsung, die Show gestohlen hat aber schlussendlich der hier relativ unbekannte Hersteller aus China. Das faltbare Handy hat zugeklappt die Maße eines Smartphones und aufgeklappt, die eines kleinen Tablets. Die Lösung von Royole fühlt sich aber etwas überhastet an, denn ganz ausgereift ist die Mechanik noch nicht. So verliert das Gerät beim Klappen zum Beispiel oftmals die Orientierung, wo nun oben und unten ist. Nichtsdestotrotz ist es bereits am chinesischen Markt erhältlich, Kostenpunkt: rund 1.400 USD.

Kommt ein Uber geflogen!

Ebenfalls ausgesprochen beeindruckend und durchaus realistisch war der vorgestellte Prototyp eines Flugtaxis des amerikanischen Herstellers Bell. Der Bell Nexus soll bereits ab 2025 marktreif sein und primär zum Personentransport als Taxi eingesetzt werden; Bell strebt hier eine Kooperation mit Uber an. Das Fluggerät verfügt über je drei Rotoren auf beiden Seiten, welche senkrecht für den Flugmodus und waagrecht für den Start gestellt werden können; angetrieben wird der Bell Nexus dabei mit einem Hybridmotor.

Weiters bietet die CES wie jedes Jahr Start-ups eine Bühne, um sich dort Investoren oder Kooperationspartner zu präsentieren. Dieses Jahr ergriffen über 1.200 Start-ups aus rund 40 Ländern diese Chance. Auf der Website der Veranstaltung heißt es, dass seit 2012 bereits über 1,5 Mrd. USD an Investitionen über die CES für Start-ups lukriert wurden. Der Inspiration der Start-ups ist dabei scheinbar keine Grenze geboten – es gibt zum Beispiel von einem Warnsystem für inkontinente Menschen bis zu motorisierten Reisekoffern alles, was das innovationsgetriebene Herz begehrt.

Erotik-Innovationen verbannt

Für den großen Aufreger dieses Jahr sorgte das Verbannen des Unternehmens Lora DiCarlo. Lora DiCarlo präsentierte dort ihren „Osé Personal Massager”. Dieses von Frauen für Frauen entworfene Erotikprodukt scheint den amerikanischen Veranstaltern zu weit gegangen zu sein, sodass des prompt von der Messe verschwinden musste und dies, obwohl es vorab einen CES Innovation Award erhalten hatte. Die Aufregung war groß, da man immer wieder primär auf den Mann ausgelegte Erotikgeräte zu sehen bekam. Virtual Reality-Pornos von Naughty America gab es heuer zum Ausprobieren, und letztes Jahr war auf der Messe ein Sexroboter zu sehen. Ein Massagegerät für Frauen auszustellen, war dann den Veranstaltern aber anscheinend doch zu viel. Dies führte zu umfangreicher negativer Berichterstattung der Medien

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