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Von Plastikmüll, Ibiza und Rettungsbooten © Orietta Scardino/ANSA/Benetton
© Orietta Scardino/ANSA/Benetton

Redaktion 22.05.2020

Von Plastikmüll, Ibiza und Rettungsbooten

Die Corona-Pandemie verändert kreative Ansätze, doch auch in der Vergangenheit hatten Krisen immer wieder Einfluss auf die Werbung.

Wie reagiert die Werbebranche auf Krisen? Welche Themen werden aufgegriffen und wie werden die Geschichten erzählt? In herausfordernden Zeiten werben Unternehmen mit außergewöhnlichen Sujets.

Aus aktuellem Anlass hat sich medianet Werbesujets angesehen, die einige der größten Krisen der letzten Jahre thematisieren. Hier ein kleiner Auszug.

Aufruf für die Umwelt

Die Agenturen haben sich für ihre Kunden in den vergangenen Jahren vermehrt des Themas Klimakrise angenommen. Die Agentur DDB Wien erstellte für Greenpeace eine Kampagne zum Thema Plastikmüll. Die Kreation „Plastik Tak Tik Tak” gewann bei der letztjährigen CCA-Gala zweimal Silber und einmal Bronze.

Die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 startete im November 2019 mit der Werbeagentur We Love\TBWA mit Sitz in Wien eine Social-Media-Kampagne mit dem Hashtag #wirsindsauer, der als Protestsymbol gegen die Klimapolitik gedacht war.

Kritik an Werbung

Über die Flüchtlingskrise 2015 wurde weltweit berichtet, seitdem ist das Thema präsent. Das Foto eines vollen Flüchtlingsboots, auf dem ein Helfer der Organisation „SOS Méditerranée” Rettungswesten verteilt, wurde im Jahr 2018 von dem Modeunternehmen United Colors of ­Benetton mit dessen Logo versehen und für eine Werbeoffensive genutzt.

Auf einem anderen Bild sind Frauen und Kinder zu sehen, die auf der Flucht sind, sowie Mitarbeiter einer Rettungsorganisation. In den Sozialen Netzwerken erntete das Sujet Kritik wegen der „kommerziellen Nutzung einer humanitären Tragödie”; die Organisation distanzierte sich von der Kampagne.

Fahrt nach Ibiza

Der Ibiza-Skandal jährt sich im Mai 2020 zum ersten Mal. Seit dem Video, auf dem der damalige Vizekanzler und Bundesparteiobmann der FPÖ Heinz-Christian Strache sowie Johann Gudenus, bis dahin Nationalratsabgeordneter und geschäftsführender FPÖ-Club­obmann zu sehen sind, hat Österreichs Innenpolitik sich nachhaltig verändert.

Der Autovermieter Sixt nutzte #ibizagate für ein Werbesujet; auf Social Media veröffentlichte das Unternehmen ein Sujet mit Strache und einem Auto: „Piept, bevor Sie gegen die Wand fahren.”

Sujets rund um Corona

Die aktuellste aller Krisen, Covid-19, bietet für Unternehmen aller Branchen die Möglichkeit, sich ihrer Zielgruppe neu und auf kreative Weise zu präsentieren.

Zum Start der Wiedereröffnung der Gastronomie mit 15. Mai setzte die Agentur DMB. mit ihrem Kunden Darbo ein Zeichen. „Endlich wieder geöffnet” heißt es in einer Anzeige, auf dem Darbo-Konfitürengläschen verschiedener Geschmacksrichtungen mit offenen Deckeln zu sehen sind. Ein weiteres Beispiel: Die Agentur Zum goldenen Hirschen hat die Ärztekammer Wien dabei unterstützt, den hier tätigen Ärzten zu danken. Gleichzeitig soll auch Aufmerksamkeit für Maßnahmen geschaffen werden. (nri/ls)

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