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Was Christian Kern jetzt tun sollte © Brandtner

Markenstratege Michael Brandtner ist Spezialist für strategische Marken- und Unternehmenspositionierung in OÖ, Associate of Ries & Ries und Autor des Buchs „Brandtner on Branding”. Sein Blog: www.brandtneronbranding.com.

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Markenstratege Michael Brandtner ist Spezialist für strategische Marken- und Unternehmenspositionierung in OÖ, Associate of Ries & Ries und Autor des Buchs „Brandtner on Branding”. Sein Blog: www.brandtneronbranding.com.

Michael Brandtner 20.05.2016

Was Christian Kern jetzt tun sollte

Erst einmal muss die SPÖ neu positioniert werden ...

Gastkommentar ••• Von Michael Brandtner


STANDORTSUCHE. In Österreich stand neben der Bundespräsidentenwahl aktuell auch ein Kanzlerwechsel an. Nach dem Rücktritt von Werner Faymann wurde der neue Regierungschef, Christian Kern, als Bundeskanzler angelobt. Damit steht Kern aus Positionierungssicht vor zwei Aufgaben: 1. Er muss die SPÖ neu positionieren; 2. Er muss sich selbst als Bundeskanzler konkret positionieren.

Markenklammer versus Zukunft

Dabei er sollte er zwei Punkte beachten:
1. Er sollte nicht versuchen, die SPÖ in Summe mit einer neuen Markenklammer zu positionieren. Denn er wird wahrscheinlich innerhalb der SPÖ keine Idee finden, mit der sich alle, vom linken bis hin zum eher rechten Flügel der Partei, identifizieren können. Stattdessen sollte er die Rolle der SPÖ für Österreich klar darstellen. (Schlüsselfrage dabei: Was möchte die SPÖ in Zukunft für Österreich erreichen?)
2. Er sollte seine eigene Historie als ehemaliger Chef der ÖBB nutzen. Damit wäre der offensichtliche Fokus bzw. der offensichtliche Positioning-Claim oder Slogan für Christian Kern und die SPÖ: ‚Österreich wieder auf Schiene bringen'. Mit dieser Idee könnten sich wahrscheinlich einmal alle innerhalb der SPÖ identifizieren. Zudem könnte man diese Idee dann in allen wichtigen Bereichen, von der Flüchtlings- über die Wirtschafts- bis hin zur Bildungspolitik, mit konkreten Inhalten füllen.

Zudem wäre dieser Slogan auch ideal als Wahlkampfthema für einen Bundeskanzler, weil er den Anspruch auf Marktführerschaft unterstreicht und Lösungskompetenz verbal und visuell suggeriert. Aus dieser Perspektive betrachtet, sollten es Christian Kern und die SPÖ sehr wohl in Betracht ziehen, diese Koalition zu beenden, um Österreich wieder auf Schiene zu bringen.

Denn sonst besteht zudem die Gefahr, dass er sich als Bundeskanzler und Person bis zu den Neuwahlen im Jahr 2018 im wahrsten Sinne des Wortes „abnutzt”. So gesehen sollte Christian Kern zuerst dieses Thema für sich und die SPÖ etablieren, um dann Österreich darüber abstimmen zu lassen.

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