MARKETING & MEDIA
Was Marken mit Gefühlen verbindet © Gregor Hofbauer
© Gregor Hofbauer

Redaktion 18.03.2022

Was Marken mit Gefühlen verbindet

Soundbranding ist seit Langem etablierter Bestandteil des Marketings; scopeaudio-Mitgründer Thomas Aichinger erklärt, warum.

••• Von Josephine Wolfram

WIEN. Seit 2010 am Markt, bietet scopeaudio eine breite Palette an Audio-Lösungen für die Bereiche VR, Games, Kino, TV und Radio an. media­net sprach mit den Machern dahinter.

medianet: Herr Aichinger, Sie haben als Spatial Audio Designer scopeaudio mitgegründet und bezeichnen sich als Full Service Studio. Wer steckt hinter scopeudio und was verstehen Sie unter einem Full Service Studio?
Thomas Aichinger: scopeaudio sind Florian Widhalm und ich. Unser Tonstudio ist mittlerweile zwölf Jahre alt. Seit drei Jahren sind wir im 4. Wiener Gemeindebezirk Bezirk und als Full Service Studio bieten wir von Aufnahmen, Mischungen, über Kompositionen zu Sound Design alles an, was unsere Kunden für ihre akustische Kommunikation brauchen.

medianet:
Sie gestalten unter anderem Audiolösungen im Virtual Reality- und Augmented Reality-Bereich. Was ist der Unterschied zwischen einem auditiven Konzept für VR/AR und einem herkömmlichen Sound-Erlebnis? Und wie sieht der Prozess zur Erstellung von VR-/AR-Sounds aus?
Aichinger: Der größte Unterschied liegt im Einbeziehen des Users, wodurch das Storytelling nicht mehr linear passieren kann. Der User entscheidet, wo er hingeht, was er macht. Dementsprechend müssen die Inhalte darauf reagieren können. Ein in sich stimmiges Konzept ist daher essenziell, da man die Interessen der User nicht zu hundert Prozent vorhersehen kann. Eine gewisse Aufmerksamkeitslenkung ist möglich, aber nicht garantiert.

medianet:
VR und AR waren Trends, die wirklich von null auf hundert aufgestiegen sind. Gibt es Ideen im auditiven Bereich, die Ihrer Meinung nach noch groß zum Einsatz kommen werden?
Aichinger: Ich denke, AR wird sich wirklich im alltäglichen Leben durchsetzen. Bei VR bin ich da nicht so sicher.

Wir entwickeln gemeinsam mit Peter Kollreider Sonic Traces, eine reines AR Audio-Produkt. Der User hat Kopfhörer auf und kann durch Klangwelten spazieren, wobei seine Augen frei bleiben. Der Klang reagiert wie im echten Leben, sprich er wird lauter, wenn man näher kommt, oder ändert sich, wenn man den Kopf dreht. Wir haben u.a. für die Seefestspiele Mörbisch eine Experience gemacht, in der User auf der Bühne eine virtuelle akustische Realität hören können, passend zum jeweiligen Stück.
Wir konnten viel Erfahrung sammeln, was es heißt, wenn man die Realität mit einer anderen Klangwelt erlebt. Die Möglichkeiten dieses Systems sind nahezu unbegrenzt und derzeit auch noch weltweit einzigartig. Gerade Luxusmarken oder repräsentative Flagship-Stores können mithilfe von Sonic Traces ihre Kunden auf akustische Reisen – mit Bezug zur Realität – schicken.
Ich denke, diese Form von AR wird mehr werden. Immer mehr Kopfhörer haben eingebaute Sensoren, die die Kopfbewegung registrieren, und große Firmen wie Apple oder Sennheiser setzen sehr auf 3D-Sound.

medianet: Was ist für Sie essenziell, um eine erfolgreiche Audiolösung für einen Kunden umzusetzen, bzw. welchen Stellenwert hat Soundbranding bei der Markenbildung?
Aichinger: Aufgrund der Verbindung unserer Ohren mit dem limbischen System im Gehirn (der Part, der für unsere Emotionen verantwortlich ist) ist ein akustisches Konzept in der Kommunikation einer Marke sehr wichtig.

Mithilfe von Soundbranding erreicht man Kunden auf einer emotionalen Ebene, mit der die visuelle Kommunikation nicht mithalten kann. Kombiniert mit gutem Storytelling, verbinden Kunden eine Marke im Idealfall mit einem Gefühl.
Es freut mich, dass viele Marken den Stellenwert von akustischen Kommunikationskonzepten bereits erkennen, wobei ich denke, dass da noch Luft nach oben ist.

medianet: Sie haben viele Kunden betreut und auch etliche Auszeichnungen für Ihre Leistungen erhalten. Gibt es ein Projekt, an das Sie besonders gerne zurückdenken?
Aichinger: Unsere Projekte sind sehr unterschiedlich. Mal nehmen wir ein großes Orchester in Surround auf, mal machen wir Sound Design oder Musik für eine Kampagne … Gerade diese Vielfältigkeit macht unsere Projekte spannend, wodurch ich nicht wirklich ein Projekt habe, an das ich besonders gern denke.

Einzig unser Produkt Sonic Traces macht aufgrund der Innovation und bisherigen Einzigartigkeit besonders viel Spaß. Hier gilt es viel zu erforschen, zu testen und zu entwickeln. Es sind auch schon mehrere neue Projekte in der Pipeline, und wir freuen uns schon auf deren Herausforderungen.


Weitere Infos unter:
www.scopeaudio.com
www.sonictraces.com

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL