MARKETING & MEDIA
„Wir haben mehr Widerstandskraft © Jeff Mangione
© Jeff Mangione

Redaktion 11.06.2021

„Wir haben mehr Widerstandskraft

Geschäftsführer Thomas Kralinger über erfreuliche Vertrauenswerte für den Kurier und die Frage, was von der Krise bleiben wird.

••• Von Dinko Fejzuli und Anna Putz

Ein Stockerlplatz ist es geworden. Laut einer vom Kurier in Auftrag gegebenen und vom Meinungsforschungsinstitut Market durchgeführten repräsentativen Umfrage belegt der Kurier hinter Standard und Presse den dritten Platz im Ranking der vertrauenswürdigsten Tageszeitungen des Landes.

Über die für den Kurier erfreulichen Ergebnisse der Umfrage zeigt sich Kralinger positiv überrascht. „So überheblich bin ich nicht, dass ich mir das erwartet habe”, so der Geschäftsführer. Es sei für ihn ein „wunderschönes Ergebnis”, das ihn „zutiefst beeindruckt”. Dank gebühre aber vor allem der Redaktion, so Kralinger.

Über die DNA von Medien

Interessensgegenstand der Umfrage unter 500 Österreichern zwischen 18 und 69 Jahren war das Mediennutzungsverhalten seit dem Beginn der Corona-Pandemie. So wurde etwa erhoben, dass das bevorzugte Format von Tageszeitungen und Magazinen nach wie vor eine Printausgabe ist.

Als sehr vertrauenswürdige Informationen werden jene des ORF, gefolgt von denen aus dem Radio und kostenpflichtigen Tageszeitungen, empfunden. Zudem wurde abgefragt, welche Aspekte im Bereich des Qualitätsjournalismus eine Rolle spielen. Das Ergebnis: Verlässliche Informationen, Objektivität und unterschiedliche Perspektiven spielen die wichtigste Rolle.
Doch warum entschied man sich für die Durchführung einer Umfrage? Kralinger sagt, man habe „trotz der Lockdowns gemerkt, dass die Nachfrage” nach Inhalten des Kurier „sehr gewachsen” sei. So habe man an Spitzen­tagen bis zu 1,2 Mio. Unique Clients verzeichnen können und dann dafür nach einer Erklärung gesucht.
Gefunden hätte man sie vor allem in der Erkenntnis, dass „die DNA der Medien verlegerischer Herkunft Glaubwürdigkeit ist”, so Kralinger. Man wäre durch die Ergebnisse bestärkt worden, „Leserinnen und Leser weiterhin mit vertrauenswürdigen Informationen zu versorgen und ihnen täglich zu beweisen, dass sie gut, objektiv und vertrauenswürdig informiert sind”, so der Geschäftsführer.

Die „härteste Währung”

Abseits der Umfrageergebnisse machen laut Kralinger die gestiegenen Abonnement-Zahlen sowie der Zuwachs bei den SB-Entnahmen Freude. Es sei „die härteste Währung”, wenn man trotz Gratisangeboten im Verkauf ein Plus erziele, so Kralinger über die Entwicklung.

Wenn auch das Printprodukt im vergangenen Jahr mehr Abonnenten verbuchen konnte, „muss man realistisch genug sein, um zu sagen, dass in den nächsten Jahren die Auflage vermutlich nach unten gehen wird”.
Ohnehin verstehe sich der Kurier „nicht als Zeitungsredaktion, sondern als Medienhaus, das über verschiedenste Kanäle publiziert”, erläutert Kralinger. Dennoch: Im Jahr 2021 sind dem Medienmanager wirtschaftlich gesehen Printleser „nach wie vor lieber”. Aber warum eigentlich? „Noch”, so Kralinger, „sind wir weit weg von einer möglichen Finanzierbarkeit einer Redaktion mit einer Personalausstattung, wie wir sie haben”. Dies werde sich aber in den nächsten zehn bis 15 Jahren ändern, zeigt sich Kralinger überzeugt.
Neben einem Blick in die Zukunft darf aber nicht auf die letzten Monate vergessen werden: „Wir sind resilienter geworden, haben mehr Widerstandskraft bekommen”, resümiert der 61-Jährige. Wirtschaftlich sei man mit einem „blauen Auge davongekommen”; dies sei kein Grund zur Euphorie, vielmehr überwiege die Dankbarkeit meint Thomas Kralinger.
Laut der RTR flossen zwischen 1. und 3. Quartal 2020 1,6 Mio. € aus Regierungsinseraten in den Kurier. Zwar seien diese in schwierigen Zeiten „ein wichtiges Element”, aus einer wirtschaftlichen Schieflage könnten diese aber nicht helfen. „Dafür ist die Größenordnung viel zu gering”, so Kralinger, „aber es ist ein willkommener Ausgleich.”
Die letzten Monate hätten Kralinger positiv gestimmt und ermutigt. Im Mittelpunkt aller Aktivitäten werde weiterhin der Leser stehen. Aktuell arbeite man an diversen Projekten und Kooperationen. Ziel: „Noch besser und wissen, was wir anbieten müssen.”

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