PRIMENEWS
14 Jahre 9/11:  Wer sind die Bösen?
Redaktion 10.09.2015

14 Jahre 9/11: Wer sind die Bösen?

Der Nahe Osten ist in weiten Teilen politisch vollkommen destabilisiert. Andererseits wurde die „Achse des Bösen“ durchbrochen.

Leitartikel
••• Von Sabine Bretschneider

ZEITENWANDEL. Dienstag, 11. September 2001: Bis 15:00 Uhr war die Welt in Ordnung. Franz Struzl wurde zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Voest Alpine gewählt, Wolfgang Eder zu seinem Stellvertreter. Die Gebühren Info Service gab einmal mehr bekannt, „intensiv“ nach Schwarzsehern zu forschen. Österreich beging 75 Jahre Amateurfunk. Das Katastrophenschutzzentrum in Mexiko-Stadt berichtete über Dampf- und Aschewolken über dem Popocatepetl, Barbara Schett wurde von den Lesern des US-Herrenmagazins Playboy bei der Wahl zur Tennisspielerin mit dem meisten Sexappeal knapp hinter der Russin Anna Kurnikowa auf Platz zwei gewählt – und der Streit um den Finderlohn für Ötzi zwischen dem Land Südtirol und einem deutschen Bergsteigerehepaar ging zehn Jahre nach dem Fund in die Verlängerung.  Der Direktor der Universitäts-Sternwarte München ließ mit der Prognose aufhorchen, dass der Milchstraße der Crash mit einer Nachbargalaxie bevorstünde. „Begleitet von einem gigantischen Feuerwerk“ würden sie „zu einem einzigen Schwarzen Loch mit etwa 40 Millionen Sonnenmassen verschmelzen“. In rund fünf Milliarden Jahren. Ein Saure-Gurken-Aufreger.

Eh alles „in good shape“, oder?

Um 15:01 Uhr (MEZ) meldete die Nachrichtenagentur APA „Flugzeug crashte in World Trade Center. Keine Angaben über Opfer“, um 15:10 Uhr „Zwei Kleinflugzeuge rammten World Trade Center in New York“, Um 15:15 Uhr „World Trade Center in New York von zwei Flugzeugen gerammt. Beide Türme in Flammen“. Der Rest ist bekannt und Geschichte. Die Anschläge verursachten unmittelbar den Tod von etwa 3.000 Menschen; unzählige weitere Todesopfer forderte der Krieg in Afghanistan, dann jener im Irak. Inwiefern die heutige Flüchtlingskrise darauf zurückgeführt werden kann, dass die USA im Nahen Osten nach dem Angriff auf führende Mitglieder der „Axis of Evil“ (© George W. Bush) ein totales Chaos hinterlassen haben, das mögen Berufenere beurteilen. 1.500 syrische Flüchtlinge jedenfalls haben die Vereinigten Staaten bis dato aufgenommen. Man befürchtet islamistische Maulwürfe unter den Schutzbedürftigen, die unter das Sternenbanner fliehen. Befördert werden diese Befürchtungen von den üblichen Verdächtigen. Der ehemalige Vizepräsident George W.s, Dick Cheney, der sich im Irakkrieg auch mit seiner Verbindung zum Ölindustriezulieferer Halliburton hervorgetan hatte, warnte Ende August auf CNN vor „another 9/11 style attack with much deadlier weapons“. Der IS sei außerordentlich gefährlich – für die U.S. Homeland Security, so seine Einschätzung. Zudem seien nicht die Kriegstreiber der Bush-Administration verantwortlich für das Erstarken des IS, sondern – erraten! – der derzeitige US-Präsident. Der Irak sei, so Cheney, als er und Präsident Bush 2009 aus dem Amt geschieden waren, „in good shape“ gewesen – bevor Obama in der Fortführung der bewährten Strategie versagt, durch den Abzug ein „Vakuum“ kreiert und den Aufstieg des IS erst ermöglicht habe.  Obamas stellvertretender Regierungssprecher Eric Schultz räumte am Mittwoch jedenfalls ein, dass die USA eine „moralische Verantwortung“ hätten. Nun. Eben.

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